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Dietmar Rietz 07.05.2013 04:12 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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Mörderische Schwester im Ökodorf Brodowin

Brodowin (MOZ) Mord in Brodowin? Ein Mordsvergnügen erwartete die Gäste im Restaurierungsatelier von Volker Ehrlich in der Brodowiner Dorfstraße 86 am Sonnabend. Die Krimiautorin Ria Klug folgte der Einladung von Martin Flade und des Vereins Ökodorf Brodowin und servierte in der langen Nacht kurze Auszüge aus ihrem jüngsten Krimi "Lausige Mauscheleien".

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Aus dem Klub der Mörderischen Schwestern: Ria Klug mit ihrem jüngsten Krimi "Lausige Mauscheleien" im Restaurierungsatelier in Brodowin.

© Dietmar Rietz

Besondere Kennzeichen der Krimiautorin, so heißt es: Sie macht rücksichtslosen Gebrauch von der Sprache und trifft gerne dahin, wo es weh tut. Dem einen oder anderen bekannt sein dürften ihre kriminalliterarischen Delikte "Kleine Betriebsstörung" (2011), "Schnicksenpogo" (2012) sowie eben "Lausige Mauscheleien" (2013). Ria Klug wurde 1955 im hessischen Herborn geboren, wurde Tischlerin und begann 2008 mit dem Schreiben von Krimis. Die Anregungen dazu bekommt sie aus Zeitungen, erzählt sie. Alles andere sei eine Frage der Recherche und Handwerk. Seit 2009 ist sie Mitglied im Berufs-Netzwerk der Krimi-Autorinnen "Mörderischen Schwestern." Neuerdings publiziert sie auch unter dem Pseudonym Edi La Gurki triviale Kurzkrimis. Ria Klug ist eine Großstadtpflanze in der Provinz. Jeans, weiße Bluse, Kette mit grünen Perlen, Halstuch, Brille, schütteres weißblondes Haar. Vor dem Lesen setzt sie eine Postmütze auf ("Das mache es amtlicher", sagt sie.) und setzt sich auf den mit grünem Samt bezogenen Armstuhl. Neben sich eine Retro-Stehlampe - im Original mit Glastropfen. Vor einem Dutzend Zuhörer in Korbsesseln beginn sie zu lesen. "Lausige Mauscheleien" ist ein Großstadtkrimi mit kleinen Alltagshelden und Schurken mit exotischem Hintergrund. Ein wenig Zeitungsstory-Lyrik. Eine Berliner Großklinikum wird im Krimi privatisiert. Ein Gesundheitsmulti übernimmt es. Teile der Belegschaft demonstrieren lautstark. Eine Pressekonferenz endet abrupt im Aufruhr Protestierender. Der Enthüllungsjournalist Nick Radek wird später erschlagen aufgefunden.

Es dauert eine gefühlte Leseewigkeit, ehe die erste Leiche im Krimi auftaucht. Am liebsten würde die Autorin aus dem Klub der "Mörderischen Schwestern", ganz auf Tod und Leichen verzichten, aber das wäre dann ein spannungsfreier Krimi, eine ganz neue Gattung, schwer verkaufbar. Manche "Lausige Mauschelei" im Krimi erschließt sich auf die Schnelle nur dem Zuhörer, der mindestens das Erstlingswerk "Kleine Betriebsstörung" verschlungen hat. Das liegt mit einigen anderen auf einem Klapptisch im Atelier zum Verkauf aus.

Zurück zum Buch: Nel Arta, Bekannte des Mordopfers, ist bei einem Magazin untergekommen. Sie und ihr Chef fragen sich, ob die brisanten Neuigkeiten über die Geschäfte des Konzerns, die ihr Radek zuflüsterte, etwas mit dem Mord an dem Journalisten zu tun haben. Unmittelbar vor seinem Tod hatte Radek ihr ein Foto gemailt, auf dem eine Person abgelichtet ist, die Nel in unguter Erinnerung hat. Als sie beginnt herumzustochern, wird sie zur Zielscheibe einer Bande von Mördern, Brandstiftern und Entführern. Nel findet einen toten Arzt, ihre Wohnung fackelt ab und vor ihrer Nase sprengt eine Explosion Informanten weg. Wie die Story endet? Wer das wissen will, muss das Buch selbst lesen. Mordsschwester Ria enthüllt dafür noch eine Passage aus dem Organspende-Krimi "Kleine Betriebsstörung". Als die Sterne am Brodowiner Himmel entzündet werden, endete ein mörderisch langer Leseabend im friedlichen Dorf.

Ria Klug ist verheiratet und lebt mit Frau und Tochter. Dort engagiert sie sich für den CSD und die Vereinigung "Queerkids". Die 8. Ostdeutschen Krimitage "MordOst" finden bis zum 22. Juni auch in Brandenburg statt. Viel Zeit für Morde, Untote und viel Blut. Und jede Menge Hör- und Lesespaß für Krimifreunde.

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