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Heike Weißapfel 02.07.2013 18:42 Uhr
Red. Oranienburg, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

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Naturkunde als Ferienspaß

Bergfelde (MZV) Viele Kinder verbringen einen Teil der Ferien im Hort. Dort ist zurzeit nicht nur Alltag angesagt. Ausflüge stehen auf dem Programm - zum Beispiel zum Bergfelder Naturschutzturm.

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Einen guten Unterschlupf bei Regen haben Amelie, Vanessa und Laura gefunden.

© MZV

Max möchte der Feuermeister sein. Die nötigen Kienäpfel sammeln, damit es ordentlich brennt, will er aber nicht. Selbst Bäume pflanzen findet Max eher langweilig. Er kennt sich am Bergfelder Naturschutzturm bestens aus, denn er war schon öfter dort. "Wir haben hier mal ein Experiment gemacht", erzählt er und zeigt unter einen Strauch. "Da haben wir dreckiges Wasser gereinigt. Aber das Experiment wurde gestohlen", sagt er empört. Vielleicht hat das Gefäß aber auch jemand weggeräumt, der das Experiment nicht verstanden hat.

Ans Feuer geht es vorerst noch gar nicht. Max betrachtet den Tausendfüßler auf der Hand seines Freundes Leonides. Es wäre teuer, wenn Menschen so viele Füße hätten, finden die beiden, ein ganzes Schuhgeschäft müsste jeder leerkaufen, und erst die vielen Hosen von H&M! "Er hat nicht wirklich 1 000 Füße", weiß Leonides. "Es sind bloß viele. Aber er beißt", stellt er fest.

Die Kinder vom Bergfelder Campus des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks verbringen am Dienstag mit ihren Betreuern Nora Finke und Olaf Liepolt einen Vormittag im Moor und im Wald. Um die 60 Erst- bis Viertklässler verbringen einen Teil ihrer Sommerferien im Hort. Zu Schulzeiten sind etwa doppelt so viele da. So ist auch einmal Zeit für Ausflüge in kleinerer Runde.

"Die Kinder sollen etwas über die Natur erfahren und sie zu schätzen wissen", wünscht sich Olaf Liepolt. "Ein ganzes Waldprojekt wäre gar nicht verkehrt", findet auch Nora Finke.

Auf ihrem Weg zum Turm haben die Kinder am Herthamoor Station gemacht. Max und Leonides haben für diesen Spaziergang extra Gummistiefel angezogen. Die 350 Jahre alte Eiche haben sie dort bewundert. Auf dem Weg zum Turm haben die Jungen und Mädchen im Wald jede Menge Ameisen und Kröten gesehen. Auf den blühenden Blumen sitzen ein paar Bienen. Die Eidechse, die zwischen den Beeten wohnt, hat sich aber noch nicht blicken lassen, auch den Turmmäusen ist an diesem Vormittag wohl zu viel Gewusel. Naturschützer Marian Przybilla zeigt den Kindern einen blühenden Kaktus. Dem haben sogar der lange Winter und viel Schnee nichts ausgemacht.

Nach einem Rundgang über das Gelände und in den schmalen Bunker, in dem einst auch Feldbetten für die Grenzsoldaten standen, geht es zur Feuerstelle. Mit Begeisterung füttern die Kinder die Flammen mit Kienäpfeln und dünnen Zweigen. Doch Stockbrot und Marshmallows gibt's noch immer nicht. Stattdessen geht es über die steilen Treppen in die Turmetagen, wo der Biologielehrer Marian Przybilla eine kleine Hirschgeweih-Nachhilfestunde gibt. Den Ausgang auf dem Dach verhindert ein plötzlicher Regenguss - der auch dem Feuer zusetzt.

Aber die Marshmallows bleiben sowieso noch immer in der Tüte. Denn die Bergfelder Hortkinder sind auch gekommen, um eine Lärche zu pflanzen. Mit Schubkarre, Spaten und Gießkannen geht es ins Wäldchen. Es ist die 24. von 25 Lärchen, die mit einer Aktion des Deutschen Historischen Museums im vergangenen Jahr begonnen hat. Deshalb ist es auch der Baum des Jahres 2012, der nun in der Nähe des Turms auf der anderen Seite des Berliner Mauerweg in die Erde gesetzt wird. Eine Liste gibt Auskunft, wer dort schon Bäume gepflanzt hat. Die Kinder sind stolz, auch ihre Bergfelder Grundschule dort schon verzeichnet zu finden. Dann endlich ist das Stockbrot redlich verdient.

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