Donnerstag, 24. April 2014



Burkhard Keeve 21.11.2012 20:30 Uhr

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Schulschluss nach der dritten Stunde

Oberhavel (MZV) Ganz unterschiedlich wirkt sich die heutige Personalversammlung aller Brandenburger Lehrer auf die Schulen in Oberhavel aus.

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Die Türen bleiben zu: Im Runge-Gymnasium ist heute nach der dritten Stunde Unterrichtsschluss. 28 der 40 Lehrer fahren zur Personalversammlung.  

Die Türen bleiben zu: Im Runge-Gymnasium ist heute nach der dritten Stunde Unterrichtsschluss. 28 der 40 Lehrer fahren zur Personalversammlung.

© MZV

Während das Marie-Curie-Gymnasium in Hohen Neuendorf und die Bergfelder Ahorn-Grundschule einen Vertretungsplan organisiert haben, muss an der Schildower Europa-Grundschule der Unterricht nach der dritten Stunde ausfallen. Die Eltern seien schon vor gut drei Wochen darauf hingewiesen worden, so Schulleiterin Ines Meier. 22 Kolleginnen und Kollegen haben sich wegen der Personalversammlung oder wegen Krankheit für heute abgemeldet. Einige Lehrer bleiben in der Schule, um Kinder zu betreuen, die nicht in den Hort oder nach Hause können.

Von Hennigsdorf fährt eigens ein Bus, um Lehrer zur Versammlung nach Neustadt/Dosse zu bringen. Vom Eduard-Maurer-Oberstufenzentrum werden etwa 20 der 70 Pädagogen am Protest teilnehmen, informierte Schuldirektor Peter Mohr. Das restliche Personal halte einen Notbetrieb aufrecht. Teilweise beschäftigen sich die Schüler selbst, teils fällt nach der dritten Stunde der Unterricht aus. Für die gymnasiale Oberstufe sollen ebenso wie für die Klassen im letzten Berufslehrjahr der Unterricht komplett stattfinden. "Das sind wir den Betrieben schuldig, die uns ihre Lehrlinge schicken", argumentiert Mohr. Er hat für die Protestaktion volles Verständnis: "Die Arbeitsbelastung hat zugenommen. Der Krankenstand war noch nie so hoch wie in diesem Schuljahr." In der Hennigsdorfer Albert-Schweitzer-Oberschule soll für heute einer der variablen Ferientage angesetzt worden sein. Damit wird vermieden, dass Stunden ausfallen. Am Strittmatter-Gymnasium in Gransee beteiligt sich laut Schulleiter Uwe Zietmann etwa ein Drittel der Lehrer an der Versammlung. "Ab der vierten Unterrichtsstunde ist deshalb auch bei uns Schluss", so Zietmann. An der Granseer Siemens-Oberschule werden ab 10.30 Uhr die Federmäppchen in die Schultasche gepackt. 80 Prozent der Lehrkräfte machen sich auf den Weg nach Neustadt/Dosse. Die anderen 20 Prozent kümmern sich um die Schüler, die dann noch nicht nach Hause können. "Mit den Eltern ist alles abgesprochen", erläutert Schulleiter Reinhard Witzlau. Das sei auch wichtig, denn 82 Prozent der Schüler sind sogenannte Fahrschüler, die mit dem Bus kommen. Um 11 Uhr startet heute dann für die Lehrer ein Bus Richtung Neustadt.

In der Drei-Seen-Grundschule Fürstenberg wird der Unterricht nach der dritten Stunde beendet, die Erst- bis Viertklässler der Grundschule Bredereiche absolvieren den normalen Unterricht. Ebenfalls nach der dritten Stunde Schluss haben die Schüler der Libertas-Schule in Löwenberg. Auch hier beteiligen sich rund 80 Prozent des Kollegiums an der Versammlung.

In Menz an der Theodor-Fontaneschule beteiligt sich dagegen die komplette Lehrerschaft an der Versammlung. "Die Eltern wurden rechtzeitig von uns informiert", so Schulleiterin Angela Stegemann. Die meisten Eltern haben es deshalb einrichten können, ihre Kinder nach der dritten Stunde selbst zu betreuen, der Rest der Schüler verbringt den Tag im Hort. Keinen Unterricht gibt es ab Mittag auch an der Stadtschule Gransee. An der kleinen Exin-Förderschule Zehdenick findet hingegen "ein ganz normaler Schultag statt", teilt Leiterin Christa Bayer mit.

Davon ist die Goethe-Oberschule in Kremmen weit entfernt. Die 15 Lehrer "sind alle weg", sagt Schulleiterin Elke Baudisch, Unterricht findet nicht statt. Die Eltern seien aber informiert. Für Kinder, die noch nicht um 10.30 Uhr nach Hause können, sei eine Beaufsichtigung und Betreuung gesorgt, so Baudisch.

Auch die Grundschule Sachsenhausen schließt, weil alle 10 Lehrer zur Versammlung aufbrechen. Die Kinder werden in Absprache mit den Eltern im Hort betreut. "Deren Verständnis ist sehr groß", sagt Schulleiterin Andrea Schild. Ähnlich ergeht es den Kindern der Linden-Schule in Oranienburg. Die meisten Lehrer sind zwar zur Personalversammlung unterwegs, so Schulleiterin Christina Schwarzbach-Jaeschke, es gebe aber zum Teil noch Unterricht und es "ist für den Notfall eine Betreuung eingerichtet".

In der Torhorstschule in Oranienburg haben die Kinder nach der dritten Stunde frei. Ihre Lehrer machen sich dann auf den Weg zur Personalversammlung. Auch am Runge-Gymnasium ist dann Schluss, weil ein Großteil der Lehrer sich abgemeldet hat.

Auf weite Teile Zehdenicks trifft das ebenso zu. Aus der Havelland-Grundschule sind "viele Kollegen" auf dem Weg zur Personalversammlung, hieß es dort. Nach der dritten Stunde öffnet der Hort. 16 Lehrer fehlen heute in der Exin-Oberschule, aber der Schülerclub ist offen. An beiden Schulen wurden die Eltern informiert.

Am Georg-Mendheim-Oberstufenzentrum mit Standorten in Zehdenick und Gransee sollen so viele Stunden wie möglich vertreten werden. Hier haben 41 der etwa 100 Lehrer angegeben, die Personalversammlung zu besuchen.

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