to_top_picture
Anmelden
Anmelden

Dienstag, 25. April 2017
ABO-ButtonePaper-ButtonKONTAKT-Button


Sie haben 8 von 10 Gratis-Artikeln gelesen.
x
Registrieren Sie sich jetzt und lesen Sie im Monat bis zu 20 Artikel kostenlos.
Jetzt kostenlos registrieren
Bereits registriert? Bitte anmelden

Thomas Pilz 12.07.2013 16:54 Uhr
Red. Gransee, lokales@gransee-zeitung.de

artikel-ansicht/dg/0/

Konversion mit Fingerspitzengefühl

Ravensbrück (MZV) Die Beräumung eines geschichtsträchtigen Ortes östlich der Gedenkstätte Ravensbrück ist nun selber Geschichte: Abgerissen und beräumt wurde die einstige sowjetische Militärliegenschaft, auf der sich Überreste des Jugend- und späteren Vernichtungslagers Uckermark befinden.

artikel-ansicht/dg/0/1/1173416/
 

Paradiesische Zustände im Fürstenberger Seenland: Die Sonne lacht, und Vertreter vieler Behörden und Unternehmen sind rundum zufrieden - vor dem Hintergrund der erfolgreichen Konversion von Flächen östlich der Gedenkstätte.

© MZV/Thomas Pilz

Am Dienstag machten sich Vertreter aller beteiligten Institutionen, Unternehmen und Behörden anlässlich einer Begehung des Geländes ein Bild vom Erreichten - auf Einladung der Geschäftsbesorgerin für das Projekt, der Stadt Fürstenberg. Grünes Licht für die nun bevorstehende Entwicklung eines Gedenkortes gaben vor allem der ehemalige und der künftige Eigentümer, sprich Bund und Land.

Es war die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die das Areal bis dato für den Bund verwaltete. Die Bewirtschaftung soll der Landesbetrieb Forst stellvertretend für das Land Brandenburg übernehmen.

Heiko Körner, zuständiger Amtsleiter in der Fürstenberger Stadtverwaltung, freute sich, dass die Ergebnisse des durchaus komplexen Vorhabens von allen Seiten gebilligt werden konnten. Nicht einfach sei es beispielsweise gewesen, die Belange des Natur- und des Denkmalschutzes auf dem Gelände unter einen Hut zu bringen.

Immerhin galt es, diverse naturschutzfachliche Herausforderungen zu meistern. Sie betrafen die Flora und Fauna auf dem viele Jahre sich selbst überlassenen Gebiet von 65 Hektar Größe, dessen Einfriedungen stolze 35 Kilometer aufwiesen, übrigens fachmännisch beseitigt von der Gesellschaft für Konversion Neuruppin. Körner zufolge konnte dank einer zeitlichen Staffelung des Rückbaus, auch durch Nachtabrissarbeiten, die Störung der Ruhe der Fledermäuse bei Tageslicht vermieden werden. Doch damit nicht genug: Schutzmaßnahmen, beispielsweise Aufhäufelungen von Feldsteinen, waren zu treffen für die Bereitstellung von Quartieren für Fledermäuse, sogenannte Gebäudebrüter und Zauneidechsen. Zu schützen waren ferner aus ökologischer Sicht sensible Trockenrasenflächen. Aber auch die umfangreichen Anforderungen der Bodendenkmalpfleger fanden nach den Worten des Fürstenberger Bauamtsleiters Berücksichtigung bei dem Vorhaben. Konsequenz daraus: Nicht alle Versiegelungen wurden beseitigt, freilich konnten aber die 23 Panzerhallen und 21 weitere Gebäude platt gemacht werden. Insgesamt betrug das Rückbauvolumen 100 000 Kubikmeter. Sage und schreibe 3 100 Eisenbahnschwellen mussten entfernt werden, 150 Tonnen Altreifen, 18 Tonnen Asbest und vier große Öltanks.

Fürstenbergs Bürgermeister Robert Philipp (parteilos) sprach von einem Meilenstein, nachdem die Kommune bereits vor wenigen Jahren das große Faserstoff-Areal rückbauen konnte. "Das ist nun das Ende der Großprojekte im Fürstenberger Seenland", erklärte Philipp. Möglich wurde es dank einer großzügigen Finanzierung. 742 000 Euro wurden insgesamt aufgewendet, 565 000 Euro konnten mit Fördermitteln beglichen werden. Fürstenbergs Eigenanteil - rund 177 000 Euro - trug im Rahmen einer vertraglichen Vereinbarung die Bima. Dafür bewährte sich die Kommune stellvertretend für Bund und Land als Bauherr, Geschäftsbesorgerin und in der Verantwortung für die finanziellen Abwicklung.

Dass der Landesbetrieb Forst das Vorhaben mit Argusaugen beobachtete, dürfte verständlich sein. Das Landesunternehmen soll die Fläche künftig bewirtschaften. Freilich soll kein Holzeinschlag stattfinden. Vollzogen wird eine natürliche Renaturierung.

Auf dem Weg zum Gedenkort, der außerhalb der Konzeption der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten entwickelt werden soll, will sich künftig die Arbeitsgemeinschaft Uckermark-Gedenkort regelmäßig treffen und Konzepte erarbeiten.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

Artikel kommentieren   Lesezeichen setzen   Nachricht an die Redaktion   Druckversion

Regionalnavigator

Landkreiskarte Brandenburg Ostprignitz-Ruppin Potsdam-Mittelmark Brandenburg/Havel
MOZ

Ort, PLZ oder Redaktion