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Christian Schönberg 11.03.2013 18:12 Uhr
Red. Neuruppin, lokales@ruppiner-anzeiger.de

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Seifenkisten fürs Bullenderby

Lindow (MZV) Genauigkeit kann sich lohnen: "Je präziser man arbeitet, desto schneller geht's voran." Mit solchen Sätzen spornt Leonhard Gehrmann die Lindower Jungs beim Seifenkisten-Bau dazu an, fünfe mal nicht gerade sein zu lassen - auch wenn nicht Schule, sondern Freizeit angesagt ist.

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Michael Mitschke, Leonhard Gehrmann und Dominik Otto (von links) schneiden die Grundplatte zurecht.

© MZV/Schönberg

Die Zeit nach dem Unterricht am Freitag nutzen Nick Zech, Dominik Otto, Michael Mitschke Patrick Gassner und Norbert Mittelstädt schließlich für etwas Großes: dem Bau eines flinken Fahrzeugs fürs traditionell Bullenderby am 20. April, das der Ruppiner Anzeiger präsentiert. Zwei Leute sollen reinpassen und schnell soll die Bullenkist natürlich rollen. Da kommen das gute Auge und der Sachverstand von Leonhard Gehrmann genau richtig.

Auf dem Hof des Bürogebäudes der Mobilen Jugendarbeit Lindow wird seit Kurzem im Rahmen der Vorbereitungen des Bullenderbys gesägt, geschraubt und wieder Maß genommen. Waren bei einem ersten Termin im Februar noch Abstimmungsfragen zu klären, wurde vorigen Freitag erstmals das Werkzeug ausgepackt. Gehrmann ist für MJL-Leiter Uwe Flock, der alles koordiniert, der technische Beistand. "Zwei Seifenkisten wollen wir fertig bekommen", sagt Flock, der selbst aus eigenem Fundus Werkzeug beigesteuert und das Material vom Baumarkt beschafft hat.

Insofern ist jetzt alles da. Nur Räder müssen noch von irgendwoher besorgt werden. Eine Seifenkiste stelle diesbezüglich nicht die höchsten Ansprüche: "Sie könnten von einem Rollstuhl sein oder auch von einem Kinderwagen", sagt Flock. Ebenfalls benötigt werden noch Teile für die Lenkung. "Wir haben ein Ohr für jeden, der da etwas zu Hause stehen hat, nicht mehr braucht und abgeben kann", sagt Flock.

Davon, dass alles noch nicht beisammen ist, lassen sich die fünf jungen Leute die Baulaune nicht verderben. Mit viel Engagement und der Überzeugung, dass Leonhard Gehrmann ihnen jede Unsicherheit nehmen wird, gehen sie ans Werk.

Gehrmann hilft ehrenamtlich mit. Er weiß nicht nur, wie wichtig das genaue Anlegen des Zollstocks ist. Er greift auch mit zu, wenn eine Schnittlinie mit der Stichsäge etwas schief zu laufen droht. Dabei ist für ihn klar, dass man nicht alles auf einmal wollen kann. "Wir machen das alles Schritt für Schritt", sagt Gehrmann. "Wichtig ist, dass das meiste von den Kindern selbst kommt und ich ihnen nicht alles vorgebe." Das beinhaltet nicht nur die Bedienung der Werkzeuge. Auch das strategische Vorgehen zählt. An welcher von zwei aufgezeichneten Linien sollte die Säge zuerst angesetz werden? An welchen Stellen sollten die Schrauben 'rein, damit alles schön stabil wird? Zu solchen Fragen lässt Gehrmann die jungen Seifenkisten-Bauer selbst nach Antworten suchen. Und sie erweisen sich tatsächlich als wissbegierig und findig.

Gerade dieser pädagogische Ansatz ist auch Flock wichtig: "Es kann durchaus sein, dass solche Arbeiten hier bei der späteren beruflichen Orientierung eine Rolle spielen", sagt er. Gerade deshalb würde er sich wünschen, dass noch ein paar Jugendliche auf den Zug aufspringen und mitmachen beim Seifenkistenbau. "Wir sind für jeden offen. Wer Interesse hat, kann sich gern melden."

Schließlich soll für die eifrigen Baumeister nach dem Bullenderby nicht alles vorbei sein. Aus der Seifenkisten-Werkstatt heraus soll ein Reparatur-Service für Fahrräder entstehen. Wer etwas zu reparieren hat, kann sich dann bei der MJL melden. Die Kinder und Jugendlichen kümmern sich darum, dass an dem Fahrrad alles läuft, und lernen so, noch ein Stück weit mehr Verantwortung zu übernehmen - Erfahrungen, die ihnen später den Schritt in den Berufsalltag leichter machen dürfte.

Die Mobile Jugendarbeit Lindow ist unter (033933) 90552 oder (0152) 24393014 zu erreichen.

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