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Andreas Wendt 27.12.2012 18:54 Uhr

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Brandenburgs Kliniken klagen über Geldnot

Potsdam (MOZ) Brandenburgs Krankenhäuser schlagen Alarm: Gesundheitspolitische Entscheidungen würden immer mehr dazu beitragen, dass die Kliniken in Schieflage geraten, warnt die Landeskrankenhausgesellschaft Brandenburg (LKB). Die Gefahr von Schließungen einzelner Häuser bestehe aber nicht.

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Der Bund habe den Krankenhäusern in Ost und West mächtige Sparpakete auf die Schultern gepackt, die sie kaum tragen könnten, sagt LKB-Geschäftsführer Jens-Uwe Schreck. Mit durchschnittlich 3570 Euro lägen die Behandlungskosten pro Patient weit unter dem Bundesdurchschnitt (3960 Euro). "Wirtschaftlich geht es den meisten Kliniken inzwischen deutlich schlechter als noch 2010 und 2011", resümiert Schreck.

Das bestätigt auch Heidrun Grünewald, Geschäftsführerin des Carl-Thiem-Klinikums in Cottbus. "Trotz millionenschwerer Überschüsse der Krankenkassen bleibt die finanzielle Ausstattung der Krankenhäuser weiter hinter den Energiepreissteigungen und der Lohnkostenentwicklung zurück", betont Grünewald. Das wiederum zwinge die Häuser, "die Behandlungsprozesse weiter zu optimieren, und es ist nicht leicht, Patienten und Mitarbeiter dafür zu gewinnen".

LKB-Chef Schreck fordert eine ausreichende Finanzierung der Krankenhäuser und ein Ende der rigiden Kostendämpfungspolitik. Im kommenden Jahr dürften die staatlich festgelegten Budgets nur um zwei Prozent wachsen, die Ärztegewerkschaft Marburger Bund habe aber bereits eine neue Tarifrunde mit der Forderung nach sechs Prozent Gehaltssteigerung für die Ärzte in den kommunalen Krankenhäusern eingeläutet. "Bund und Länder müssen hier Verantwortung übernehmen und den Krankenhäusern endlich eine auskömmliche Finanzierung ermöglichen", betont Schreck.

Trotz dieser schlechten finanziellen Ausgangslage stehen nach Einschätzung von LKB-Chef Schreck gerade Kliniken im Osten vor der Herausforderung, sich nicht nur auf neue Strukturen in den dünn besiedelten Flächenregionen, sondern auch auf veränderte Anforderungen, die sich aus der demografischen Entwicklung ergeben, einzustellen. Das Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum habe beispielsweise ein neues, hochmodernes Krankenhaus-Informationssystem (KIS) in Betrieb genommen, das Voraussetzung für eine bessere Kommunikation mit niedergelassenen Ärzten ist.

In vielen Regionen würden jedoch schon heute Fach- und Hausärzte fehlen, sagt Schreck. Das führe dazu, dass Krankenhäuser häufig auch Anlaufstelle für ambulante Behandlungen seien. Mittlerweile gebe es in Brandenburg 58 Medizinische Versorgungszentren (MVZ), von denen sich fast 65 Prozent in der Trägerschaft von Krankenhäusern befinden.

Die demografische Entwicklung stellt die Kliniken vor zusätzliche Probleme: Schon heute sind nach Angaben der LKB 60 Prozent der Patienten im reiferen Alter. Die GLG Gesellschaft für Leben und Gesundheit mit Sitz in Eberswalde habe deshalb am Krankenhaus Prenzlau eine Klinik für Geriatrie eröffnet und komme damit dem wachsenden Bedarf an speziellen medizinischen Leistungen für ältere Patienten in der Region entgegen.

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