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WIN bei Bürgern auf Wohlwollen gestoßen

BHORN / 17.10.2009, 08:06 Uhr
() Zerpenschleuse hat jetzt alle Chancen, zu einem pulsierenden wassertouristischen Zentrum zu werden. Die Planungen für den Ausbau des Finowkanals, der in diesem Abschnitt Langer Trödel heißt, sind in die heiße Phase getreten. "Wir sind an der Schwelle zum Durchbruch. Nächstes Jahr werden die Planungen beendet und dann gibt es den ersten Spatenstich", umriss Landrat Bodo Ihrke den Zeitrahmen für die Wassertourismusinitiative Nord. Daran beteiligt sind neben dem Barnim die Kreise Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel sowie sechs Kommunen. Am Donnerstagabend wurde in der Turnhalle in Zerpenschleuse das Projekt und eine detaillierte Planung der Hubbrücken sowie deren Zeitregime vorgestellt. Mehr als 100 Bürger wollten sich das nicht entgehen lassen.

WIN bedeutet die Schaffung eines Wassersportreviers, in dem durchgängig über 340 Kilometer mit Charterbooten, wofür kein Bootsführerschein notwendig ist, gefahren werden kann. Das ist dann europaweit das größte Revier dieser Art, sagte Ralf Henning von der WIN AG. Die Schiffbarmachung der Langen Trödels gehört zu den Hauptprojekten.

Viele Hürden sind schon genommen, erläuterte Infrastrukturminister Reinhold Dellmann. So seien mit den Naturschutzverbänden Kompromisse gefunden worden, damit der Kanal auch im FFH-Gebiet zwischen Zerpenschleuse und Liebenwalde befahren werden kann. Dazu gehört unter anderem Einbahnverkehr. Fortgeschritten seien jetzt auch die Planungen für die Hubbrücke als Teil der B 109 sowie der Forststraße über den Finowkanal. Außerdem soll bei Liebenwalde eine Hubbrücke gebaut werden.

Verkehrszählungen im Sommer und in Ferienzeiten, an Wochenenden und an Werktagen ergaben, dass bei einer stündlichen Öffnung der B 109 die maximale Wartezeit nach dem zu erwartenden Bootsaufkommen sieben Minuten betragen kann. Der Rückstau auf der Bundesstraße könnte dann bis zu 300 Meter betragen. Diese Werte gebe es aber nicht oft im Jahr, im Grunde nur an den Sommer-Ferienwochenenden, erklärte Stefan Friedemann vom beauftragten Ingenieurbüro. Der mittlere Wert liege an Werktagen außerhalb der Ferienzeit bei vier Minuten. Damit Rettungsdienst und Feuerwehr nicht warten müssen, wird mindestens immer eine Brücke befahr sein, so dass die Rettungsfahrzeuge entweder über die B 109 oder über die Brücke an der Forststraße durchkommen. Hochgezogen werden die Brücken nur in der Zeit von sechs bis 22 Uhr. Der errechnete Mittelwert für einen Werktag mit den zugrunde gelegten Durchlasszeiten für die Boote bedeutet, dass sie an sechs Prozent des Tages für Autos nicht befahrbar sind.

Es gab Fragen zu den bevorstehenden Arbeiten und wassersportlichen Details - der Bau der Hubbrücken indes wurde von niemandem in Frage gestellt. Die hätten sich nach Worten der Planer, im Vergleich zum Beispiel zu einer Erhöhung der vorhandenen an der B 109, als bessere Lösung gezeigt. Sylvia Wulf wollte wissen, wie die Anlegestellen ausgestattet sein werden, die sich dann unweit der B 109 befinden. Ob des dort, wenn Boote über Nacht bleiben wollen, auch Strom, Wasser oder Duschmöglichkeiten gibt. In den Niederlanden sei das Gang und Gäbe. Das sei im Projekt WIN nicht enthalten, erläuterte Ihrke. Um diese Dinge könne sich nicht die öffentliche Hand kümmern. Dies sei dann die Sache von Investoren.

Pächter von Flächen an der zugeschütteten Schleuse wollten wissen, wie es mit ihnen weiter geht. Dazu versprach Dellmann eine gesonderte Beratung. Gefragt wurde auch nach Ersatzpflanzungen oder die Tragkraft der Brücken. Der Projektbericht soll ab kommender Woche auf der Internetseite von Wandlitz einsehbar sein, kündigte Bürgermeister Udo Tiepelmann an.

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