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Der erste Deutsche im All erinnerte an seinen Weltraumflug vor 35 Jahren

Talk im Tower mit Sigmund Jähn

Erster Deutscher im All: Aus Anlass des 35. Jahrestags seines Weltraumflugs hatte der Förderverein Flugplatzmuseum Strausberg Sigmund Jähn eingeladen. Der Ehrenbürger von Strausberg berichtete faktenreich über seine Mission und aktuelle Entwicklungen
Erster Deutscher im All: Aus Anlass des 35. Jahrestags seines Weltraumflugs hatte der Förderverein Flugplatzmuseum Strausberg Sigmund Jähn eingeladen. Der Ehrenbürger von Strausberg berichtete faktenreich über seine Mission und aktuelle Entwicklungen © Foto: MOZ Gerd Markert
Detlef Klementz / 21.08.2013, 19:19 Uhr
Strausberg (MOZ) Als Premierengast seiner neuen Veranstaltungsreihe "Talk im Tower" hatte der Förderverein Flugplatzmuseum StrausbergSigmund Jähn eingeladen. Anlass war der 35. Jahrestag seines Weltraumflugs.

Kaum einer der gut 80 Plätze war frei, als Vereinsvorsitzender Horst Prommersberger "unseren Sigmund Jähn" begrüßte. Der war am 26. August 1978 gemeinsam mit Valeri Bykowski (UdSSR) in der Sojus 31 als erster Deutscher ins Weltall geflogen. Jähn ließ zu Beginn den Blick über die meist älteren Besucher schweifen, unter denen er "viele Bekannte" ausmachte. Viele von denen hätten gewiss schon gehört, was er auf Wunsch des Fördervereins zu seinem Weltraumflug und der Weltraumforschung vortragen werde, sagte der Strausberger Ehrenbürger fast ein wenig entschuldigend.

Jähn spannte den Bogen von den Anfängen der Raumfahrt über den ersten Flug eines Raketen betriebenen Flugzeugs in Neuhardenberg bis zu möglichen bemannten Flügen zum Mars, die Russland, China und die USA allein bewältigen könnten. Neu war für die meisten Gäste, dass auch die Sowjetunion in den 1960er-Jahren ein Mondlande-Programm hatte, wie Jähn im Zusammenhang mit der US-Mondlandung 1961 wissen ließ.

Detailliert berichtete der 76-jährige Strausberger über die langfristigen Vorbereitungen auf seinen Weltraumflug, für den er ursprünglich gar nicht als Nummer 1 ins Rennen gegangen sei. Dass die DDR vor anderen sozialistischen Staaten einen Vertreter um die Erde kreisen lassen durfte, hatte seiner Meinung nach mit ihrem vergleichsweise großen wissenschaftlichen Beitrag beim unbemannten Flugprogramm zu tun. Dass die Uranlieferungen der DDR bei der Entscheidung eine Rolle gespielt haben könnten, wie ein Fragesteller vermutete, konnte er sich nicht recht vorstellen.

Ansonsten bewegten sich die Fragen der Besucher im Rahmen ähnlicher Veranstaltungen. Viel Arbeit habe es im Raumschiff gegeben und wenig Freizeit. Geschlafen habe er schlecht, auch später auf der Erde, auf die das Raumschiff nach 188 Stunden und 49 Minuten wieder zurückgekehrt war.

Auch nach der Wende war Sigmund Jähn mit seinen Erfahrungen weiter gefragt. Beispielsweise im russischen Kosmonautenausbildungszentrum als freier Berater für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und für die Europäische Weltraumorganisation ESA.

"Ich hatte Glück", sagte er ganz ehrlich. Fast zum Schluss zeigte sich eine Besucherin ganz begeistert von den Aufnahmen, die Sigmund Jähn während seiner Weltraummission gemacht hat. Sie habe einige im Armeemuseum in Dresden gesehen und bekomme sie seither "gar nicht mehr aus dem Kopf". Wie man denn an diese Fotos kommen könne?, wollte sie wissen. Jähn konnte ihr helfen: "Da kommen Sie einfach mal bei mir vorbei."

Der Förderverein will künftig mehrfach im Jahr rund um das Thema Luftfahrt zu Talk im Tower einladen. Der nächste Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Fest steht bereits, dass der Förderverein am 19. September eine Tafel aufstellen wird, die an den ersten Strausberger Motorflieger erinnert. Felix Schulz war am 26. September 1913 tödlich verunglückt.

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