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Der Wind bläst wieder kraftvoller

Das Thema Windenergie nimmt in Schönwalde wieder Fahrt auf.
Das Thema Windenergie nimmt in Schönwalde wieder Fahrt auf. © Foto: MZV
Patrik Rachner / 04.11.2012, 00:01 Uhr
Schönwalde (MZV) Der Bau von Windkraftanlagen in der Gemeinde Schönwalde-Glien ist laut Angaben des Geschäftsführers der Berliner Stadtgüter GmbH, Peter Hecktor, keinesfalls vom Tisch. So beabsichtigt ein Investor trotz der Einstellung des Planverfahrens für den Teilflächennutzungsplan Windenergie durch die Mehrheit der Gemeindevertretung noch in diesem Jahr einen Bauantrag bei der zuständigen Kreisbehörde zu stellen. Für die Windkraftgegener ist das wohl ein Schlag ins Kontor.

"Das Thema ist noch nicht durch. Trotz der Entscheidung in der Gemeindevertretung lässt sich der Investor nicht ins Boxhorn jagen. Die sind pfiffig", sagte Peter Hecktor auf Anfrage. Weil der Berliner Stadtgüter GmbH, eine Tochterfirma des Landes Berlin, eine Fläche von bis zu 700 Hektar auf Schönwalder Gemeindegebiet gehört, hat das Unternehmen seit geraumer Zeit Gespräche mit Investoren geführt.

Übrig geblieben ist ein finanzstarker Geldgeber aus der Windkraftbranche, den Namen will Hecktor aus Gründen der Diskretion nicht nennen, der weiterhin großes Interesse hat, ebensolche Anlagen zu bauen. "Der Investor bereitet derzeit detailliert den Bauantrag vor. Der wird noch in diesem Jahr gestellt. Das haben deren Vertreter uns mitgeteilt", so Hecktor. Er glaubt im Übrigen auch nicht, dass die Gemeinde Schönwalde-Glien sich in irgendeiner Form quer stellen wird, schließlich hätte man seinerzeit selbst zwei Flächen als Eignungsgebiete festgelegt, auf denen Investoren künftig Windkraftanlagen bauen könnten. "Ich vermute, die Gemeinde wird keine Einwände haben. Es dürfte auch vor Gericht sicher schwer fallen, plötzlich eine ablehnende Haltung darzustellen", betonte der Geschäftsführer der Berliner Stadtgüter GmbH.

Mit der Einstellung des Planverfahrens könne die Gemeinde bestenfalls sagen, dass "wir ein Windkraftanlagen Projekt nicht gefördert haben, mehr aber auch nicht", so Hecktor. Weil Investoren, die ein solches Geschäft betreiben, ohnehin mit Widerstand rechnen, ließen sie sich dennoch nicht von ihren Vorhaben abbringen. So auch in diesem Fall.

Und was sagt Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme (CDU)? "Wir müssen uns bei öffentlichem Interesse bewegen, sind aber trotz Planungshoheit nur Beteiligte eines möglichen Verfahrens."

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H.Fismer 12.11.2012 - 23:00:43

Warum keine Windkraftanlagen auf den ehemaligen Rieselfeldern in Gatow

Warum stellt Herr Hektor nicht die ehemalige Rieselfelder in Gatow als Gebiet für mindestens 40 Windkraftanlagen zur Verfügung. Warum soll die Landschaft in Brandenburg weiter verschandelt werden, wenn die Stadtgüter Berlin eigene Grundstücke in Berlin haben. Sind die Berliner was BESSERES ?

E. Hoffmann 08.11.2012 - 08:06:15

neue Schönwalder Platte

@ schönwalder-siedlunger Leider fördern Sie mit jedem Windrad den Braunkohletagebau, da der Strom nicht von den Windrädern geliefert werden kann. Es gibt nur ganz wenige Bereiche in Brandenburg, die windhöfig sind, dh. wo tatsächliche Wind in Energie umgewandelt werden kann. Wir sind es nicht. Doch selbst dies muss nicht diskutiert werden, weil jedes neue Windrad nicht mehr ans Netz angeschlossen wird – wie bereit über 500 seiner Art (allein in Brandenburg). Es gibt also kein „entweder Windrad oder Braunkohletagebau“, es gibt nur ein „und“. Sollten die Stadtgüter Erfolg haben, haben auch die Siedlunger die Windräder vor der Tür, ebenso die Grünefelder. Den Stadtgütern werden andere Investoren nachfolgen. Dann sieht es hier aus, wie auf der Nauener Platte. Die Zerstörung unseres Landschaftsschutzgebietes – unserer Natur, die doch eigentlich geschützt werden soll – wird ein gigantisches Ausmaß haben, welches niemand absehen kann. Windräder in Brandenburg sind alles andere als „grün“ – sie bringen nur den Betreibern und Verpächtern etwas. Ein Hinweis: bitte googlen Sie mal „Neodym Windrad“. So viel zur sauberen Energie...

Olaf P. 07.11.2012 - 18:33:18

an @ Schönwalde-Siedlunger.........

anstrengen müssen wir uns zuhause und im Job , hier wo wir leben und wohnen wollen wir transparente,saubere,gerechte Kommunalpolitik von unseren Volkvertretern für alle Bürger und nicht nur für einige wenige damit Sie den Bürgerwillen in wichtigen Entscheidungen ernst nehmen und vertreten.Solange Menschen nicht das Gefühl haben , wahr genommen zu werden , wird es immer , wenn auch wenige geben, die aufstehen und dagegen etwas unternehmen. im übrigen , schlechte Laune Truppe kann ich Ihnen nicht bestätigen. Alle die ihre kostbare Zeit hier bei den Adleraugen oder in anderen Bürgebewegungen intensiv einbringen stehn voll mit beiden Beinen und mit guter Laune im Leben , weil sie letztendlich an das gemeinwohl und nicht an irgendwelchen politischen oder privaten Interessen geknüpft sind.Hiermit lade ich Sie gerne zu solch einer Veranstaltung ein.Also bis dann sehr geehrter Siedlunger.....

Uwe Abel 07.11.2012 - 17:39:35

Qualität der Kommentare

@Schönwalder Siedlunger: Netter, unterhaltsamer Kommentar. Mehr aber auch nicht. Uwe Abel

Schönwalde-Siedlunger 07.11.2012 - 13:19:33

Und alle so yeaah!!!

Endlich Windkraft in Schönwalde. Endlich sauberer Strom. Die Energiewende ist in vollem Gange und wir freuen uns alle - nein nicht alle. Die Anwohner, die direkt neben den Dingern wohnen freuen sich nicht, es sei denn Sie haben Anteile an den Mühlen und verdienen fleissig mit. Weil dann ist einem auch der Lärm und die Aussicht egal. Achja und die Schlechte-Launetruppe um Uwe Abel freut sich natürlich auch nicht, weil jetzt heisst es wieder Anstrengen und mit gefährlichem Halbwissen gegen den Herrn Oehme schiessen. Ich hoffe nur, dass die Dinger dort aufgestellt werden, wo nicht 100 Vögel den Tag durch die Dinger geschreddert werden. Lieber ne Windmühle vorm Haus, als nen Braunkohletagbau als Nachbar!

Thomas 05.11.2012 - 17:41:35

Herr Oehme bewegt sich

Na dann bewegen Sie sich mal Herr Oehme. Hoffentlich dieses Mal in die richtige Richtung, nämlich hin zu ihren Bürgern. Und immer daran denken, Sie sind Bürgermeister dieser Gemeinde und keinesfalls ein am Rande stehender, der nur mal so eben am Verfahren beteiligt werden muss. Sie stehen in der Verantwortung, denn Sie haben das alles angezettelt.

Uwe Abel 04.11.2012 - 09:06:22

Sicher?

Zitat: "Ich vermute, die Gemeinde wird keine Einwände haben. Es dürfte auch vor Gericht sicher schwer fallen, plötzlich eine ablehnende Haltung darzustellen", betonte der Geschäftsführer der Berliner Stadtgüter GmbH. Das sehe ich nicht so. Inzwischen haben sie ja den Bürgerwillen in Form des Widerstandes wahr genommen. Die GV wird also hoffentlich so klug sein, die Interessen der Anwohner zu vertreten und nicht die eines Investors. Uwe Abel

Wahlhoffnung 2014 04.11.2012 - 02:17:20

Bummerang

Dumm gelaufen - jetzt wird der Bürgermeister mit seinen eigenen Waffen geschlagen. Da hilft es ihm auch nicht mehr, die "Phrasenmaschine" anzuschmeißen und auf einmal so zu tun, als hätte man mit alledem nichts zu tun. immer mehr Bürger werden hoffentlich merken, welche Amateurtruppe in dieser Gemeinde am Werk ist und den an sie gestellten Anforderungen nicht gewachsen ist.

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