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Wo das Publikum den Atem anhält

Halsbrecherisch: Nur mit Manneskraft schleudern sich die südamerikanischen Cedeno Brüder zu Salti in die Luft. Foto: Roncalli
Halsbrecherisch: Nur mit Manneskraft schleudern sich die südamerikanischen Cedeno Brüder zu Salti in die Luft. Foto: Roncalli © Foto: MOZ
Maria Neuendorff / 21.12.2012, 18:53 Uhr
Berlin (MOZ) Mit schmerzverzerrtem Gesicht fasst sich der Artist ans Bein. Doch, angefeuert vom Trommelwirbel der Roncalli-Band, stellen sich die Cedeno Brüder wieder auf, die waghalsige Nummer zu Ende zu bringen. Einer liegt rücklings auf einem Stuhl. Als wären seine Füße ein Trampolin, schleudert er damit den eben Gefallenen in die Luft. Der dreht halsbrecherische Pirouetten, um bei der finalen Landung erneut auf seinen Partner zu stürzen. Das Publikum im Tempodrom erstarrt, hält die Luft an, mag beim dritten Anlauf fast gar nicht mehr hinsehen. Doch der gelingt perfekt, die Artisten grinsen ins applaudierende Rund. Und plötzlich wird klar, dass auch das Scheitern zur Show gehörte.

Manege frei, hieß es am Donnerstagabend für den Roncalli Weihnachtszirkus, der es diesmal, außer mit der atemberaubenden Sturz-Nummer, in seinem ersten Showteil etwas gemächlicher angehen lässt. Entschleunigung scheint die Devise, wenn gleich zu Beginn ein junger Bayer über unzählige Flaschen eines Uhr-Kreises balanciert. Auch die Nummer, bei der Zirkusdirektor Bernhard Paul nach zehn Jahren selbst als Clown Zippo in die Manege steigt, ist etwas zu lang geraten, um die Aufmerksamkeit der jüngeren Zuschauer zu halten.

Doch nach der Pause wird es rasant. Artisten schlagen Salti auf einem überlebensgroßen Teufelsrad. Dressierte Shetland-Ponys in allen Größen ziehen ebenfalls ihre Kreise in der Manege. Ein Mann vollführt Bungee-Sprünge, nachdem er sich selbst ohne Gebrauch der Hände in Sekundenschnelle am rettenden Seil selbst verknotet hat.

Höhepunkt ist aber der Schweizer Komiker Claude Criblez. Mit viel Wortwitz lässt er seine selbstgebauten Zeppeline über die Köpfe der Zuschauer gleiten. Diesmal hat er einen Fisch dabei, der nicht immer das macht, was sein Meister will. Das etwas träge Tier soll durch Rauchringe fliegen, die Criblez in die Arena bläst. Das ist so lustig anzuschauen, dass die Premierengäste vor Lachen fast von den Stühlen kippten.

Bis 6. Januar im Tempodrom. Tickets unter Tel. 030/47 99 74 77 und unter www.semmel.de.

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