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Ellen Werner 24.10.2013 04:04 Uhr
Red. Eberswalde, eberswalde-red@moz.de

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Wenn "Eberhard" und "Bernadette" zusammentreffen

Eberswalde (MOZ) 174 Autoren aus sieben Ländern stritten um "Eberhard". 72 Nachwuchsautoren hofften auf "Bernadette". Erstmals sind die zwei Barnimer Kinder- und Jugendliteraturpreise jetzt in einem Jahrgang vergeben worden. Der mit 2500 Euro dotierte Hauptpreis geht nach Frankfurt am Main.

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Schwein gehabt: Annegret Böhme (48), freiberufliche Journalistin und Autorin aus Frankfurt am Main durfte den 17. Eberhard mit nach Hause nehmen.

© MOZ/Thomas Burckhardt

Sie habe Schwein gehabt, "im wahrsten Sinne des Wortes", behauptet Reinhard Griebner. Nicht nur das Preisgeld geht an Annegret Böhme, "sondern auch eines der charmantesten Schweine Deutschland", weiß ihr Laudator aus erster Hand. Der Autor, Journalist und "Eberhard"-Juror hielt die vom Eberswalder Metallbildhauer Eckhard Herrmann geschaffene Bronze im Jahr 1999 in den Händen.

Im Paul-Wunderlich-Haus rechnete Griebner gestern vor, dass die Einzelchance auf den Gewinn im diesjährigen Wettbewerb bei 0,75 Prozent lag. Zum Motto "Windspiele" hatten 174 Autoren aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Frankreich, Italien und Australien Texte eingesendet.

Die 48-jährige Böhme beeindruckte die Jury am stärksten. Ihre Geschichte, der sich an ein sehr junges Publikum richtet, fasziniere durch Witz und Wärme, sagte Reinhard Griebner für die vierköpfige Jury professioneller Autoren und Germanisten.

Dass die Beschreibung zutreffend ist, konnte die Frankfurterin als Vorleserin in Eberswalde selbst unter Beweis stellen. Die ersten Lacher im Publikum, in dem überwiegend Kinder saßen, erntete sie schon mit dem Titel: "Der Wind braucht keinen Zahnputzbecher". Eine Gute-Nacht-Geschichte, wie von Griebner nahegelegt, sei die Geschichte um den Jungen namens Frieder, den Teddy, der mit ihm unter einer Decke steckt und den Ostwind, der das schlaflose Duo mal besäuselt, mal bestürmt, jedoch nicht. Böhme hat ihn an ihren zwei Söhnen getestet und kann das Gegenteil versichern. Die Jungs, sieben und zehn Jahre alt, haben sie auch zur Preisverleihung nach Eberswalde begleitet.

"Es ist wirklich eine tolle Sache", sagt Annegret Böhme über den "Eberhard". "Weil das eine große Chance ist für Autoren, die noch nicht den Mut, die Kraft und die Zeit hatten, zu einem Verlag zu gehen." Sie selbst arbeite erst seit eineinhalb Jahren ernsthaft an fiktiven Stoffen, erklärt die Journalistin, die vor allem für überregionale Tageszeitungen schreibt und Hörfunkfeatures herausbringt.

Der 14-jährige Arne Sommer aus Eberswalde findet den Einstieg womöglich sehr viel früher. Er hat sich mit seiner Geschichte "Der Drachenbauer" gegen 71 andere junge Nachwuchsautoren durchgesetzt und erhielt dafür die "Bernadette".

Im Rahmen des Tages der Kinder- und Jugendliteratur hatten gestern bereits am Vormittag 15 Autoren in 30 Barnimer Schulen und Bibliotheken gelesen. Der alle zwei Jahre zu dem Anlass verliehene "Eberhard" wurde gestern zum 17. Mal vergeben, "Bernadette" zum 14. Mal.

Namensgebend für die Preise waren die beiden größten Barnimer Städte Eberswalde und Bernau, erläuterte Vizelandrat Carsten Bockhardt, der die Preise auch überreichte. Beide Gewinnergeschichten werden nun online gestellt.

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