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Ziel: Per Ostbahn direkt nach Gorzów

DSTEINKRAUS / 03.12.2009, 07:10 Uhr
() Wer derzeit mit der Ostbahn von Berlin-Lichtenberg, Strausberg, Müncheberg, Gusow oder Küstrin nach Gorzów (Landsberg) will, der muss in Kostrzyn (Küstrin) noch umsteigen. Allerdings fährt der Zug der Niederbarnimer Eisenbahn seit Oktober über die Grenze bis Kostrzyn. Dort wartet der Fahrgast nur noch wenige Minuten auf den Anschlusszug. Die deutschen und polnischen Fahrpläne wurden angeglichen. An jedem Bahnhofsschalter kann der Fahrgast ein durchgehend gültiges Ticket lösen. Dinge, die noch vor einem Jahr nicht möglich waren. In absehbarer Zeit soll es eine Direktverbindung von Berlin nach Gorzów geben. Das jedenfalls haben Brandenburg und das Marschallamt Ende Oktober vereinbart.

"So mancher hat uns belächelt, als wir als Kreis 2006 die Interessengemeinschaft mit gegründet haben. Inzwischen springen immer mehr auf den Zug auf", so Landrat Gernot Schmidt. Das Projekt Ostbahn zeige, dass es auch für schon Abgeschriebenes eine Zukunft im Interesse der Region geben kann. Für die Bahn spielte die vor 150 Jahren gebaute Strecke kaum noch eine Rolle. Das hat sich Dank der Lobbyarbeit durch die Interessengemeinschaft grundlegend geändert. Innerhalb von drei Jahren legte die Bahn ein Paket von 40 Millionen Euro für die Sanierung des Schienennetzes zwischen Lichtenberg und Küstrin auf.

Parallel bewegte sich einiges an ersten Bahnhöfen. In Rehfelde entstand eine moderne Park &-Ride-Anlage. In Müncheberg wird am 17. Dezember der sanierte Bahnsteig eingeweiht. Am Bahnhof Seelow-Gusow wurde das elektronische Stellwerk fertiggestellt und 2010 beginnen die Arbeiten am Bahnhofsumfeld. Die Kommunen erhalten Fördermittel, um die Bahn attraktiver zu gestalten. Der Anstieg der Fahrgastzahlen um sieben Prozent gibt den Lobbyisten der Ostbahn Recht. 4000 Menschen nutzen derzeit täglich die Bahn in beiden Richtungen.

Für Polen habe die Strecke als Zubringer zur Hauptstadt Berlin große Bedeutung, so der Gorzówer Landrat Józef Kruczkowski. 60 Prozent der Bewohner der nördlichen Woiwodschaft würden die Berliner Flughäfen nutzen. Noch in diesem Jahr werde ein Vertrag zwischen der polnischen Staatsbahn und dem Marschallamt zum Ausbau der Strecke von Gorzów bis Kostrzyn unterzeichnet. In Gorzów führe jetzt wieder eine Straßenbahn zum Bahnhof. In Witnica, Santok und Zwierzyn sollen Arbeiten an den Bahnhöfen beginnen.

IG-Geschäftsführer Karl-Heinz Boßan nannte auch den einzigen Rückschlag der IG: Am 11. Dezember fährt zum letzten Mal der Nachtzug Berlin-Küstrin-Warschau. Schrittweise sollen Ersatzverbindungen geschaffen werden, sicherte Tomasz Gierczak vom Marschallamt zu.

Die Interessengemeinschaft zählte 2006 neun Gründungsmitglieder und 14 kooperative Mitglieder. Heute wirken 42 kooperative Mitglieder in der IG, darunter Kommunen auf deutscher und polnischer Seite, aber auch Institutionen und Unternehmen wie der Flugplatz Neuhardenberg. Rund 350 Menschen wirken in den zwölf Arbeitsgruppen der IG. Der Landkreis Märkisch-Oderland hat der Ertüchtigung der Strecke dem Land gegenüber oberste Priorität eingeräumt, unterstützt die Kommunen mit Fördermitteln. Neben der Bahn ist die Niederbarnimer Eisenbahn als Betreiber der Strecke wichtiger Partner.

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