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Im Juni beginnen die Arbeiten am Langen Trödel - erste Schiffe können in der 2015-Saison fahren

Das Ende einer Sackgasse

Blick Richtung Liebenwalde: So sieht es jetzt am Langen Trödel aus - die Bäume sind gefällt. Entstehen soll an dieser Stelle eine Hubbrücke. Foto: Ralf Hennings
Blick Richtung Liebenwalde: So sieht es jetzt am Langen Trödel aus - die Bäume sind gefällt. Entstehen soll an dieser Stelle eine Hubbrücke. Foto: Ralf Hennings © Foto: MOZ
Steffi Bey / 17.01.2013, 18:51 Uhr
Zerpenschleuse (Steffi Bey) Der Baubeginn für den Langen Trödel rückt näher: Voraussichtlich im Juni kann der erste Spatenstich für das größte Investitionsprojekt im Niederbarnim erfolgen. In der kommenden Woche endet für den Bereich Brücken die Abgabefrist der am Verfahren beteiligten Bieter.

Es kam ganz anders als geplant. Denn eigentlich sollten die Arbeiten am Lückenschluss - von der Oberen Havel zum Werbellinsee und zum Finowkanal - längst im Gang sein. Doch die Ausschreibung für die Brückenbauten und die Schleuse mussten im Sommer vergangenen Jahres aufgehoben werden. Der Grund: Die Angebote sprengten den finanziellen Rahmen des Projektes.

Jetzt gibt es einen zweiten Anlauf. "Nächste Woche werden wir die ,Brückenangebote' prüfen und den Bieterkreis für die weiteren Verhandlungen einengen", kündigt Ralf Hennings, Projektleiter der WIN AG (Wasserinitiative Nordbrandenburg) an. Wer letztendlich die Aufträge für den Bau der drei Brücken und der Schleuse - sie wird in Kürze auch neu ausgeschrieben - erhält, soll Ende Mai feststehen.

In den vergangenen Monaten hat der Wasser- und Bodenverband Schnelle Havel gemeinsam mit Planern, den Landkreisen Barnim und Oberhavel, der Stadt Liebenwalde und der Gemeinde Wandlitz die vorhandene Planung gründlich überarbeitet und nach Einsparpotentialen gesucht. Herausgekommen ist eine abgespeckte Variante mit deutlichen Kosteneinsparungen. So sollen die Stege nun nicht mehr 1,50 Meter, sondern nur noch 80 Zentimeter breit sein. Der nördliche Weg zur neuen Schleuse bekommt zudem eine Schotter-Oberfläche - geplant war ursprünglich Asphalt. Auch der Vorplatz an der Slipanlage wird nun nicht gepflastert. Der Leistungsumfang beim Ausbaggern reduziert sich ebenfalls. "Die touristische Funktionsfähigkeit des Kanals bleibt dabei aber zu einhundert Prozent erhalten", erklärt Ralf Hennings.

Der Projektleiter geht davon aus, dass Ende kommenden Jahres die Arbeiten am Lückenschluss beendet sind und im Frühjahr 2015 die ersten Boote durch den wiedereröffneten Langen Trödel fahren können.

Mit dabei ist dann garantiert Margot Ziebarth. "Wir freuen uns über die Erleichterungen beim Bootsfahren und sehen die Verzögerung gelassen", betont die Zerpenschleuser Ortsvorsteherin.

Durch den Bau von drei beweglichen Brücken und einer Schleuse können künftig Sport- und Charterboote von der Oberen Havel zum Werbellinsee und zum Finowkanal fahren. Die Projektverantwortlichen versprechen sich von dieser Durchlässigkeit auf jeden Fall überregionale Impulse für den Wassertourismus.

Die drei neuen Brücken bestehen aus Stahl und erhalten ein modernes Design.

Wenn der Lange Trödel wieder befahrbar ist, bekommt er die Funktion, die er einst hatte zurück. Denn erst durch die Zuschüttung der beiden Zerpenschleuser Schleusen in den Jahren 1924/1925 wurde der Trödel zur zehn Kilometer langen Sackgasse.

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