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Tobias Nandelstädt 14.02.2014 15:44 Uhr

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Wo die Sterne am schönsten leuchten

Hohennauen (MOZ) "Wir sind Sternenpark!" Mit diesen Worten begann Naturpark-Leiterin Kordula Isermann am Mittwochabend die Feierstunde zur Einweihung, die in und am Restaurant Strandgut in Hohennauen vollzogen wurde. "Ich bin eine stolze Mutter des neuen Sternenparks. Das Kind ist ein ganz schöner Brummer, und die Geburt war nicht leicht", so Isermann weiter.

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Begeistert umringen Jens Aasmann, Direktor des Amtes Rhinow (links) sowie Claudia Hesse und Kordula Isermann (v.l.) vom Naturpark Westhavelland das von Rolf König gespendete Teleskop.

© Tobias Nandelstädt

Damit spielte die westhavelländische Park-Chefin speziell auf die teilweise erheblichen bürokratischen Hürden an, welche der Auszeichnung vorausgingen. Es sei vor allem viel Überzeugungsarbeit notwendig gewesen, um die zehn Kommunen im größten brandenburgischen Naturpark zur Mitarbeit zu bewegen. Seit 2009 bemüht sich die Region um die Anerkennung.

Offiziell heißt das neue Mekka der Hobby-Astronomen jetzt International Dark Sky Reserve. Weltweit gibt es 24 solcher Reservate, davon lediglich acht in Europa. Doch Co-Initiator Dr. Andreas Hänel von der Vereinigung deutscher Sternenfreunde findet das Wort Reservat eher unangemessen, denn "das klingt immer so nach Indianern". Tatsächlich aber ist Hänel irgendwie schon so etwas wie ein teutonischer Indianer. Denn mit seinem unermüdlichem Einsatz und dem jahrelangen Kampf gegen die scheinbare Übermacht der kommunale Bürokratie hat er den Park erst möglich gemacht. So hat sich der Naturpark zur Umsetzung der Sternenpark-Kriterien eine umfangreiche Beleuchtungsrichtlinie verordnet, zu welcher sich die Mehrzahl der Kommunen bekannt hat. Diese beinhaltet etwa, dass die Kommunen künftig nur noch voll abgeschirmte Leuchten mit warmweißen Lichtern installieren. Darüber hinaus sollen die Bürger über das Thema Lichtverschmutzung und seine ökonomischen und gesundheitlichen Folgen informiert werden.

Sein Engagement erklärt Hänel neben der Begeisterung für die Astronomie vor allem mit dem Umweltschutz: "Es geht nicht nur um das Erleben eines dunklen Sternenhimmels, sondern auch um den Schutz nachtaktiver Tiere und Energieeinsparung durch sinnvoll eingesetzte künstliche Beleuchtung."

Das Thema Lichtsmog gewinnt hierzulande in den letzten Jahren mehr und mehr Aufmerksamkeit. Der Begriff meint künstliches Licht, welches die natürliche Nachtlandschaft verändert und damit die Sichtbarkeit der Sterne verschlechtert. Lichtverschmutzung wirkt neben seinem Einfluss auf die Tierwelt auch negativ auf den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen. Schon bei geringer Helligkeit kann künstliches Licht nachts den Melatoninausstoß reduzieren.

Der neue Sternenpark umfasst den gesamten Naturpark mit seinen mehr als 1.300 Quadratkilometern. Besonders beeindruckende Beobachtungsmöglichkeiten gibt es in der circa 40 Quadratkilometer großen Kernzone zwischen Gülpe und Nennhausen. Hier liegt nachweislich einer der dunkelsten Orte Deutschlands, an welchem in sternenklaren Nächten insbesondere die Milchstraße als geradezu plastisches Gebilde mit abertausenden Sternen wunderschön mit dem bloßen Auge zu erkennen ist.

"Das Erlebnis eines unverfälschten Sternenhimmels ist auch ohne Technik und für jedermann tief beeindruckend und nicht ersetzbar durch Fotos", sagte Kordula Isermann, die sich durch die Anerkennung auch erhofft, das touristische Potenzial der Region zu erhöhen. Dafür soll auch ein neues Teleskop sorgen, dass Rolf König im Rahmen der Feierlichkeiten dem Naturpark übergab. Der ehemalige Leiter des Potsdamer Planetariums spendete das Beobachtungsgerät mit zwei Meter Brennweite, das auch Schülern die Observierung und die Fotografie des Himmels ermöglichen soll. Die Anerkennung als Sternenpark soll zusätzlich auch als Ansporn für die Umsetzung weiterer Maßnahmen gegen die Lichtverschmutzung dienen. "Seht zu, dass Ihr die Zonen größer kriegt", rief Andreas Hänel den begeisterten Teilnehmern der Feierstunde zu.

Nirgendwo anders innerhalb Deutschlands ist der Himmel so dunkel wie im Westhavelland. Da gewinnt der Ausdruck "Dunkeldeutschland" endlich einmal einen positiven Beigeschmack.

Tipps

Rathenow. "Welch ein Singen, Musizieren, Pfeifen, Zwitschern, Tirilieren", ein schwungvolles Frühlingskonzert des Brandenburgischen Konzertorchesters Eberswalde präsentiert am Sonntag, 2. März, um 15 Uhr das Rathenower Kulturzentrum. Mit blumigen Melodien wie "Wo die Zitronen blühn" und "Was Blumen träumen" geben sich die Meister der Operette ein Stelldichein. Stimmlichen Glanz verheißt die Solistin Johanna Krumin (Sopran), die mit frühlingshaften Weisen wie "Draußen im Sievering blüht schon der Flieder", "Auf der Heide blühen die letzten Rosen" und "Wenn der weiße Flieder wieder blüht" ihr Publikum verzaubert. Bleibt nur zu sagen: "Frühling will nun einmarschiern, kommt mit Sang und Schalle".

Rathenow. Es ist wieder so weit: Inspektor Hinkemüller braucht bei der Aufklärung eines Mordfalls Unterstützung von den Westhavelländern, die gleichzeitig mörderisch-köstliche Küche serviert bekommen. Beim Krimi-Dinner am 21. und 22. Februar um jeweils 19.30 Uhr im Blauen Saal des Kulturzentrums sind die Besucher mittendrin statt nur dabei. Gäste können sich beteiligen - ob bei Zeugenbefragungen, bei der Suche nach Indizien, dem Finden und Kombinieren der Beweise oder sie lehnen sich einfach ganz bequem zurück und genießen das Schauspiel. Betrug. Intrigen. Mord. Wer ist Täter? Wer ist verdächtig? Was war die Mordwaffe und wo ist sie? Der Markgraf von Brandenburg möchte mit seinem Gefolge ein prächtiges Fest feiern und so lädt er die edlen Damen und Herren seines Landes ein. Doch die Feierlichkeiten werden von einem Mord überschattet. Schnell wird deutlich, dass es sich hierbei um eine Verschwörung handelt. Doch wer ist der Mörder und ist hier gar eine geheimnisvolle Art von Magie im Spiel? Besucher ermitteln auf humorvolle Weise mit dem Inspektor des Mittelalters und genießen ein Drei-Gänge-Menü, müssen aber selbst darauf achten, nicht zum Verdächtigen zu werden. Karten gibt es an der Theaterkasse oder telefonisch unter 03385/519051.

Ribbeck. "Bäume sind das Beste, was die Natur je geschaffen hat", sagt die gebürtigen Rathenowerin Christine Leupold alias Arkanum L. Im Schloss Ribbeck zeigt die Westhavelländerin demnächst die hölzernen Riesen. Vernissage ist am Freitag, 21. Februar, um 13.00 Uhr. In kräftigen und dunkel-mystischen Farbkombinationen stellt sie den Baum im Kreislauf des Jahres dar. Im Jahr 2009 sind die Serien dieses Themas wie "Auf dem Weinberg" oder "Schwarz/Weiß" entstanden. Mit ihrem Werk "Wie viel Zeit bleibt uns noch?" thematisiert sie die Sorge um die Natur. Schließlich ist es die Flora an Orten wie dem Bismarckturm in Rathenow, die die Künstlerin in den Mittelpunkt stellt.

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