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29.05.2013 07:03 Uhr
Red. Strausberg, strausberg-red@moz.de

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Zu Fuß von Köln nach Pila in Polen

Neuenhagen (Iv) Seinen ganz eigenen Weg zu sich selbst hat offenbar Klaus Lüttgen gefunden. Der Kölner, der nach eigener Darstellung vom Alkohol abhängig war und von Hartz IV lebte, meldete sich beim Amt ab, schnürte die Wanderschuhe und machte sich auf den Weg nach Polen zu seinen Wurzeln. Nach 746 Kilometern über Landstraßen hatte er Berlin erreicht. Quartier nahm der 54-Jährige auch in Neuenhagen. Das habe ihm ein Kölner Bekannter vermittelt.

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Kartenstudium: Von Neuenhagen aus will Klaus Lüttgen über die Märkische Schweiz zur Oder und über die Grenze.

© Irina Voigt/MOZ

Das ist nicht Lüttgens erster Aufbruch. Nachdem er den Haushalt seines Vaters aufgelöst hatte - der Karnevalist hatte 20 000 Orden gesammelt - verkaufte er Teile der Sammlung und nahm 200 Stück mit auf eine 7000-Kilometer-Tour mit einem alten Damenfahrrad durch Kanada bis hoch nach Alaska. Über seine Erlebnisse und Begegnungen habe er einen Film gedreht, der auch im Fernsehen gelaufen sei, berichtete er.

"Das wird jetzt mein erste Begegnung mit Polen", so Lüttgen, der kein Wort polnisch spricht. Dabei hat er mütterlicherseits dort seine Wurzeln. Er habe seine Mutter schon sehr früh verloren, sagt er. Und nun wolle er sehen, woher sie vor der Flucht vor der Kriegsfront gekommen sei. Pila, Schneidemühl, ist sein Ziel. "Ich möchte endlich wissen, wo sie als Kind gelebt hat, wer ihre Nachbarn waren und wie sie ihr Leben dort gestalteten", sagt er. Das habe er sie alles nicht mehr fragen können.

Unterwegs will er immer wieder Halt machen, um Menschen zu treffen, die ihm empfohlen wurden. Die letzten 100 Kilometer nach Pila plant Klaus Lüttgen dann mit einem Boot zurückzulegen. Und auch dieses Reiseerlebnis will er filmen. "Täglich 30 Kilometer mit Gepäck zurückzulegen ist harte Arbeit", sagt er und. Unterstützt wird er bei seiner Aktion aus der Ferne von seiner Lebensgefährtin.

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