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Detlef Klementz 13.04.2013 07:25 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

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"Willensstärke wurde uns vermittelt"

Und Uwe Grieger Strausberg (MOZ) Innenminister Dietmar Woidke (SPD) hat sich am Freitag über die ProjekteHaftvermeidung durch Soziale Integration (HSI) und Anti-Aggressivitätstraining (AAT)informiert. Dazu besuchte er das Mediationsbüro MOL des Projektträgers Jugendwerkstatt Hönow.

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Ganz aufmerksam: Innenminister Dietmar Woidke hört Jugendamtsleiter Thomas Böduel zu. Im Hintergrund steht Projektleiter Karsten Uther

© MOZ Gerd Markert

Jugendamtsleiter Thomas Böduel berichtete zu Beginn des Meinungsaustausches von ansteigenden Zahlen bei strafauffälligen Jugendlichen im Landkreis. Als Beispiele nannte er neben anderen auch Zwölf- und 13-Jährige. Die Gefahren der Rückfälligkeit könnten reduziert werden, "wenn die Leute in Beschäftigung kommen würden".

Hier knüpft das Projekt Haftvermeidung durch Soziale Integration an, in dem mehr als ein Dutzend Partner netzwerkartig zusammenwirken. Clemens Russell und Karsten Uther standen Rede und Antwort. Demnach nehmen in Strausberg derzeit 20 Jugendliche an dem Projekt teil, in Bad Freienwalde sind es vier. Für mehr Teilnehmer fehlten die Kapazitäten. Die Abbrecherquote liege bei 20 Prozent, die der Teilnehmer mit Migrationshintergrund bei fünf Prozent.

Eingeladen waren auch drei Projektteilnehmer, Aytug hat auch beim Anti-Aggressivitätstraining mitgemacht. Geldmangel habe ihn seinerzeit zu den Straftaten verleitet, antwortete er auf eine entsprechende Frage. Und weil er aus seinem "alten Leben raus will", mache er bei den Projekten mit. Auch Evan will sein Leben neu ordnen. "Da braucht ihr einen festen Willen", sagte Minister Woidke und freute sich über Evans Antwort: "Willensstärke wurde uns hier vermittelt."

Woidke würdigt die beiden Projekte. Einzelbetreuung sei nicht bezahlbar, stellte er klar. Aber die Unterstützung der Jugendlichen mit schlechten Voraussetzungen sei auf jeden Fall der billigere Weg für die Gesellschaft als ihr Abrutschen in die Kriminalität. Wobei er billig nicht falsch verstanden wissen wollte.

Landrat Gernot Schmidt warf ein, dass jeder fünfte Jugendliche in Märkisch-Oderland "nicht berufsleistungsfähig ist" und sprach von "viel Arbeit, die da auf uns zukommt". In dem Zusammenhang bemängelte er, dass das derzeitige Förderschulsystem für die Schüler "keine Abschlusslösung" anbiete und verwies dabei auf das Teilfacharbeitersystem zu DDR-Zeiten: "Das war effektiver."

Am Vormittag hatte sich Dietmar Woidke gemeinsam mit Mike Schubert, Chef des Landeskatastrophenstabs, in Seelow über die Katastrophenschutzplanung im Landkreis informiert. Beide zeigten großes Interesse an der Umsetzung der Sofortpläne des Landes für die Instandsetzung der großen Vorfluter im Oderbruch und der Ortsentwässerungen.

Landrat Schmidt machte deutlich, dass eine Ausschreibung der Deichpflege, wie sie das Umweltministerium mit der Kündigung des Vertrags mit dem Deichverband vorbereitet hat, nicht hinnehmbar sei. Der Minister pflichtete ihm bei. Er unterstütze die Position der Landräte, wonach diese Pflege der Hochwasserschutzanlagen als hoheitliche Aufgabe einzustufen sei. Dies müsse gesetzlich geregelt werden.

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