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Peter Liebers 26.12.2012 17:56 Uhr

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Unkonventionelles rund um Friedrich

Berlin (MOZ) Das dem Preußenkönig Friedrich II. zum 300. Geburtstag gewidmete Jahr geht zu Ende, und fast scheint es so, als wollten die Museen und Veranstalter die in sorgfältigen Ausstellungen zusammengetragenen Exponate nicht in den Depots verschwinden lassen. Das in diesem Sommer eröffnete Potsdam Museum verlängerte soeben seine Präsentation "Friedrich und Potsdam. Die Erfindung seiner Stadt" bis zum 20. Januar 2013, und die Galerie Alte Schule in Berlin-Adlershof weist als Kehraus zum Friedrich-Jahr darauf hin, dass sich kaum je so viele Künstler mit einer historischen Person auseinandergesetzt haben wie mit diesem Preußenkönig.

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Gudrun Kühne Artemis, 2011 Bronze

© Sˆren Stache

Die Malerin Dorit Bearach kuratierte diese Schau mit Arbeiten von 68 Künstlerinnen und Künstlern, sämtlich zeitgenössischen, in deren Werk Geschichtspanoramen eher nicht vorkommen. Seit Jahren prägt die in Berlin-Friedrichshagen lebende Künstlerin das Profil der kommunalen Galerie entscheidend mit. Allein 2012 präsentierte sie drei Expositionen wie "Denklandschaften", "Fotografie" und eben die aktuelle "Pomme Fritz", die zugleich die Jahresendausstellung der Alten Schule ist.

Dank ihrer zahlreichen Kontakte in Berlin, dem Brandenburger Umland und Sachsen vereint sie Arbeiten von Kollegen aller Generationen. Ihre Auswahl besticht einmal mehr damit, dass sie immer neue Seiten in deren Schaffen entdeckt. Zudem weitet sie den Horizont des Betrachters, wenn sie zu Ehren Friedrich II. ein großformatiges Foto von Nicolaus Schmidt in Nachbarschaft filigraner Arbeiten von Barbara Putbrese platziert. Aber Schmidts zunächst überraschende Fotografie eines Farbigen ("Der Junge mit dem Brill-Stecker im Ohr") passt durchaus in dieses Themenfeld, denn am Preußischen Hof waren tatsächlich Schwarze beschäftigt - und nicht nur als Lakaien.

Natürlich sucht man nach Friedrichs "Langen Kerls", und Carsten Gille löst diese Erwartung "in Öl auf Pappe" ein. Reinhard Grimm verblüfft mit seiner Kreation "Kleines preußische Exerzitium in schwarz-grün aus Stahl, Holz und Elektrik". Und Helge Leibergs ausschreitende Figur verbindet in Variation seiner vorausgegangenen Arbeiten Malerei, Grafik und Zeichnung mit mobilen Konstruktionen, deren Mechanik immer wieder zyklisch einsetzt.

Die Kuratorin Dorit Bearach integriert im Nachdenken über Friedrich II. ein von ihr seit Jahrzehnten mit Leidenschaft gepflegtes Motiv in die Ehrung für den "Alten Fritz", "Fischfeuer", eine Terracotta, die die in der Schau vielleicht etwas zu kurz gekommene Form der Skulptur in Gestalt eines Wandreliefs auffängt.

Gudrun Kühne stellt mit ihrer Bronze "Artemis", die in diesem Jahr schon in der Schau zum Brandenburgischen Kunstpreis in Neuhardenberg zu sehen war, den Bezug zu der auch am preußischen Königshof dominanten antiken Kunstwelt her. Und nicht zuletzt Peter Herrmanns Ölbild "Döner ohne Pommes Fritz" schließt den von Dorit Bearach gezogenen Kreis, in dem der Maler die Schau gleichermaßen zur Geschichte und zum Betrachter hin ironisch bricht und wieder im Hier und Heute erdet.

Bis 5. Januar 2013, Di-Do 12-19 Uhr, Fr 12-17 Uhr, Sa 15-19Uhr, Galerie Alte Schule, Dörpfeldstraße 54, Berlin-Adlershof

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