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Abschlusspräsentation des internationalen Symposiums in der Tabakfabrik Vierraden

Kunst-Anschlag auf Republik Clairefontaine

Oliver Schwers / 19.09.2013, 04:39 Uhr
Vierraden (MOZ) "Bombenattentat in Vierraden" titelt die Zeitung "Berliner Sonnenschein" und berichtet großformatig über einen Sprengstoffanschlag auf das neue Konsulat der Freien Republik von Clairefontaine. Die "exklusive" Sonderausgabe des Blattes ist natürlich ebenso frei erfunden wie die freie Republik. Nicht erfunden ist das Foto. Es zeigt den Eingang der Vierradener Tabakfabrik. Rauchschwarze Wände, ein Krater, aufgewühlte Erde und eine halb angebrannte Fahne lassen tatsächlich täuschend echt einen Brandanschlag vermuten. Doch gerumst und gebrannt hat es nicht in Vierraden. Stattdessen macht das Kunstbauwerk Tabakfabrik sehr eindrucksvoll auf die Ergebnisse des jüngsten internationalen Kunstsymposiums aufmerksam.

Eine Woche lang haben zwölf Künstler verschiedenster Richtungen und Herkunft die großen Hallen der alten Fabrik und die Herbergsbedingungen der eigens hergerichteten Fabrikantenvilla nutzen können, um gemeinsam oder allein zu arbeiten. Das Symposium Oder/Odra stand diesmal unter dem Zeichen ID für Identität oder Identifizierung.

Doch zunächst stoßen Besucher auf die Abkürzung UFO. Die prangt in überdimensionaler Größe in Form weißer Farbe auf den Außenfenstern des Speichers, unterbrochen vom Mauerwerk.

Drinnen wird es dunkel. Zumindest bei der Lichtinstallation in der Kelleretage. Und mit Licht spielen und experimentieren weitere Künstler auf den nach oben folgenden Ebenen. Die Objekte und Installationen sind frisch, teils mutig und haben Witz.

Mit größtem Interesse, Nachdenken und Schmunzeln liest man die Rückseiten beschriebener Postkarten, die an Fäden von der Decke hängen. Rund 500 an der Zahl, anderthalb Jahre lang täglich eine. Wie ein Tagebuch wird die so dokumentierte Reise durch Singapur und andere Länder in kurzen Notizen und Gedanken dauerhaft festgehalten. Bis hin zu der Bemerkung, dass die dicken Ratten den Appetit verderben.

Auf einem Podest liegt das autobiografisch gestaltete Buch von Moritz Wiedemann. Er liest daraus vor. An anderer Stelle nutzen Künstler Fernsehbildschirme, Leuchtstofflampen und das Mittel der Fotografie, um mit der eigenen Identität oder der Identifikation anderer auf das Thema zurückzukommen. Das Projekt wird an weiteren Orten präsentiert.

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Max Maier 19.09.2013 - 09:00:59

Gruselig

Zum fürchten was dort im mit Millionen Fördergeldern sanierten Speicher passiert. Die alten jüdischen Besitzer werden sich wohl im Grab rumdrehen was für Unfug in ihrem schönen Speicher als Kunst verkauft wird. Postkarten an Strippen von der Decke? Das verkauft uns Herr Hirsch doch schon seit Jahren als "Kunstobjekt". Bei einem meiner letzten Besuche raunte mir ein Pressevertreter auf die Frage was er hier macht zu:" Ich soll hier "Kunst" fotographieren aber ich kann keine entdecken". Geht mir auch so. Wie viele Schwedter Künstler haben eigentlich teilgenommen? Ahh, keiner......Naja, das Schauspiel muss ja nicht mehr lange sein, die Fördermittelbindungsfrist läuft bald aus..

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