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Hunderte auf dem Weg zum Herzen

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HSTILL / 12.10.2009, 07:20 Uhr
() Eberswalde Oft sind es die kleinen Dinge im Leben, die unerwartet große Bedeutung erlangen. Im Extremfall kann sogar das eigene Leben davon anhängen. Wer das Kardiologielabor des Werner-Forßmann-Krankenhauses besucht, bekommt unverzüglich eine Ahnung davon. Dünne Kunststoffschläuche für Herzkatheter und Stents, die mit bis zu 20 Bar Druck in den Gefäßen aufgeblasen werden, zeigt Schwester Steffi Pinske den Besuchern beim Tag der offenen Tür. Im Herzkatheterlabor erklärt der führende Herzmediziner des Hauses, Chefarzt Dr. Hartmut Goos, wie die Eingriffe vorgenommen werden und über welche diagnostischen Möglichkeiten der Mediziner verfügt, während des Eingriffs den Zustand des Patienten zu beobachten. "Es ist eine Abwägung von Chancen und Risiken, die wir hier vornehmen müssen", so Goos, der von 15 Interessierten umringt wird, die gespannt an seinen Lippen hängen. 1600 Patienten behandelt seine Klinik jährlich, 500 Ballondilatationen (PTCA) und Stentimplantationen werden absolviert.

"Die Technik ist absolut interessant, obwohl ich natürlich hoffe, hier nie liegen zu müssen", fasst der Eberswalder Ingo Triebler anschließend seine Eindrücke zusammen. So wie Triebler nutzen an diesem Tag mehrere hundert Besucher die Möglichkeit, hinter die Kulissen des Werner-Forßmann-Krankenhauses zu blicken. Führungen in der Radiologie, der Gefäßchirurgie und die Möglichkeit, Blutzucker, Cholosterinwerte und den Blutdruck messen zu lassen, ergänzten neben weitere Ständen von Krankenkassen und Sanitätshäusern das Angebot wirkungsvoll.

Anlass für diese besondere Form der Öffentlichkeitsarbeit lieferte ein Jubiläum, das wegen seiner Besonderheit bundesweit Beachtung findet. Vor 80 Jahren nämlich erprobte der Eberswalder Arzt Werner Forßmann erstmals einen Herzkatheter.

Ein Höhepunkt dieses Jubiläums fand bereits am Freitag statt, als mehr als 100 Ärzte aus der Region und aus ganz Deutschland zu einem Fachsymposium unter dem Motto "Wege zum Herzen des Menschen" zusammentrafen. Unter ihnen auch Professor Wolf-Georg Forssmann, der Sohn der Arztes und Nobelpreisträgers Werner Forßmann, der auch über seinen Vater sprach.

Eröffnet wurde zudem die Ausstellung "Herz und Sinnlichkeit", die u.a. Arbeiten von Edmanond Dembinski, Volker Kühn und Jörg Steinert zeigt. Bis zum 30. Oktober ist diese Ausstellung noch geöffnet.

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