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Sabine Rakitin 13.10.2013 21:38 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Protest gegen Windräder hält an

Ützdorf (MOZ) Mehr als 100 Menschen folgten am Sonnabend dem Aufruf der Bürgerinitiative "Hände weg vom Liepnitzwald!" zum Sternmarsch nach Ützdorf.

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„In diesen Wald gehören keine Windräder“: Michael Luthardt (r.), Landtagsabgeordneter der Linken, schlägt sich auf die Seite der Bürgerinitiative und stellt sich damit gegen die Mehrheit seiner Fraktion im Landtag.

© Wolfgang Rakitin

Sie kommen aus verschiedenen Richtungen und haben zwischen vier und neun Kilometer - auch durch den Wald am Liepnitzsee - zurückgelegt: Frauen, Männer und Kinder, die verhindern wollen, dass im Liepnitzwald Windräder aufgestellt werden. Ihr Protest gegen den Umweltfrevel, für den von der Landesregierung unter Umweltministerin Anita Tack (Linke) grünes Licht gegeben wurde und der von der Regionalen Planungsgemeinschaft Barnim-Uckermark sanktioniert wird, währt bereits seit gut zwei Jahren. Unterstützt werden sie dabei von der Gemeinde Wandlitz, die unter anderem eigens ein Gutachten anfertigen ließ, um nachzuweisen, dass es sich bei den 380 Hektar Liepnitzwald, die im Zusammenhang mit dem Aufstellen von Windkraftanlagen zur Disposition stehen, um ein schützenswertes Gut handeln. "Wir haben elf Prozent Rotbuchenbestand und 66 Prozent Mischwald" listet Bürgermeisterin Jana Radant den Protestierenden am Sonnabend auf der Kundgebung vor dem "Jägerheim" in Ützdorf auf. "Jede Waldfläche ist wichtig und wertvoll. Von daher gibt es für mich keine Möglichkeit, auch nur ein Windrad im Wald aufzustellen", sagt sie unter dem Beifall ihrer Zuhörer. Die Gemeinde setze auf naturnahen Tourismus. Zur Zeit werde gerade ein Wanderkonzept erarbeitet. "Das kann nur mit den Wäldern umgesetzt werden und nicht gegen sie", ist die Bürgermeisterin überzeugt.

Michael Luthardt, Landtagsabgeordneter der Linken aus Chorin, nennt weitere Gründe, warum "in diesen Wald keine Windräder gehören". Er sei kein prinzipieller Gegner von Windkraft, sagt er. "Ich bin gegen neue Braunkohlekraftwerke, und da müssen wir auch über Windkraft reden", erklärt Luthardt. Doch es gebe "gewisse Probleme". "Jede Woche werden in unserem Land Windräder aufgestellt, aber wir haben keine Speichermöglichkeiten. Wir brauchen Speicherkapazitäten, ehe wir neue Windräder aufstellen", fordert er. Außerdem frage er sich, "ob wir unsere schöne Landschaft zubauen müssen, um Strom für Süddeutschland zu produzieren", fügt der Linke hinzu. Und solange sich die Windkraftanlagen nicht in Bürgerhand befänden, "brauchen wir hier keine Windräder - schon gar nicht in unserem schönen Liepnitzwald", findet Luthardt.

Im Dezember wird der Regionalplan erneut ausgelegt. Hans-Jürgen Klemm, Sprecher der Bürgerinitiative, ruft die Menschen im Barnim auf, ihre Widersprüche schriftlich geltend zu machen - "jeder einzeln". Das letzte mal waren es 1000 Widersprüche. "Sie haben zwei Jahre für die Bearbeitung gebraucht", frohlockt er.

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