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Erstmals will Missbrauchsopfer Entschädigung von Kirche in Polen

26.03.2013, 12:38 Uhr
Warschau/Kolobrzeg (dpa) Erstmals in Polen will ein Missbrauchsopfer eines katholischen Priesters eine Entschädigung von der Kirche einklagen. Ein heute 25 Jahre alter Mann, der als Zwölfjähriger im nordwestpolnischen Kolobrzeg von einem Priester sexuell missbraucht wurde, will vom Bistum 100 000 Zloty (25 000 Euro) Entschädigung für die erlittenen seelischen Schäden verlangen. "Mein Leben wurde zerstört" sagte er dem Rundfunksender TOK FM. "Ich bin entschlossen, zu kämpfen."

Der Priester, der ihn vor mehr als zehn Jahren missbrauchte, wurde in zwei Instanzen zu zwei Jahren Haft verurteilt. Der 25-jährige ist überzeugt, dass die Vorgesetzten des Pfarrers, der auch noch andere Jungen missbrauchte, die pädophilen Neigungen des Priesters kannten, aber nichts unternahmen.

Die polnische Bischofskonferenz hatte vor einem Jahr ein Dokument veröffentlicht, in dem sie sich zun "null Toleranz für Pädophile" bekannte. Gleichzeitig aber betonte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Józef Michalik, die Kirche fühle sich nicht zur finanziellen Entschädigung der Opfer verpflichtet.

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gregmann 28.03.2014 - 14:47:54

OFFENER BRIEF AN DIE KATHOLISCHE KIRCHE

'OFFENER BRIEF AN DAS ERZBISTUM KÖLN! Ihr Schreiben vom 10.02.2014/Offener Brief/Erzbistum Köln Sehr geehrte Frau Pesch! Hiermit nehme ich ausführlich Stellung zu Ihrem Schreiben vom 10.02.2014. Die Aussage, mein Großvater sei nur ein Aushilfe gewesen ist eine ungeheuerliche Frechheit. Sie entspricht nicht der Wahrheit und wird von mir massiv bestritten. Er war ein hauptberuflicher Küster. Wieder eine von diesen typischen und widerlichen Lügen, mit denen Sie sich aus der Affäre ziehen wollen. Bereits in Ihrem Schreiben vom 26.05.2011 haben Sie auf inpartinente Weise die Tatsachen verdreht. Sie haben damals geschrieben, es wäre sicherlich sehr schmerzhaft gewesen, dass mir in der Vergangenheit von der Familie niemand geglaubt hättte. Die Familie weiss gennau Bescheid, aber leugnet, verleumdet und vertuscht seit mehr als 40 Jahren auch mit der Hilfe von Anwälten die Wahrheit. Sie helfen Ihr dabei. Legen Sie Beweise für Ihre Behauptung vor, mein Großvater sei nur eine Aushilfe gewesen. Aus den fünfziger, sechziger, siebziger und achtziger Jahre des 20. Jh. haben Sie doch überhaupt keine Unterlagen mehr. Das hat Ihnen doch meine Familie als Gegendarstellung geliefert um zu verhindern das mir Gerechtigkeit widerfährt. Wenn Sie Kontakt zu meiner Mutter und zu meiner Familie hatten, verlange ich hierzu eine schriftliche Auskunft und Bestätigung. Sie haben dann einen sehr schweren Fehler begangen. Ich bin das Opfer und Sie sind auf mich zugekommen und haben mir einen Ausgleich angeboten. Sie sollten diesen Ausgleich zahlen. Ich werde keinen Abstand von meinem Antrag nehmen. Ich fordere 50.000 £ Schmerzensgeld und eine Bescheinigung, in der Sie mich als sexuelles Missbrauchopfer der katholischen Kirche anerkennen und mir dafür ein Schmerzensgeld nach $ 253 Abs. 2 BGB zahlen. Ich werde nichts anderes akzeptieren. Wenn Sie ablehnen oder mich mit ein paar Therapiestunden abspeisen wollen, so lehne ich dies ab. Wenn Sie meinen Antrag, so wie er von mir gestellt wurde, und das ist gerechtfertigt, ablehnen, so wird dies schwerwiegende familiäre Konsequenzen haben. Anschließend werde ich das Erzbistum Köln in einem spektakulären Medienprozess dafür verantwortlich machen und sehr schwere Vorwürfe erheben. Sie haben in Ihrem Schreiben vom 19.11.2013 mir ein Gespräch mit einer Verantwortlichen für Küster,- und Folgeberufe sowie dem Leiter der Präventionsstelle angeboten. Daraus wurde nun plötzlich nur noch eine Diplom Psychologin. Sie haben es mir also zum Nachteil ausgelegt, dass ich aus gesundheitlichen Gründen nicht reiseuntauglich bin. Das kann ich nicht akzeptieren. Sie versuchen sich rauszuwinden. Ich fordere Fr. Hübner und Hr. Vogt auf nach Hamburg zu kommen. Ich werde nicht nur mit einer Psychologin sprechen, die von Ihnen vermutlich dazu beauftragt wurde mich zu begutachten und dazu umzustimmen mit ein paar Therapiestunden zufrieden zu sein, bzw. Ihnen die Empfehlung aussprechen soll, mich mit Therapiestunden abzuspeisen. Das ist inakzeptabel. Sie haben die Sache begonnen, nun bringen Sie sie anständig zu Ende und bewilligen meinen Antrag. Ein Gespräch nur mit dieser Psychologin würde einen völlig anderen Charakter haben, abgesehen davon das es ohnehin nur in Beisein meines Anwalts stattfinden würde. In Ihrem Schreiben vom 19.11.2013 haben Sie mich aufgefordert meine persönlichen Vorwürfe gegenüber dem Erzbistum Köln darzulegen. Nun, da Ihre Verantwortlichen kneifen, nicht nach Hamburg kommen wollen - dies ist eine Schande für Ihre Kirche, darüber werde ich Bischof Ackermann informieren - und eine Psychologin nicht gerade die geeignete Person hierfür ist, werde ich dies per Mail tun. Es ist doch offensichtlich, in welche Bahnen Sie das Gespräch mit einer Psychologin lenken wollen. Ich werde nicht akzeptieren, dass Fr. Dipl. Psychologin Gabriele Anders mich im Auftrag des Erzbistum Köln diskreditiert und dann die Empfehlung ausspricht, mich mit Therapiestunden abzuspeisen. Fr. Anders ist weder zuständig für Küster,- und Folgeberufe noch leitet Sie eine Präventionsstelle. Hier mein direkter persönlicher Vorwurf an das Erzbistum Köln: Sexueller Missbrauch in der römisch-katholischen Kirche ist ein Phänomen, das seit Mitte der 1990er Jahre weltweit größere öffentliche Aufmerksamkeit erhält. Die Sensibilisierung für das frühere Tabuthema hat viele Opfer ermutigt, selbst noch 30 oder 40 Jahre nach den Vorfällen ihre traumatischen Erlebnisse öffentlich zu machen. Sie berichten sowohl über Fälle sexuellen Missbrauchs, insbesondere durch Priester, Ordensleute und ANGESTELLTE ERZIEHER innerhalb der römisch-katholischen Kirche an ihren SCHUTZBEFOHLENEN und Untergebenen, als auch über den damaligen Umgang kirchlicher Stellen mit den Tätern und Opfern. Auch ich habe in diesem Zusammenhang den Mut gefasst und bin 2008 in die Öffentlichkeit gegangen. Dafür wurde ich, auch von Ihnen nur mit Lügen und Verachtung abgestraft. Ihr Umgang mit den Opfern ist eine Katastrophe. Mein Großvater war ein hauptberuflicher Küster von 1955-1985. Er durfte die Kommunion austeilen. Er hatte das Sorgerecht an mir, bedeutet er war erziehungsberechtigt. Er war somit ein angestellter Erzieher in der katholischen Kirche und ich bin ein Schutzbefohlener gewesen. Unter schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern versteht das Gesetz, wenn der volljährige Täter in das Kind eindringt; wenn das Kind Gefahr läuft, eine schwere Gesundheitsschädigung oder Schädigung der körperlichen oder seelischen Entwicklung zu erleiden. So ist mir über die Dauer von drei Jahren zwischen meinem sechsten und neunten Lebensjahr geschehen. Diese traumatischen Erlebnisse haben seit 2005 zu einer totalen Arbeitsunfähigkeit geführt. Hierfür fordere ich 50.000 € Schmerzensgeld. Zu den Schutzbefohlenen zählen Kinder, die einer Person zur Erziehung, zur Ausbildung oder zur Betreuung in der Lebensführung anvertraut oder ihr im Rahmen eines Dienst- oder Arbeitsverhältnisses untergeordnet sind. Das legt § 174 des Strafgesetzbuches fest. Natürlich ist mir bewusst, dass ich nach mehr als 40 Jahren keinen rechtlichen Anspruch mehr habe, aber ich zählte damals zu diesen schutzbefohlenen Kinder und war einer Person zur Erziehung, zur Ausbildung und zur Betreuung in der Lebensführung anvertraut worden, die in einem hauptberuflichen Arbeitsverhältnis in der katholischen Kirche stand, nämlich meinem Großvater. Damit dürften meine persönlichen Vorwürfe gegenüber dem Erzbistum Köln ausreichend dargestellt sein. Ich fordere dafür einen fairen und gerechten Ausgleich in Höhe von 50.000 € oder sogar mehr. In meiner Familie herrscht seit mehr als 40 Jahren das 'Schweigen der Quandts'. Ich kann Sie nur eindringlich davor warnen die Lügen und falschen Darstellungen meiner Familie zu glauben. Sollten Sie das dennoch tun, beschmutzen Sie Ihre ohnehin nicht ganz saubere Kirche mit zusätzlichem großen Unrecht und Unheil. gez. Gregor Erdmann Betreff: Nachtrag zu meinem Schreiben vom 13.02.14 mit Bezugnahme zu Ihrem Schreiben vom 10.02.14. Sehr geehrte Frau Pesch! Wenn die Verantwortlichen für Küster,- und Folgeberufe sowie der Präventionstelle, Fr. Hübner und Hr. Vogt nicht nach Hamburg kommen wollen, so ist das beschämend. Ich werde auf keinen Fall nur mit einer Psychologin sprechen. Sie versuchen den Fall zu einem einvernehmlichen Ende zubringen, ohne zu zahlen. Dies ist absolut inakzeptabel. Wenn ich mit Fr. Anders spreche, dann nur, wenn die unten aufgeführten Mitglieder der Kommission im Erzbistum Hamburg ebenfalls anwesend sind. Ansgar Thim, Domkapitular Uwe Ladleif, Diplom-Sozialpädagoge, Hamburg Frank-Eckhard Brand, Rechtsanwalt, Lübeck Dr. theol. Klaus Kottmann, Offizialatsrat, Hamburg Mary Hallay-Witte, Geschäftsführung der Fachstelle für Prävention, Aufarbeitung und Opferschutz, Hamburg Von meiner Seite wird mein Anwalt dem Gespräch beiwohnen. Ort und Zeitpunkt werden aus gesundheitlichen Gründen nach Absprache von mir festgelegt. Ich habe inzwischen einen Kostenvoranschlag machen lassen. Ein sechswöchiger Aufenthalt in einer Privatklinik (ohne jegliche Kassenzulassung) speziell für Opfer sexuellen Missbrauchs kostet nochmal 12.000 €. Ich werde keinen Abstand von den 50.000 € und der Schmerzensgeld-Becheinigung (deren genauer Wortlaut von meinem Anwalt festgelegt wird) nehmen. Weiterhin fordere ich eine Bescheinigung, in der sie meinen Großvater namentlich als Täter nennen. Beide Bescheinigungen müssen von Bischof Stefan Ackermann unterschrieben sein. G. Erdmann Oliver Vogt, PräventionsbeauftragterLeiter der StabsstelleErzbistum Köln | GeneralvikariatStabsstelle Präventionsbeauftragter Gereonstr. 16 | 50670 KölnPostanschrift:Erzbistum Köln | 50606 Köln Telefon 0221 1642 1800Telefax 0221 1642 1501 oliver.vogt@erzbistum-koeln.dewww.erzbistum-koeln.dewww.praevention-erzbistum-koeln.de Sehr geehrter Herr Bischof Ackermann! Im Frühjahr 2011 hat die katholische Kirche einem damalig 9-jährigen Opfer, dass mehrfach vergewaltigt worden ist, 50 000 € gezahlt. Hierzu ist am 25.05.2011 im Berliner Tagesspiegel ein Artikel erschienen. Obwohl es bestimmt grausam gewesen ist, was diesem Opfer angetan worden ist, so wurde es bestimmt nicht halb mal sooft sexuell missbraucht, wie ich in diesen 3 Jahren meiner Kindheit. Ihre Aufgabe kann erst als aufgearbeitet, erledigt und abgeschlossen bezeichnet werden, wenn die katholische Kirche mir eine Entschädigung von 50 000 € gezahlt hat. G. Erdmann

Michael Skiendzielewski (USA) 28.03.2013 - 00:44:48

Michael Skiendzielewski (USA)

Archbishop Józef Michalik, the church did not feel obliged to provide financial compensation to victims........ This fine archbishop would use what other alternatives to provide relief to the victims and their families from the years of pain, suffering, humiliation, degradation, depression, anxiety, hopelessness and isolation that results from the sexual abuse of young children and young adults? Archbishop, what specifically are your remedies now that certain clergy through criminal acts have destroyed the lives, spirits, souls and minds of certain young children?

Frank Douglas 27.03.2013 - 12:59:52

Mr.

The Catholic Church will be paying compensation to sexual abuse victims for decades.

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