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Bernauer Linke diskutieren mit Panketalern zu Busverbindungen bis nach Berlin

Über den Tellerrand geschaut

Vormittags nur im Zwei-Stunden-Takt: Stadtbus 869 fährt von Lobetal über Ladeburg nach Bernau. Vor allem die Ladeburger fordern die Verkürzung der Taktzeit auf 60 Minuten.Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Vormittags nur im Zwei-Stunden-Takt: Stadtbus 869 fährt von Lobetal über Ladeburg nach Bernau. Vor allem die Ladeburger fordern die Verkürzung der Taktzeit auf 60 Minuten.Foto: MOZ/Sergej Scheibe © Foto: MOZ/Sergej Scheibe
Sabine Rakitin / 29.06.2013, 06:36 Uhr
Bernau (MOZ) Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV)war in dieser Woche Thema einer öffentlichen Fraktionssitzung der Bernauer Linken. Gemeinsam mit ihren Panketaler Nachbarn loteten sie Verbesserungsmöglichkeiten aus.

Ist der Öffentliche Personennahverkehr noch zu retten? Frank Wruck, Geschäftsführer der kreiseigenen Barnimer Busgesellschaft (BBG), beantwortet diese Frage, die die Bernauer Stadtfraktion der Linken provzierend an den Beginn ihrer öffentlichen Sitzung gestellt hat, mit einem Ja. Selbst Fraktionschefin Dagmar Enkelmann stellt fest: "Wir haben in Bernau eine ganze Menge erreicht" und zählt auf: "Zwei Stadtbuslinien, mehrere neue Haltestellen - darunter an der Kirche und am Rewe-Markt in Schönow, eine bessere Bahnhofsanbindung, elektronische Anzeigetafeln, die Beräumung der Haltestellen im Winter..."

Doch für sie ist ebenso wichtig, beim ÖPNV "über den Tellerrand hinauszuschauen". Im konkreten Falle heißt das: bis nach Panketal. "Der ÖPNV gewinnt, wenn das, was da ist, vernünftig vertaktet wird", ist sich Dagmar Enkelmann sicher.

Doch in der Nachbargemeinde ist gerade erst beschlossen worden, ab 2014 einen jährlichen Zuschuss von 36700 Euro für eine Verbesserung des ÖPNV-Angebotes an den Landkreis zu zahlen. "Damit sollen rund 80000 zusätzliche Buskilometer finanziert werden. Die Netzverbesserung tritt insbesondere im Raum Panketal/Ahrensfelde durch Takt- und Fahrzeitenverbesserungen ein", hat Panketals Bürgermeister Rainer Fornell (SPD) zur Fraktionssitzung der Linken schriftlich mitgeteilt. "Die ÖPNV-Beziehungen zu Bernau sind bei der jetzigen für 2014 vorgesehenen Optimierung nicht im Fokus. Das könnte sich insofern als Problem darstellen, weil die Verkehrserfordernissse aus Panketal eher auf Bernau und Berlin gerichtet sind, als auf Ahrensfelde. Uns Panketaler muss meines Erachtens schon stark interessieren, wie Bürger zu den Krankenhäusern in Bernau, zu den beiden Gymnasien oder zu den Einkaufspassagen in Bernau kommen", findet Fornell.

Die Buslinie 893 (Zepernick-Buch-Ahrensfelde-Hohenschönhausen) fährt jetzt jede Stunde, mit der Anschubfinanzierung der Gemeinde dann im 20-Minuten-Takt. Die erste Stadtbuslinie endet in Zepernick. "Daraus ergeben sich möglicherweise Umstiegsmöglichkeiten für beide Linien", sagt BBG-Chef Wruck und geht damit auf eine Forderung ein, die der Vorsitzende des Bernauer Seniorenbeirates, Helmut Schubert, erhebt. Neben Schülern und Berufspendlern müssten die Älteren - in Bernau sind 8000 Einwohner älter als 65 Jahre - als weitere wichtige Nutzergruppe des ÖPNV berücksichtigt werden, sagt der Ladeburger. Dazu gehöre, dass der Stadtbus Richtung Ladeburg und Lobetal durchgängig im Stundentakt fahre und ebenso eine Verbindung von Bernau zum Heliosklinikum Buch geschaffen werde.

Stadtverordnete Margot Ziemann tritt dafür ein, "dass die Größe und Takte der Busse an die Bedarfe angepasst werden". Der Landkreis bestimme, wann, wo und in welchem Takt gefahren werde, stellt BBG-Chef Wruck klar. Das wiederum ist das Stichwort für den bündnisgrünen Verkehrsexperten aus Panketal, Jochen Bona. Er fordert die Bernauer auf, "nicht einfach durchzuwinken, was Busunternehmen und Landkreis wollen, sondern die Pläne kritisch zu hinterfragen". Denn eines ist für ihn ganz klar: "Bernau, Panketal und Buch hängen zusammen und müssen deshalb auch zusammen nachdenken".

Kommentare

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Hahmoltin 29.06.2013 - 14:24:08

Über den Tellerrand

Frau Dr. Enkelmann hat schon recht, es wurde einiges Geschaffen, anderes aber eben noch nicht. Was nützt mir eine wunderschön geräumte Haltestelle im Winter, wenn die dazu gehörigen Strassen nur mit einem Multikar vom Bauhof befahren wird, der weder die Breite eines Busses aufweist noch irgendwelchen Schnee wegschiebt/wegschieben kann. Geschweige irgendwo mit andern Mitteln als Sand gestreut wird. Wieso schaffen das andere Gemeinden z.B. Panketal. D.h. ich stehe also an einer geräumten Haltestelle aber warte auf den Bus der , Aufgrund der unzureichend bis gar nicht geräumten Strassen nicht mal ansatzweise Pünktlich kommen kann! Gleiches gilt im Übrigen für dieses Modell, was immer noch nicht fertig ist, am S-Bhf Bernau. Die Herren Entscheidungsträger werden sowieso niemals einen Fuß in einen Bus setzten, geschweige mit ihm fahren/ auf ihn warten müssen. Über die Worte von Herrn Bona braucht man nicht mal im Ansatz nachdenken. Das einzige was diese drei Orte miteinander verbindet ist eine Strasse, mehr aber auch nicht. Die Bauvorhaben/ Flächen die für den ÖPNV vorgesehen sind, sind unterdimensioniert, Panketal macht es da schon etwas besser. Und Berlin, tja, Berlin ist Arm aber Sexy, dass sagt schon alles. Faktum, ohne Geld geht es nicht. Und wer das nicht ausgeben will (von können, kann hier keine Rede sein) der muss eben mit dem mittelmäßigem Angebot leben.

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