to_top_picture
Anmelden
Anmelden

Mittwoch, 26. April 2017
ABO-ButtonePaper-ButtonKONTAKT-Button


Sie haben 8 von 10 Gratis-Artikeln gelesen.
x
Registrieren Sie sich jetzt und lesen Sie im Monat bis zu 20 Artikel kostenlos.
Jetzt kostenlos registrieren
Bereits registriert? Bitte anmelden

Susanne Kübler 18.08.2013 16:59 Uhr - Aktualisiert 25.08.2013 20:15 Uhr
Red. Hennigsdorf, lokales@oranienburger-generalanzeiger.de

artikel-ansicht/dg/0/

Leser-Radtour: Auf den Spuren der Geschichte

Oberhavel (MZV) Mehr als 70 Radlerinnen und Radler sind am Sonnabend der Einladung der Märkischen Oderzeitung gefolgt, den Mauerweg zwischen Hennigsdorf und Hohen Neuendorf im Rahmen der "Tour de MOZ" zu erkunden.

artikel-ansicht/dg/0/1/1187323/
 

Hier geht's lang: Tourenleiter Gerhard Horn informiert über das Denkmal am Edelhofdamm.

© Kübler /MZV

 

 

Inmitten der temporären Ausstellung "60 Jahre Volksaufstand 17. Juni 1953" trafen sich die Freizeitradler vor dem Hennigsdorfer Rathaus, wo sie von MOZ-Mitarbeiterin Karin Ernst begrüßt wurden. Zur Einstimmung referierte Annemarie Henn von der örtlichen Touristinfo einige Fakten zur Stadtgeschichte und zur touristischen Entwicklung der Stahlstadt am Wasser. Anschließend erläuterte Tour-Leiter Gerhard Horn die geplante Strecke entlang des ehemaligen DDR-Grenzverlaufs über Nieder Neuendorf, Stolper Heide, Frohnau und Glienicke. "Wer hätte damals gedacht, dass wir uns eines Tages mal aktiv auf die Suche nach dem Mauerverlauf begeben werden?", scherzte der gebürtige Hohen Neuendorfer, bevor er das Startsignal gab.

Fotostrecke

Leserfotos: Tour de MOZ - Mauerradweg

Niedlich, weiß und wuschelig - Knut zog im Jahr 2007 die Berliner und später die ganze Republik in seinen Bann.  

Leserfotos: Tour de MOZ - Mauerradweg in Hennigsdorf © Privat / Klaus Schipp

  1 / 9  

Vier Kilometer nach Süden ging es zunächst zur ersten Station an den Nieder Neuendorfer See, durch den die innerdeutsche Grenze verlief. Hier steht einer von nur noch vier erhaltenen Grenztürmen, der gleichzeitig Führungsstelle für 18 weitere der damals 302 existierenden Wachtürme entlang des Mauerstreifens war. Natürlich nutzten viele Tourteilnehmer die Möglichkeit, einen Blick vom neun Meter hohen Turm, der heute unter Denkmalschutz steht, ins nahe Umland zu werfen.

Weiter nach Norden führte die Tour die Radfahrer entlang der Havel zum Hennigsdorfer Hafen. Den idyllischen Weg entlang des ehemaligen Todesstreifens teilten sich die Radler an dieser Stelle mit zahlreichen entgegenkommenden Teilnehmern des Berliner 100-Meilen-Laufs. Im dichten Gedränge half das hellblaue Tour-de-MOZ-Shirt, das sich die meisten der Teilnehmer übergezogen hatten, gut bei der Orientierung.

Am Hennigsdorfer Hafen überquerte die Gruppe den Fluss nach Osten auf der Ruppiner Straße bis an die Bezirksgrenze von Berlin-Reinickendorf heran. Hier ging es nach links auf einen Waldweg bis zum Golfplatz Stolper Heide. Der Geruch der Kiefern an diesem sonnig-warmen Tag entschädigte dabei für den von Wurzelwerk stark beeinträchtigten Asphaltweg. Über Frohnau führte Gerhard Horn die Radler zum Gedenkplatz für die Maueropfer am Edelhofdamm und weiter in den Glienicker "Entenschnabel".

Dort begrüßte Glienickes Bürgermeister Hans-Günther Oberlack (FDP) die Teilnehmer und zeigte ihnen die beiden originalen Mauerstücken im Silvesterweg, die die Gemeinde erst vor wenigen Tagen als neues Denkmal hat aufstellen lassen. Ein Stück weiter, in der Ottostraße, am Aagaard-Fluchttunnel, erzählte der Bürgermeister von den drei erfolgreichen Fluchtversuchen, mittels derer insgesamt 53 DDR-Bürgern einst die Flucht von Glienicker Gebiet nach West-Berlin gelang.

Auf einem sandigen Waldweg östlich der B96 fuhren die Radfahrer zum ehemaligen Wachturm Bergfelde an der Grenze zu Berlin-Frohnau, der heute als Treffpunkt für die Deutsche Waldjugend dient. Informationstafeln erinnern an die jugendlichen Menschen, denen die Flucht in den Westen nicht gelang. Fragen zum Turm und seiner heutigen Nutzung als Umweltbildungsstätte beantwortete Naturschützer Marian Przybilla, der den Turm der Deutschen Waldjugend mit angeschlossenem Ökogarten betreut.

Immer wieder kamen die Tourteilnehmer an den orange leuchtenden Informationsstelen vorbei, die kennzeichnend für den Berliner Mauerweg sind und interessierte Spurensucher über vergangenes Geschehen im ehemaligen Mauergebiet informieren.

In Hohen Neuendorf ließen die Radfahrer den Mauerweg hinter sich und fuhren entlang der Bundesstraße 96, vorbei an der "Himmelspagode", einem weithin sichtbaren Hohen Neuendorfer Restaurant, weiter nach Birkenwerder, wo sie nach 31 Kilometern zur Pause in ein Café einkehren konnten.

Fröhlich gestärkt von Kaffee und Kuchen ging es anschließend die letzten zwölf Kilometer in herrlichem Naturidyll durchs Briesetal, über die Kneipp-Anlage Birkenwerder und die Havelbaude Hohen Neuendorf auf dem Berlin-Kopenhagen-Fernradweg zurück nach Hennigsdorf, wo sich die Teilnehmer von dem Kleinod der Havelniederungen als letzte Station begeistern ließen.

Nach sechs Stunden und 43 Kilometern kam die Gruppe schließlich wieder wohlbehalten an ihrem Ausgangspunkt in Hennigsdorf an. Hier lud Karin Ernst gleich zur nächsten Tour de MOZ ein.

Fast jede Woche zwischen April und Oktober lädt die Märkische Oderzeitung alle Interessierten ein, das Land Brandenburg im Rahmen der "Tour de MOZ" mit dem Rad zu erkunden. Die nächste Tour de MOZ, die mittlerweile im elften Jahr stattfindet, startet am Sonnabend, 24. August um 10 Uhr vom Bahnhofsvorplatz Oranienburg und führt nach Norden ins Löwenberger Land. Die Radler brauchen Puste für etwa 40 bis 45 Kilometer. Die Teilnahme ist kostenlos. (sus)

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

Artikel kommentieren   Lesezeichen setzen   Nachricht an die Redaktion   Druckversion

Regionalnavigator

Landkreiskarte Brandenburg Ostprignitz-Ruppin Potsdam-Mittelmark Brandenburg/Havel
MOZ

Ort, PLZ oder Redaktion