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Barnimer scheinen gleich zwei Bundestagsdirektmandate an die CDU zu verlieren

Schwarzer Tag für die Linken

Sabine Rakitin / 22.09.2013, 22:56 Uhr
Bernau (MOZ) Ein Kopf-an-Kopfrennen um das Direktmandat im Wahlkreis 59 - Märkisch-Oderland/Barnim II - gab es am Sonntagabend zwischen Dagmar Enkelmann (Linke) und Hans-Georg von der Marwitz (CDU). Bis zum Redaktionsschluss lag der Christdemokrat vorn.

Für die Linken im Barnim dürfte dieser Wahlsonntag in die Geschichte eingehen. Alles sah am späten Abend danach aus, als wenn sie beide Bundestagsdirektmandate verlieren würden. Sabine Stüber zog im Wahlkreis 57 gegen Jens Koeppen von der CDU den Kürzeren und die Ikone der Bernauer Linken, Dagmar Enkelmann, dürfte ihr Direktmandat an Hans-Georg von der Marwitz (CDU) verloren haben. Der Friedersdorfer (Märkisch-Oderland) lag nach Auszählung von 355 der insgesamt 391 Wahlbezirke mit 2703 Stimmen vor der Bernauerin. Während auf den CDU-Mann 34,4 Prozent der abgegebenen Stimmen entfielen, brachte es die Linke auf nur 32,6 Prozent. Auf Platz 3 rangierte Olaf Mangold von der SPD mit 20,3 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Damit zeichnete sich gegen 21 Uhr ein Ergebnis ab, dass so mancher Linker befürchtet hatte. Von der Marwitz war schon lange von vielen als der aussichtsreichste Kontrahent von Dagmar Enkelmann begriffen worden. Enkelmann selbst hatte es Ende des vergangenen Jahres abgelehnt, als Spitzenkandidatin ihrer Partei in Brandenburg zur Bundestagswahl anzutreten. Somit ist sie nicht durch die Landesliste abgesichert und müsste ihren Platz im Bundestag, so sich denn der Trend von Sonntagabend, 21 Uhr, bestätigt, räumen.

Auch bei den Zweitstimmen war die CDU am Sonntagabend, Stand: 21.05 Uhr, im Wahlkreis 59 der Gewinner. Auf sie entfielen 32,6 Prozent der Stimmen. Auf Platz zwei folgten die Linken mit 26,0 Prozent, Platz drei ging an die SPD mit 21,8 Prozent der Stimmen. Dabei war die Diskrepanz zwischen Erst- und Zweitstimmen nirgends so groß wie bei den Linken. Dagmar Enkelmann als Person zog offenbar weitaus mehr als die Programmatik ihrer Partei.

Insgesamt waren im Wahlkreis Märkisch-Oderland-Barnim II 251576 Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben. Die Wahlbeteiligung lag bereits am Mittag gegen 14 Uhr bei nahezu 40 Prozent.

Nach dem Empfinden vieler Vorstände in den einzelnen Wahllokalen schienen mehr Niederbarnimer ihre Stimme abgeben zu wollen als bei vorangegangenen Wahlen. Das bestätigten auch Madlen Keuchel und Sabine Wolter, die im Wahllokal auf dem Schulgelände in Klosterfelde ihren Ehrendienst absolvierten. Um 12 Uhr hatten von den 1374 Wahlberechtigten bereits 445 Männer votiet - gut ein Drittel. Staunend beobachteten auch Lorenz Domke und Bastian Paarmann den Andrang. Die beiden 18-jährigen hatten sich zum ersten Mal als Wahlhelfer einsetzen lassen. Sozialarbeiter Peter Packetat hatte sie im Jugendklub angesprochen und gefragt, ob sie nicht Lust dazu hätten. Sie sagten beide sofort zu. "Ich wollte auf jeden Fall mal dabei sein", erzählt Lorenz Domke, der im kommenden Jahr am Freien Joachimsthaler Gymnasium sein Abitur ablegen will. "Mich hat es gereizt, dabei zu sein, wenn die Stimmen ausgezählt werden", sagt Bastian Paarmann, im zweiten Ausbildungsjahr zum Sozialassistenten am Oberstufenzentrum Barnim in Bernau.

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Klaus Busse 24.09.2013 - 20:05:41

Äpfel und Birnen

@J. Fuhrmann: Wie kann man denn von einer VERMUTETEN Wanderung von WÄHLERN auf ein TATSÄCHLICHES Bewußtsein von MITGLIEDERN schließen? Und womit konkret hat Herr von der Marwitz bei der Übereinstimmung von Wort und Tat gepunktet? Was haben Sie konkret im Barnim und was im Bundestag, außer seiner namentlichen Abstimmung für Kriegseinsätze und Rente ab 67, von ihm bemerkt?

Rudi 24.09.2013 - 09:11:22

Das man das noch erleben darf ! Der Osten wählt (doch nicht) rot !

Es ist fast ein Wunder, selbst in der verschnarchten DDR-Brandenburg wählt man auf einmal nicht wie immer, sondern scheint mal zu schauen, welche Leistung eigentlich erbracht wurde. Bspw. die Katastrophe in der Bildungspolitik, wo Brandenburg stets ganz hinten abschneidet. Schön, daß auch die Brandenburger aufwachen, bevor sie völlig abgehängt sind. Hauptsache, sie lassen sich bei den Landtagswahlen nicht wieder einschläfern !

J. Fuhrmann 23.09.2013 - 22:09:18

Interessante Zahlen

Wenn man sich die Zahlenverhältnisse von Erst- und Zweitstimmen anschaut, dann fällt etwas auf. Während bei Herrn von der Marwitz und der CDU das Verhältniss relativ ausgewogen ist, sieht es bei Frau Enkelmann und der LINKEN anders aus. Interessant ist dabei übrigens auch das Ergebnis der AfD. Zeitweise entprach dieses am Wahlabend sogar fast deckungsgleich den fehlenden Zweitstimmen der LINKEN. Wie passt das zusammen? Ich glaube diese Frage sollten sich die LINKEN einmal stellen. Wie links sind die LINKEN in diesem Wahlkreis wirklich? Wie steht es bei ihnen überhaupt um ihr Verhältnis von Wort und Tat? Denn genau damit hat von der Marwitz gepunktet. Einfach mal ein Tip an die Linkspartei in diesem Wahlkreis. Nur alte Parolen dreschen reicht nicht mehr. Vor allen Dingen wenn man innerlich eigentlich saraziniert ist.

Karl Sasse 23.09.2013 - 17:31:20

@Hoppegartner

Zwei Fragen: Wo hatte Herrn v.d. Marwitz' Familie das Land her? Das liegt im Dunkeln der Geschichte. Wenn Sie so von ihm überzeugt sind, warum stehen Sie nicht zu ihm mit Ihrem Namen? Bevor Sie ihn zum Heilgen küren (die Heilige Dagmar ist gerade abgetreten) :Bei der Wahlveranstaltung in Bernau hat er nicht gerade durch Kompetenz geglänzt. Und bei den Abstimmungen im Bundestag - z.B. zur Verlängerung der Kriegseinsätze der Bundeswehr- war er auch nicht gerade im Sinne der Bürger tätig. Kann es sein, dass ihm die sinnvolle Verwendung unserer Steuermittel wurscht ist?

Hoppegartener 23.09.2013 - 15:01:26

Typische Vorurteile gegen Herrn von der Marwitz

Hans-Georg von der Marwitz ist nicht nur vor Ort sehr beliebt. Dass er hier mal wieder als "Großgrundbesitzer aus dem Westen" diffamiert wird, spricht aber Bände und soll wohl alte Ressentiments wecken. Er lebt seit 1990 in Brandenburg, seine Familie kommt von hier! Dass die Familie von der Marwitz nicht ohne Grund mit Brandenburg verbunden ist (seit Jahrhunderten), ist dem Autor des Artikels offenbar egal. Dass ehemalige LPGen und heutige Agrargesellschaften viel, viel mehr Land besitzen als ein einzelner Landwirt wie Herr von der Marwitz wird auch ignoriert. Im Übrigen hat Herr von der Marwitz bei Bürgerdiskussionen in Hoppegarten und Strausberg sehr offen mit dem Menschen diskutiert. Als ich mal früher eine Anfrage hatte, wurde diese persönlich in kürzester Zeit beantwortet. Und dass Abgeordnetenwatch auch Kritik erfährt und nicht von jedem Abgeordneten begeistert genutzt wird, kann auch Gründe haben. Zumindest begründet Herr von der Marwitz seine Einstellung dazu und lädt jeden ein, sich über einen anderen Kommunikationskanal an ihn zu wenden. Ich freue mich über vier weitere Jahre mit Herrn von der Marwitz.

Leser 23.09.2013 - 13:41:18

Der Osten wählt rot .. Klar

Ich habe nicht rot gewählt... ich habe rot gesehen... vor Wut und Sorge. Ich hatte Angst vor dieser gewünschten "Planwirtschaft". Nun haben erstmal die "Roten" Ihren Denkzettel bekommen. Ich freue mich über diese Wahlergebnis

Dr.-Ing. Frank Valentin 23.09.2013 - 12:44:27

Weit weg von Wähler- oder Nichtwählerschelte, Häme oder Frohsinn.

Die Linke ist jetzt im Land fast vier Jahre Koalitionspartner einer unsäglich dummen, arroganten und untätigen SPD und die Linke erzählt immer noch, dass sie eigentlich in dieser kurzen Zeit nichts reißen konnte? Eine linke Landtagsabgeordnete erklärt uns erst unlängst , dass sie als Höchstleistung in dieser Koalition endlich Verjährungsfristen für Altanschließerbeiträge bis 2015 durchsetzen konnten ? Mehr wäre nicht möglich gewesen? Doch, es wäre mehr möglich gewesen! Wenn man die Sozen schon nicht mit geistreichen Initiativen und Aktivitäten vor sich hertreiben konnte, hätte man diese das Wahlvolk verhöhnende Schlafmützen-Koalition in Potsdam platzen lassen müssen! Allerdings ist ein gut gepolstertes Bankkonto natürlich viel schöner als der Kampf um die Interessen der eigenen Wähler und der übrigen, durch die Platzeck-Regierung gestraften Bürger. Der Wähler hat endlich einmal seine Macht genutzt hat und es hoffentlich auch gemerkt. Das Wahlergebnis ist eine denn auch eine Warnung an die Wahlgewinner, die allerdings noch gar nicht oben im Raumschiff bei den vor Siegeswonne Taumelnden angekommen ist. Ausgesprochen heißt diese Warnung ganz deutlich: Leute, wir haben euch gewählt, wir haben euch hoheitsvoll mit unserer Vertretung beauftragt. Ihr müsst jetzt etwas leisten! Für uns, für dieses Land, sicher auch für die Wirtschaft, damit wir Arbeitsplätze und Wohlstand haben. Aber denkt daran, dass wir solche Dinge wie die FDP-Steuer für Hoteliers übel nehmen könnten. Wenn ihr meint, ihr könnt uns vergessen ... siehe 22. September 2013. Es war einmal eine Partei der Besserverdiener, die hieß FDP. Die war mal früher mal sogar im Bundestag. Insofern kann ich es auch verkraften, dass für unseren Wahlkreis ein Großgrundbesitzer aus dem Westen als Direktkandidat der CDU in den Bundestag gewählt wurde, der eigentlich dort schon eine Weile sitzt, der sich weigert, z.B. auf Abgeordnetenwatch.de oder bei Wahlkampfveranstaltungen in Bernau mit den Bürgern zu kommunizieren sowie auch sonst noch nie irgendwie positiv aufgefallen ist. Auch wenn ein Kommentator hier etwas anderes behauptet Der deutsche Michel muss eben immer erst durch ein richtig übles Jammertal gehen, bevor er sich besinnt. Auf in die nächsten vier grauenvollen Jahre...

Wolfgang Mischewski 23.09.2013 - 10:57:40

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben

Denn Flächenbrand in Brandenburg, den die Alt/Neu-Anschließerbeiträge ausgelöst haben, hat mit dazu beigetragen,dass die kleine DDR-Brandenburg in normale Verhältnisse zurück katapuliert wurde. Ich habe auf der 10.Dienstagsdemo in Bernau darauf hingewiesen,das die Linke in der Bedeutungslosigkeit verschwindet, wenn sie sich nicht ernsthaft für uns Bürger einsetzt. Das es nun gleichzeitig auch die SPD erwischt ,ist noch besser. Die Parteien haben nun begriffen, das wir das Volk sind.Schicken sie ihre Genossen zu uns nach Bernau auf den "Platz des Volkes". Sie können von uns lernen, was Demokratie ist.

Rasputin 23.09.2013 - 09:54:00

Der Osten wählt schwarz – klar

MIt Hans-Georg von der Marwitz ist ein authentischer Politiker gegen Dagmar Enkelmann angetreten, der in seiner bisherigen Zeit im Bundestag gezeigt hat, dass er viel für den Wahlkreis erreicht, für Brandenburg den Mund aufmacht und trotzdem auf dem Teppich bleibt. Es ist keine Überraschung, dass er damit für viele Menschen wählbar wurde. Dass dagegen der unendliche Populismus der Linken diesmal nicht durchgeschlagen hat (siehe auch die Zweitstimmen!), ist sehr erfreulich. "Der Osten wählt rot!" – so schrieb es die Linke anmaßend auf ihre Plakate. Gut, dass es in einer Demokratie nicht immer so kommt, wie es sich die dunkelroten Genossen wünschen.

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