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Neuzelle: Erste Kinderfeuerwehr der Region gegründet / Mädchen und Jungen werden spielerisch ausgebildet

Knirpse lernen Feuerwehr-Einmaleins

Starker Nachwuchs: Joshua hält mit ganzer Kraft ein Schaumstrahlrohr, das Gerätewart Marco Schulz ihm reicht, über dem Kopf.F
Starker Nachwuchs: Joshua hält mit ganzer Kraft ein Schaumstrahlrohr, das Gerätewart Marco Schulz ihm reicht, über dem Kopf.F © Foto: MOZ/Gerrit Freitag
Frank Groneberg / 12.02.2014, 19:51 Uhr - Aktualisiert 14.02.2014, 13:28
Neuzelle (MOZ) Die erste Kinderfeuerwehr der Region ist jetzt im Amt Neuzelle gegründet worden. Mädchen und Jungen im Alter bis neun Jahre werden dort von Anna Wunder auf den Eintritt in die Jugendfeuerwehr vorbereitet. Spielerisch werden sie mit den Grundsätzen vertraut gemacht.

Kinderfeuerwehr Neuzelle - Nachwuchs für die Jugendfeuerwehr
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Kinderfeuerwehr Neuzelle

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"Wer kann sich denn noch daran erinnern, was wir in unserer ersten Stunde gelernt haben?", fragt Anna Wunder und schaut in die Runde. Die zehn Mädchen und Jungen, die erwartungsvoll im Schulungsraum bei der Neuzeller Amtsfeuerwehr sitzen, müssen nicht lange überlegen. Stolz tragen sie ihre blauen Feuerwehr-Basecaps und ihre neongrünen Schutzwesten. Und stolz sind sie darauf, dass sie schon in der ersten Übungsstunde viel über die Feuerwehr und ihre Aufgaben erfahren haben. "Feuer löschen!", rufen sie in den Raum, während sie eifrig die Hände in die Höhe strecken, sich wie in der Schule melden. "Persönliche Schutzausrüstung!", hat ein Mädchen eines der Themen noch gut in Erinnerung. Und: "Obstsalat!" - was nur beim unwissenden Beobachter für ungläubiges Schmunzeln sorgt, denn mit "Obstsalat" ist "ein lustiges Spiel" gemeint, wie Joshua sofort erklärt.

Joshua ist noch ein Kindergartenkind und damit das jüngste Mitglied der Neuzeller Kinderfeuerwehr, der ersten Kinderfeuerwehr in der Region. Im Januar wurde sie bei der Amtsfeuerwehr Neuzelle gegründet - "weil die Mädchen und Jungen erst mit zehn Jahren Mitglied der Jugendfeuerwehr werden können, wir den Nachwuchs aber dringend brauchen", erklärt David Schulz, ehrenamtlicher Amtswehrführer in Neuzelle. "In der DDR gab es ja an den Schulen die Arbeitsgemeinschaften ,Junge Brandschutzhelfer', etwas Ähnliches gibt es aber heute nicht mehr."

Angelique, Charlotte, Frida, Jano, Jazzman, Jonas, Joshua, Luca, Maja und Matteo heißen die jüngsten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in Neuzelle. Sie sind in den verschiedenen Orten des Amtes zu Hause. Dass sie seit Jahresbeginn ein neues Hobby ausleben können, haben sie einer jungen Frau zu verdanken: Anna Wunder, 22 Jahre alt, seit sieben Jahren Feuerwehrfrau in Neuzelle und von Beruf Kinderkrankenschwester im Städtischen Krankenhaus Eisenhüttenstadt. Sie hatte die Idee zur Bildung einer Kinderfeuerwehr, hat sich zu Hause hingesetzt und ein Konzept erarbeitet und dieses dann dem Amtswehrführern und weiteren Verantwortlichen vorgestellt, um es schließlich selbst auch umzusetzen.

"Ich weiß, dass wir Nachwuchs brauchen", sagt die engagierte Frau. "Ich kenne mehrere Kinder, die wollten, als sie noch im Kita-Alter waren, unbedingt zur Feuerwehr kommen. Als Erstklässler wollten sie das meist immer noch. Aber später, als sie mit zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr hätten eintreten können, hatten sie dann oft schon ein anderes Hobby, waren in einem Verein aktiv." Mit der Bildung der Kinderfeuerwehr soll es nun gelingen, die Knirpse frühzeitig an die Feuerwehr zu binden - dank Anna Wunder und aller Feuerwehrleute, die ihr dabei helfen, beispielsweise Jugendwart Kathrin Laske und Gerätewart Marco Schulz.

Dass die Kinderkrankenschwester während ihrer Berufsausbildung auch pädagogische Kenntnisse vermittelt bekommen hat, kommt ihr auch in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit zugute. Denn die zehn Mädchen und Jungen sind nach einem langen Schul- oder Kita-Tag alles andere als ruhig. Sie plappern fröhlich durcheinander, rutschen auf ihren Stühlen hin und her, spielen mit Buntstiften, die auf dem Tisch liegen. Anna Wunder lässt sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen, liest eine Feuerwehrgeschichte vor, spricht geduldig mit den Kindern. Diese können es kaum erwarten, nach einer halben Stunde Theorie in die Fahrzeughalle zu gehen. Dort zeigt Marco Schulz ihnen, mit welcher Technik ein Tanklöschfahrzeug bestückt ist.

Die Kinder mit Spiel und Spaß an die Feuerwehr heranzuführen - so beschreibt Anna Wunder ihre Tätigkeit. Einmal im Monat versammelt sie ihre Schützlinge. Und wer sie bei ihrer Arbeit beobachtet, merkt schnell, dass sie selbst viel Freude dabei hat.

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Jean-Christopher Blume 13.02.2014 - 07:53:53

Nicht auf die Goldwaage legen

Hallo Herr Lehmann, beim Besuch der MOZ, an diesem Tag, war ich ebenfalls anwesend. Es ist für Außenstehende nicht immer einfach zu verstehen, wie die Feuerwehr organisiert und strukturiert ist. Es wurde gesagt, dass es die Institution Kinderfeuerwehr vorher im Amt noch nie gab und auch in keiner anderen Ortswehr gibt. Dass daraus im Artikel der Begriff "Region" wird, sei dem Redakteur verziehen. Region ist ein recht dehnbarer Begriff. Ich bin davon überzeugt, dass mit dieser Aussage das Engagement anderer Jugend- und Kinderfeuerwehren im Kreis nicht herabgewürdigt werden sollte.

Stefan Lehmann 13.02.2014 - 06:34:54

Liebe MOZ

...das ist eine tolle Einrichtung für die Kinder. Es ist aber nicht richtig, dass es die erste Kinderfeuerwehr in der Region ist. Im Amt Brieskow Finkenheerd wurde eine solche bereits vor über einem Jahr eingerichtet...

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