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Schiller und die Rüdersdorfer Glocken

Das ist uns gelungen: Alfred M. Molter freut sich, dass er Daniela Lülfling von der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz für seine Idee zu dieser Ausstellung begeistern konnte. Pastor Harold Bumann (r.) hofft darauf, dass die neuen Glocken
Das ist uns gelungen: Alfred M. Molter freut sich, dass er Daniela Lülfling von der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz für seine Idee zu dieser Ausstellung begeistern konnte. Pastor Harold Bumann (r.) hofft darauf, dass die neuen Glocken © Foto: MOZ/Gerd Markert
Margrit Höfer / 24.07.2013, 07:18 Uhr
Rüdersdorf (MOZ) Bis 5. September ist im Rathaus die Ausstellung "Das Lied von der Glocke" zu sehen. Die katholische Kirchengemeinde und die Gemeindeverwaltung rühren gemeinsam mit der Staatsbibliothek zu Berlin die Sponsoren-Werbetrommel. Für ein neues Geläut für die Kirche Zur Heiligen Familie.

Alfred M. Molter ist nicht nur Mitglied der katholischen Kirchengemeinde und Sprecher der Aktion Glocken für Rüdersdorf, sondern auch Landesvorsitzender des deutschen Bibliotheksverbandes. Und hat damit sehr gute Beziehungen zur Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz.

In Daniela Lülfing, Baubeauftragte der Generaldirektion in der Staatsbibliothek, fand er eine zuverlässige Partnerin für seine Idee einer Ausstellung rund um Friedrich Schiller und sein bekanntestes Gedicht "Das Lied von der Glocke". "Wer nach Besichtigung der Schau auf den Geschmack gekommen ist, die Originale zu sehen, ist herzlich eingeladen, uns zu besuchen", sagte sie.

Während Alfred M. Molter die Redaktion für die 14 Tafeln übernahm, waren Ursula Jäcker und Denis Plepelic für das Auswählen von Texten und Bildern zuständig. Eine immense Aufgabe, bedenkt man, dass die Staatsbibliothek alles Deutschsprachige sammelt und über einen riesigen Bestand von elf Millionen Bänden verfügt. Nicht unerwähnt bleiben sollte im Kreis der guten Geister, wie Molter die vielen Helfer nannte, Steffen Boettcher, Chef von brandenburg3network und zuständig für das Bedrucken der Tafeln. "Er musste alles neu machen, nachdem ihm über Nacht die Spezialtechnik gestohlen worden war", dankte Molter für die Zusatz-Energie. Erwähnung fanden auch Norbert Schneider, Hausmeister im Rathaus, der die Tafeln an ihren Platz hing, so dass am Dienstag die Eröffnung stattfinden konnte. Und Franziska Barth, die die Öffentlichkeit zur Vernissage einlud.

Und zu der fanden sich nicht nur Kirchenmitglieder und Schiller-Fans, sondern auch der eine oder andere Sponsor, der mit Interesse die Tafeln las. Von den ersten Ideen Schillers 1787 über dessen Recherche in der oekumenischen Encyklopädie, 19. Teil von 1780 und in der Mayerschen Glockengießerei in Rudolstadt 1788. Der Bogen wird weiter gespannt über die Rolle des Gedichts im Unterricht. Es werden Zitate aufgeführt, die jedem geläufig sind wie etwa "Drum prüfe, wer sich ewig bindet, Ob sich das Herz zum Herzen findet! Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang."

"Wir haben hier schon sehr, sehr viele Ausstellungen eröffnet. Diese hier aber ist eine Premiere", sagte Bürgermeister André Schaller. Denn erstmals ist es eine Literatur-Ausstellung, die im oberen Flur zu sehen ist. Und er lud alle Interessenten ein, die Gemeindebibliothek zu besuchen, die einiges nicht nur an Schiller-Literatur zu bieten hat.

Die Ausstellung soll nicht nur zu Literatur und Schiller führen. Sie hat einen weiteren, den wichtigsten Zweck: Sie soll die Betrachter begeistern. Für Glocken allgemein. Und für die Glocken aus Rüdersdorf ganz speziell. Denn noch fehlen rund 25 000 Euro, die die katholische Kirchengemeinde für das große Vorhaben - Erneuerung des Glockenstuhls, der elektrischen Läutemaschine und des Geläuts - braucht, um den Auftrag auslösen zu können. Zwei Stahlglocken des Bochumer Vereins für Gussstahlfabrikationen hängen im Turm der katholischen Kirche an der Ernst-Thälmann-Straße, die 1905 geweiht wurde. Sie sind vom Rost zerfressen.

Rund 120 000 Euro kostet dieses ehrgeizige Unterfangen. Die Hälfte davon trägt die Kirchengemeinde. Von der Gemeinde Rüdersdorf wurden durch die Gemeindevertreter 20 000 Euro zugesagt, rund 15 000 Euro kamen durch Sponsoren von der Sparkasse MOL, über die evangelische Kirchengemeinde, Cemex und die Fels Werke (Kalkwerk Rüdersdorf) zusammen, um nur einige zu nennen. Jeder weitere Euro ist herzlich willkommen und gern gesehen. Ziel ist, dass die drei neuen Bronzeglocken erstmals zu Weihnachten 2014 das Tedeum läuten.

Wer spenden möchte, kann seine Gabe auf das Konto der Katholischen Pfarrgemeinde, Nr. 20020317, Sparkasse Märkisch-Oderland, BLZ 170 540 40, überweisen.

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