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Mathias Hausding 10.02.2014 19:32 Uhr

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Brandenburg bekommt Sternenpark

Potsdam (MOZ) Der Naturpark Westhavelland ist Deutschlands erster international anerkannter Sternenpark. Seit Jahren haben sich eine private Initiative und die Parkverwaltung um den Titel bemüht, mit dem das Engagement für einen schönen Sternenhimmel gewürdigt wird.

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Der Naturpark Westhavelland ist Deutschlands erster Sternenpark

© dpa

Am späten Sonntagabend erreichte die Initiatoren die frohe Kunde aus den USA. Die dort sitzende International Dark-Sky Association (IDA) verleiht dem Naturpark in Gülpe bei Rathenow den Titel Sternenpark. Erstmals geht die begehrte Auszeichnung nach Deutschland.

Vorausgegangen war ein umfangreiches Prüfverfahren. So mussten die Antragsteller belegen, dass in der Region Maßnahmen zum Schutz der Nacht umgesetzt werden, also zum Beispiel bevorzugt Straßenlampen zum Einsatz kommen, die das Licht nicht nach oben lenken. Denn Anliegen der IDA ist nicht nur der schöne Blick in die Sterne, sondern insgesamt der Kampf gegen die sogenannte Lichtverschmutzung und damit verbundene Gesundheitsrisiken.

Der Osnabrücker Astronom Andreas Hänel, einer der Initiatoren des Projekts, zeigte sich am Montag in einer ersten Reaktion erfreut über die Auszeichnung. Mehr wollte er zunächst nicht sagen, denn erst am Mittwoch werde sich auch die IDA in Potsdam offiziell zu der Verleihung des Titels äußern. Umweltministerin Anita Tack (Linke) sagte am Montag: "Wir freuen uns über diese Entscheidung. Brandenburg ist um einen einzigartigen touristischen Anziehungspunkt reicher."

Naturparkleiterin Kordula Isermann zeigte sich überzeugt, dass die Lage des Parks, nur 70 Kilometer von Berlin entfernt, ein Trumpf für die Bewerbung war. "Den Ausschlag für die Entscheidung gab wohl, dass trotz der relativen Nähe zur Metropole Berlin die Nächte im Westhavelland so dunkel sind, dass die Milchstraße mit ihren einzelnen, abertausenden Sternen als plastisches Gebilde erlebt werden kann." Weltweit gibt es nun 24 anerkannte Sternenparks, davon acht in Europa. Mit dem Titel wolle man noch mehr Touristen ins Westhavelland locken, sagte Kordula Isermann. So sollen etwa spezielle Outdoor-Liegestühle aufgestellt werden, und Hoteliers wollen ein spätes Frühstück für nächtliche Sternenschwärmer anbieten, die ausschlafen müssen.

Andreas Hänel hatte vor wenigen Wochen im Gespräch mit dieser Zeitung betont, dass er auf eine Signalwirkung hoffe. "Wir wollen zeigen, welche Vorteile die Dunkelheit Pflanzen und Tieren, aber auch den Menschen bringt", sagte er. "Freuen würde mich außerdem, wenn das Westhavelland eine Art Vorzeigefunktion hätte und auch andere Regionen die Vorzüge der Dunkelheit erkennen und sich dafür entscheiden, den Sternenhimmel zu schützen."

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