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Komische Oper Berlin ist "Opernhaus des Jahres"

Die Komische Oper in der Berliner Behrenstraße - nach der Zerstörung im II. Weltkrieg 1947 wiederaufgebaut und 1966/67 umgebaut - errang unter der langjährigen Leitung (1947-1976) seines Intendanten Walter Felsenstein Weltruf.
Die Komische Oper in der Berliner Behrenstraße - nach der Zerstörung im II. Weltkrieg 1947 wiederaufgebaut und 1966/67 umgebaut - errang unter der langjährigen Leitung (1947-1976) seines Intendanten Walter Felsenstein Weltruf. © Foto: dpa
01.10.2013, 09:19 Uhr - Aktualisiert 15.10.2013, 15:37
Berlin (DPA) Glitter und Glamour: Berlins Komische Oper hat sich zum kreativsten Musiktheater der Hauptstadt herausgeputzt. Sie wird von den Kritikern jetzt dafür belohnt.

 

Die Komische Oper Berlin ist "Opernhaus des Jahres". Gleich in seiner ersten Spielzeit habe Intendant und Chefregisseur Barrie Kosky mit einem bunten und vitalen Ensemble große Publikumserfolge erzielt, teilte die Zeitschrift "Opernwelt" mit. Sie hatte 50 Kritiker aus Europa und den USA zur Saison 2012/2013 befragt. Die Komische Oper war bereits 2007 gemeinsam mit dem Theater Bremen ausgezeichnet worden.

 

Auf den zweiten Platz kam das Nationaltheater in Mannheim, wo Intendant Klaus-Peter Kehr das Repertoire um wichtige Werke erweitert habe, heißt es in dem jetzt erschienenen "Opernwelt"-Jahrbuch.

 

An der Komischen Oper begeisterte die Kritiker vor allem die Produktion der "Zauberflöte" des britischen Film-Animationsteams "1927". Wie im Kino werden dabei klassische Zeichentrickfilme mit den realen Darstellern auf der Leinwand verbunden, was der Mozart-Oper auch die Auszeichnung als "Bühnenbild des Jahres" eintrug.

 

Beim Mannheimer Nationaltheater lobten die Rezensenten unter anderem Achim Freyers "Ring"-Inszenierung sowie die erste komplette Aufführung von Mieczyslaw Weinbergs Dostojewski-Oper "Der Idiot". Kehr in Mannheim und Kosky in Berlin stützten sich jeweils auf starke Ensembles, lautet das Fazit der "Opernwelt".

 

Zur "Aufführung des Jahres" kürten die Kritiker Tatjana Gürbacas "Parsifal"-Inszenierung an der Vlaamese Opera Antwerpen/Gent. Gürbaca wurde damit auch zur "Regisseurin des Jahres" gewählt. Die "Wiederentdeckung des Jahres" gab es am Theater Chemnitz mit der Urfassung von Giacomo Meyerbeers "L'Africaine" unter dem Titel "Vasco da Gama".

 

Die zeitgenössische Oper "Written on Skin" des Briten George Benjamin wurde gleich mit zwei Ehrungen bedacht - als beste Uraufführung (Regie: Katie Mitchell in Aix-en-Provence) sowie für die Hauptdarstellerin Barbara Hannigan. Die kanadische Sopranistin setze in Darstellung und Stimmentfaltung keine Grenzen, urteilten die Kritiker.

 

Als "Ärgernis des Jahres" nannten die meisten Kritiker den Umgang mit NS-Symbolen auf der Opernbühne. Zunehmend tauchten Braunhemden, Hakenkreuzbinden und Gaskammern auf. Exemplarisch stehe dafür die - mittlerweile abgesetzte - "Tannhäuser"-Inszenierung in Düsseldorf von Regisseur Burkhard C. Kosminski.

 

Für die Aufführung von Helmut Lachenmanns "Mädchen mit den Schwefelhölzern" an der Deutschen Oper Berlin wurde Lothar Zagrosek zum "Dirigenten des Jahres" gewählt, ein Erfolg, der auch Chor und Orchester gelte.

 

Von der Staatsoper Stuttgart kommt die Nachwuchssängerin des Jahres: Die aus Kroatien stammende Mezzosopranistin Diana Haller gehöre zu den jungen Belcanto-Hoffnungen. Für ihre Kostüme für "Frau Luna" an der Berliner Volksbühne sowie für Peter Eötvös' "Drei Schwestern" in Zürich wurde Victoria Behr geehrt.

 

Die Staatskapelle Dresden wurde in der ersten Saison mit Chefdirigent Christian Thielemann zum "Orchester des Jahres" gewählt. Am Theater Basel wurde der Chor ausgezeichnet, vor allem für die Mitwirkung in der szenischen Präsentation von Benjamin Brittens "War Requiem".

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