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Jäger der Lüfte erobern Zehdenick

Martin Risken / 16.01.2013, 18:13 Uhr
Zehdenick (MZV) Auf ihn scheinen die Touristiker der Region nur gewartet zu haben: Marko Loerke ist mit seiner Falknerei zurück in Zehdenick. Nach einigen Jahren auf Burg Fredenhagen und zuletzt im Wild- und Freizeitpark Allensbach am Bodensee baut sich Loerke im Saatzuchtgut eine neue Existenz auf.

Gerade ist der Falkner dabei, die riesigen Volieren auf seinem Grundstück einzurichten. Acht stattliche Greifvögel hat der in Zehdenick aufgewachsene, heute 48-Jährige aus Baden-Württemberg mitgebracht. Dort bestaunten bis zu 1 500 Menschen gleichzeitig seine Darbietungen, mit denen er jetzt auch die Region um Zehdenick beeindrucken möchte. Mit 14 Jahren bekam Marko Loerke das Buch des englischen Schriftstellers Barry Hines "Und fing sich einen Falken" geschenkt. Die in diesem Buch beschriebene Art mit Greifvögeln zu jagen, faszinierte ihn sehr, dass er bis heute den Jägern der Lüfte treu geblieben ist. Schneeeule, Uhu, Mäusebussard, zwei Steinadler, Wander- und Geierfalke sowie ein Wüstenbussard gehören zum Respekt einflößenden Inventar des Falkners. Allzu hektisch sollten sich Besucher in ihrer Gegenwart aber nicht verhalten. Wenn Marko Loerke dabei ist, dürfen sich die Besucher den Tieren aber gerne nähern, handelt es sich bei den Tieren ausschließlich um gezüchtete Exemplare. Auf Wanderungen möchte Loerke die Faszination für die Greifvögel mit den Gästen teilen. Versuche, dafür den Naturlehrpfad der Forst an der Templiner Chaussee in Zehdenick nutzen zu dürfen, sind zunächst am Widerstand der Forstverwaltung gescheitert, berichtete Loerke etwas verbittert. Nun will sich Zehdenicks Bürgermeister Arno Dahlenburg (SPD) dafür verwenden, dass Loerke den Pfad doch noch nutzen kann. "Sobald ich die Genehmigung haben, kann es los gehen. Ich will, dass die Kinder mehr erfahren über die Zusammenhänge in der Natur", so Loerke. Einen Rundweg brauche er auch, um mit seinen Tieren regelmäßig trainieren zu können. Der Naturlehrpfad wäre dafür ideal.

Gerne kommt er mit seinen imposanten Greifvögeln aber auch in Kitas und Schulen, auch für private Veranstaltungen kann er gebucht werden. Jagen will Loerke mit seinen Greifvögeln aber weiterhin nur in seiner Freizeit. Sollten ihm die Behörden aber nur Steine in den Weg legen wollen, müsste er sich wohl nach einem neuen Standort umschauen. "Aber es wäre schon sehr nett, wenn ich in Zehdenick länger bleiben könnte", sagt er.

Die Gastwirte und Hoteliers der Region, die sich am Dienstagabend auf Initiative des Fremdenverkehrsvereines Zehdenick zu ihrem ersten Wirtestammtisch in Zehdenick trafen, waren sofort von der Geschäftsidee Marko Loerkes begeistert. Endlich könne man den Gästen etwas Besonderes bieten, ohne dass diese weit fahren müssten.

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