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In Niederfinow montieren Firmen die letzten Trogteile fürs Schiffshebewerk / Betonarbeiten indes eingestellt

Baukräne trotzen Kälte und Schnee

© Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Viola Petersson / 13.12.2012, 10:45 Uhr - Aktualisiert 13.12.2012, 11:04
Niederfinow (MOZ) Schnee, Eis und Frost, so manche Baustelle im Barnim musste bereits eingestellt werden. Zwangspause. In Niederfinow indes drehen sich die Krane weiter. Dieser Tage werden die letzten Teile des Troges für das neue Schiffshebewerk geliefert.

Dem Stahlbau könne der Winter theoretisch nichts anhaben, sagt Klaus Winter vom Wasserstraßen-Neubauamt (WNA) Berlin, der den Bau des neuen Schiffshebewerkes überwacht. Fast nichts. Doch mitunter sieht die Praxis etwas anders aus. "Eigentlich sollte der Kran für den Einhub der Trogelemente schon stehen", erklärt der Bauingenieur. Wegen der schwierigen Verkehrsverhältnisse hätten die Schwerlaster mit den Kranteilen aber im Stau gestanden. Die Lieferung verzögerte sich. Und in der Folge natürlich die Montage des Kranes. Am Mittwochmittag schließlich konnte die Aktion starten.

Riesenkran hebt  3 Tage lang auf der Baustelle des neuen Schiffshebewerkes Trogteile in die Baugrube
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Baustelle Schiffshebewerk

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"Das ist der größte Kran, den wir bislang hier auf der Baustelle hatten", so Winter. Mit seiner Hilfe werden die beinahe letzten Teile des Troges in die Baugrube gehievt. Lediglich der Bereich, an dem später die Antriebsmaschine andockt, bleibe noch ausgespart. "Diese vier Elemente werden 2013 montiert." Von der Stirnseite der Baugrube aus mutet der Trog, der sich aus insgesamt 60 Teilen zusammensetzt, gar nicht so gewaltig an. "Die Perspektive täuscht ein wenig", weiß der Experte. Zwar sei die Wanne des neuen Hebewerkes nur gut 50 Zentimeter breitet als beim alten, dafür sei sie mehr als 30 Meter länger. Eine 100-Meter-Sprintbahn passt locker in den Trog. Das sportliche Maß hat freilich andere Gründe, es resultiert aus den höheren Anforderungen. Der neue Fahrstuhl wird für moderne, große Motorgüterschiffe mit bis zu 104 Containern Ladung gebaut.

Die Produktion des Troges jedenfalls sei abgeschlossen. Das Berliner Unternehmen, das dafür den Zuschlag erhalten hatte, habe längst mit der Herstellung der Kanalbrücke begonnen. "Dort erwarten wir noch vor Weihnachten die ersten vier Bodenelemente." Auch die Stahlseile, an denen der Trog hängt, seien bereits in der Fertigung - im Saarland. Vieles, so Winter, laufe hinter den Kulissen, abseits der Baustelle. Gerade im Bereich Stahl- und Maschinenbau. Unterdessen sei auch die Ausschreibung für den unteren Vorhafen vorbereitet worden. Voraussetzung für den Bau sei allerdings das Verlegen der Landesstraße L 29. Mit ihrem jetzigen Verlauf liege die Fahrbahn genau im Baufeld für den neuen Schiffsfahrstuhl, weshalb sie weichen müsse.

Auch wenn es in Niederfinow keine Winterpause gibt, so setzen die Temperaturen einzelnen Gewerken und dem Material doch Grenzen. Dies gelte vor allem für den sogenannten Massivbau, den Einbau von Beton, erklärt der WNA-Vertreter. "Minus fünf Grad sind die magische Grenze für Erd- und Betonarbeiten." Darunter sei der Aufwand einfach viel zu groß. Die Baustelle müsste beispielsweise beheizt werden, was zusätzliche Kosten verursache.

Der Frischbeton selbst müsse beim Einbau eine Temperatur von mindestens fünf Grad haben. "Wir bauen ihn bei zehn Grad ein. Dazu wird er gewärmt." Andernfalls könne das Material nicht ordnungsgemäß abbinden und es drohen Frostschäden. "Er friert sonst kaputt", erklärt Winter. Und die Qualität des Bauwerkes würde leiden. Beton sei halt ein sensibler Baustoff. Im Sommer könne es schnell für ihn zu heiß werden und im Winter halt zu kalt.

Aus diesem Grund habe man die großen Betonarbeiten jetzt eingestellt. "Der Winter kam zwei Wochen zu früh." Im November haben die Firmen - dank eines 24-Stunden-Betriebs - einen sichtlichen Fortschritt erzielt. Die Seilrollenträgerstützen seien fast zur Hälfte hochgezogen, und auch die Pylone haben die Baugrube verlassen. "Aber wir hätten gern noch zum Jahresende die Torantriebshäuser im Rohbau fertiggestellt." Es fehle allein die letzte Etage.

Positive Ergebnisse könne man von den Tests im oberen Vorhafen melden. Planmäßig wurde das Kanalbett im November geflutet. "Zumindest teilweise. Es stehen 40 Zentimeter Wasser an." Alle bisherigen Messungen bestätigen: Das Bett ist dicht.

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