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Andreas Wendt 13.02.2013 19:13 Uhr

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Energiewende mit Riesen-Batterie

Berlin (MOZ) Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat am Mittwoch Deutschlands größten Stromspeicher eingeweiht. Die Zwei-Megawatt-Batterie auf dem Gelände des Vattenfall-Kraftwerks in Treptow speichert Wind- und Sonnenenergie, die bei Bedarf ins Netz eingespeist wird.

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Begehbar: So sieht Deutschlands größter Stromspeicher von innen aus.

© dpa

Dass die Energiewende nicht nur in Deutschland ein schwieriges Thema ist, weiß Bundesumweltminister Peter Altmaier nur zu gut. Um Sympathien zu wecken und Akzeptanz zu schaffen, muss sogar seine Großmutter herhalten, die sich vor Wintereinbruch erst dann entspannt in ihren Sessel gelehnt hat, wenn im Keller ausreichend Kohlen und Kartoffeln lagerten. "Speichern und konservieren", sagt Altmaier, das seien auch bei der Energiewende zwei ganz entscheidende Punkte. Vattenfall hat nun mit der Firma Eurosolid gezeigt, wie ein virtuelles Kraftwerk mit herkömmlicher und erneuerbarer Energie jonglieren und sie vor allem auch speichern kann.

Denn genau das war im kommerziellen Bereich bislang ein riesiges Problem. Wohin mit der Energie, wenn sich die Windräder drehen, aber der Bedarf nicht groß genug ist? Durch die schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien droht das Stromnetz instabil zu werden. Genau deshalb kommt Altmaier Vattenfalls Stromspeicher, der größte kommerziell betriebene in ganz Deutschland, wie gerufen. Mit ihm könnten kurzfristige Schwankungen ausgeglichen werden. "Die Energiewende wird damit beherrschbarer und hoffentlich auch preiswerter", lobt der Minister die Innovation.

Der Mega-Speicher funktioniert wie jeder haushaltsübliche Akku und kann Überkapazitäten an Strom vorübergehend speichern. "Ist im Stromnetz mehr Strom vorhanden als benötigt wird, nimmt der Stromspeicher im Rahmen seiner Kapazitäten Strom aus dem Verteilernetz auf. Wenn dann später weniger Strom im Netz vorhanden ist als benötigt, gibt der Speicher den Strom wieder an das Netz ab", erklärt Vattenfall-Sprecher Hannes Stefan Hönemann. Innerhalb von Millisekunden werde die Leistung zur Verfügung gestellt.

Eingebettet ist der Speicher in Vattenfalls virtuelles Kraftwerk, das schon seit mehr als zwei Jahren existiert und kürzlich in den Regelbetrieb übergegangen ist. In ihm sind dezentrale Stromerzeuger wie Blockheizkraftwerke und steuerbare Stromverbraucher wie Wärmepumpen zu einem Verbund zusammengeschlossen. Mit der Einbindung des Speichers ins virtuelle Kraftwerk, sagt Deutschlands Vattenfall-Chef Tuomo Hatakka, habe man das Konzept der Regelleistungsbatterie endgültig aus dem Versuchsstadium herausgeführt. Pro eingesetztes Megawatt lassen sich nach Unternehmensangaben so jährlich bis zu 2500 Tonnen Kohlendioxid einsparen.

In den nächsten Monaten, sagt Altmaier, müssten wichtige Fragen der Energiewende geklärt werden. Der Kurswechsel hin zu den Erneuerbaren müsse vor allem bezahlbar bleiben. Aus politischer Sicht seien abgestimmte Konzepte zu Ausbauzielen und -tempo mit den Bundesländern nötig. Technisch habe Vattenfall gezeigt, dass der Durchbruch bei den Batteriespeichern kurz bevorsteht. Altmaier glaubt an Innovationen wie die von Vattenfall und des Speicherherstellers Eurosolid. Wie 1991, als er in Lappland das erste Handy in den Händen gehalten habe. "So groß, so schwer und so dumm wie ein Brikett." Heute, mehr als zwei Jahrzehnte später, sei über sie die Welt in Echtzeit verfügbar.

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