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10.12.2012 14:12 Uhr

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Präparator macht verstorbene Haustiere wieder "lebendig"

Waren (dapd) Mit einer weichen Bürste streicht Präparator Frank Schwartz über das struppige Fell eines weißen Malteser-Hundes. Wie genau die Haare liegen müssen, dabei hilft ihm ein Foto, das ihm die Besitzerin mitgegeben hat. Etwa zwei Wochen hat der Präparator aus Waren gebraucht, um den toten Fleau de Baron wieder "lebendig" aussehen zu lassen. Immer mehr Kunden kommen mit dem Wunsch in die Werkstatt von Schwartz, ihre geliebten Haustiere präparieren zu lassen.

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Präparator Frank Schwartz kämmt in seiner Werkstatt in Waren/Müritz das Fell des präparierten Malteserhundes Fleau de Baron.

© dapd

Nach Angaben des Bundesverbandes der Präparatoren bieten zunehmend Fachleute ihre Dienste Haustierbesitzern an. Grund sei auch, dass die Aufträge von Museen und Jägern zurückgingen, sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des Verbands, Peter Mildner. Das Präparieren von Heimtieren sei eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. "Jedes Haustier hat für den Besitzer einen individuellen Gesichtsausdruck", während bei Wildtieren auch ein Laie erkenne, dass es sich beispielsweise um einen Fuchs handele.

"Wenn man über lange Zeit ein Haustier hatte, fällt es vielen Menschen schwer, sich davon zu trennen", sagt Schwartz. Er hat Verständnis für seine Kunden, nicht selten muss er trösten. "Oft biete ich an, die Tiere noch eine Weile hier zu behalten, damit Herrchen und Frauchen sich noch einmal überlegen können, ob sie das Tier präpariert haben wollen oder nicht", sagt der Präparator.

Der Malteser zum Beispiel gehört Brigitte Lehmann aus der Nähe von Teterow. "Er war mein treuer Freund, er hat mich 13 Jahre begleitet und mir viel Freude gemacht", erzählt sie. Bei einer Operation hat er die Narkose nicht verkraftet und starb. Ihre Tochter habe sie auf die Idee gebracht, den Hund präparieren zu lassen. Wie es sein wird, den Vierbeiner leblos in der Wohnung stehen zu haben, das kann sich Brigitte Lehmann noch nicht so recht vorstellen. Aber sie ist sich sicher, "eingebuddelt irgendwo, das hätte ich nicht fertig gebracht".

Über das Internet kam die Mecklenburgerin auf Frank Schwartz in Waren. Seit zwei Jahren ist er selbstständig als Präparator tätig. Seine "Aufträge" liegen in zwei großen Tiefkühltruhen im Vorraum seiner kleinen Werkstatt. Kaninchen, Katzen, Hunde, ja sogar Hühner kommen bei ihm auf den Tisch. Die Arbeitsschritte sind schnell aufgezählt. Zuerst werde dem Tier das Fell abgezogen, dann die Haut haltbar gemacht und getrocknet. Aus Holzwolle wird dann der Körper geformt. "Es gibt heutzutage schon fertige Tierkörper in zwei Größen, aber damit arbeite ich nicht gern, schließlich hat jedes Tier seine individuellen Merkmale."

Eine Vorlage in Form einer Fotografie dient ihm dazu, das Tier genau nachzubilden. Muskel für Muskel wird geformt und angepasst, bis der Vierbeiner wieder in seine Hülle passt. "Das Entscheidende sind die Augen", ist der Präparator überzeugt. Er lasse sich die Augen aus einer Glasbläserei schicken. "Auch wenn es sich um ein totes Tier handelt, die Augen müssen echt aussehen", kennt er die Wünsche seiner Kunden ganz genau.

Gelernt hat Schwartz den Beruf des Präparators im Müritz-Museum in Waren. Danach arbeitete er mehrere Jahre im Zoologischen Museum in Hamburg. "Irgendwann wollte ich dann wieder nach Hause, nach Waren", sagt er. Zu seinen größten Exponaten, an denen er mit gearbeitet hat, gehört das NDR-Maskottchen Antje, ein Walross. "Aber auch Muffelwild, Auerhähne, Wiesel, Marder und andere Wildtiere haben bei mir schon auf dem Tisch gelegen", beschreibt er.

Diese Kunden seien aber auch wesentlich einfacher, als die Haustierbesitzer, meint er. "Manchmal muss man da auch Psychologe, Seelentröster, ja ich würde sagen: einfach ein Freund sein. Und das, obwohl man sich ja eigentlich gar nicht kennt."

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