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Peter Buske 16.12.2013 20:23 Uhr - Aktualisiert 16.12.2013 20:37 Uhr

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"Aus der Seele muss man spielen"

Frankfurt (Oder) (MOZ) Wolle man "triumphierende Seligkeit, Festtagsgesänge und himmelaufjauchzende Chöre" komponieren, so bediene man sich der Tonart D-Dur. Empfiehlt jedenfalls der Dichter-Musiker Christian Daniel Schubart, zu dessen künstlerischen Leitbildern Johann Sebastian Bachs zweitältester Sohn Carl Philipp Emanuel Bach gehört. Und der hat, 35-jährig, seine Vertonung des "Magnificat" in eben dieser Tonart angesiedelt. Gleichfalls Felix Mendelssohn Bartholdy, der bereits als 13-Jähriger zum Liturgietext von Marias Lobgesang greift. Mit den Aufführungen beider Werke am Sonntag in der Konzerthalle erinnerten Frankfurter Musikgesellschaft, Singakademie und Staatsorchester an den 225. Todestag von Carl Philipp Emanuel Bach, der am 14. Dezember 1788 gestorben war. Gleichzeitig wurden mit diesem Konzert die Kenner und Liebhaber auf das offizielle Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Jahr 2014 eingestimmt.

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© Winfried Mausolf

"Aus der Seele muss man spielen, nicht wie ein abgerichteter Vogel", fordert Carl Philipp von Interpreten jedweder Couleur. Dirigent Rudolf Tiersch und seine Mitstreiter halten sich daran. In Bachs tiefgründiger musikalischer Deutung ist zu Beginn paukenumwirbeltes und trompetenglänzendes Jubilieren angesagt. In kammermusikalischer Besetzung musizierend, sorgen Mitglieder des Staatsorchesters nicht nur dabei für jenen leichten und affektreichen Ton, wie er für eine empfindsame "Gemüthsergetzung" erforderlich ist. Sehr geschmeidig und lebendig, intonationssicher und homogen bewältigt die Singakademie ihre wenigen, jedoch anspruchsvollen Aufgaben.

Die affektgespickten Arien werden von Preisträgern des Internationalen Johann-Sebastian-Bach-Wettbewerbes Leipzig auf das Vorzüglichste vorgetragen. Zart, überaus kraftvoll, aber stets con espressione singt Marie Friederike Schöder den Sopranpart. Leicht spricht die Stimme des strahlenden Tenorlyrikers David Szigetvári, dessen Flexibilität und Glanz an die gestalterische Intensität des unvergessenen Peter Schreier erinnert. Mathias Winckler ist ein eindrücklicher, koloraturenflinker Sachwalter der bassbaritonalen Aufgaben, während Altus Benno Schachtner voller Delikatesse für den empfindungsvollen Alt-Part zuständig ist. Ihr glanzvolles Singen wird von Bläserzutaten wirkungsvoll unterstützt.

Weniger begeisternd dagegen die Bekanntschaft mit Mendelssohns "Magnificat", das sich als ein liedhaftes und schlichtes, mit kleingliedrigem Raffinement verfertigtes, reichlich verspieltes und ausdruckplakatives Opus entpuppt. Redlich mühen sich alle Beteiligten um einen leichten, weichen, sauber und straff artikulierten Tonfall. Vom Hocker reißt diese Wiedergabe leider nicht. Am Schluss des Festkonzertes brandet trotzdem Jubelbeifall.

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