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Tödlicher Unfall nach Polizeieinsatz

Beate Bias / 03.04.2014, 22:43 Uhr
Biegen (MOZ) Nach einem Polizeieinsatz auf der Autobahn 12 kam es in der Nacht zum Donnerstag in Richtung Frankfurt (Oder) zu einem schweren Verkehrsunfall. Dabei wurden drei Menschen im Alter von 34 und 54 Jahren getötet.

Das Auto der Opfer fuhr am Ende eines Staus auf einen Lkw auf, sagte Polizeisprecher Dietmar Keck am Donnerstag. Ein vierter Insasse des Wagens musste mit einem Rettungshubschrauber schwer verletzt in ein Berliner Krankenhaus geflogen werden. Das Ende des fünf Kilometer langen Staus war nicht gesichert worden.

Die Fahrzeugschlange hatte sich nach einem Einsatz der Brandenburger und Berliner Polizei gebildet. Die Fahnder verfolgten eine polnische Autoschieberbande. Ausgangspunkt war Berlin. Dort übernahmen Bandenmitglieder zwei Audi A3, die in der Nacht zuvor gestohlen worden waren. Die beiden Wagen fuhren von unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten in Richtung Autobahn, sagte der Polizeisprecher weiter. Angeführt wurden sie von einem sogenannten Pilotfahrzeug - das die Strecke absichern sollte. "Die Bandenmitglieder verhielten sich äußerst konspirativ und standen offenbar ständig in Verbindung", erklärte Keck die Lage. Deshalb sei ein Zugriff im Berliner Stadtgebiet nicht möglich gewesen. Die Festnahmen sollten deshalb auf der A12 stattfinden. Dafür organisierte die Polizei einen künstlichen Stau, indem sie mit Schildern die Geschwindigkeit herabsetzte und ein Überholverbot auswies.

Gegen 23 Uhr stoppte die Polizei am Rastplatz Frankfurter Tor drei Fahrzeuge. Vier Tatverdächtige im Alter zwischen 21 und 36 Jahren konnten festgenommen werden. Sie fuhren in dem Pilotwagen und in einem der gestohlenen Pkw. Der Fahrer des zweiten Wagens, ein 38-jähriger Pole, versuchte zu fliehen. Er stoppte abrupt den Audi und lief über die Fahrbahn. Dabei wurde er von einem zivilen Einsatzfahrzeug der Berliner Polizei erfasst. Der Tatverdächtige musste mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden.

Etwa zwei Stunden später hatte sich der Stau auf der A12 noch nicht aufgelöst, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Grund dafür waren auch der Rettungseinsatz und die Sicherstellung der gestohlenen Autos. Der polnische Fahrer des Unfallwagens muss das Stauende zu spät bemerkt haben. Der Pkw Toyota raste unter den Lkw.

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mattes 04.04.2014 - 14:23:50

Zusammenhang

Halten wir mal folgendes fest: Im Zuge des Polizeieinsatzes ist ein Verdächtiger zu Fuß über die Autobahn geflitzt und wurde dabei von einem zivilen Streifenwagen erfasst. Somit gab es einen Unfall der auf einen Fußgänger auf der Autobahn zurückzuführen ist. Zur Unfallaufnahme wurde wie in solchen Fällen üblich die Autobahn gesperrt und es kam zu einem Stau. Am dessen Ende kam ein LKW zum stehen und in diesen stehenden LKW, welcher wohl zumindest beleuchtet war, ist der Toyota ungebremst reingekracht. Soweit die bekannten Fakten in Zusammenhang gebracht. Wenn der Fahrer des Toyota also aus unerfindlichen Gründen nicht bemerkt hat das dort ein LKW steht, dann hat er ganz offensichtlich nicht seine Aufmerksamkeit dem Verkehrsgeschehen auf der Fahrbahn gewidmet. Einen stehenden beleuchteten LKW auf einer abgetrennten praktisch geraden Richtungsfahrbahn zu übersehen ist schon ein Kunststück für sich. Egal ob mit Warnblinker oder nicht...

PIKO 04.04.2014 - 13:04:48

Nicht nur meine Meinung !

"Der schwere Unfall auf der A 12 war Folge einer Fahndung gegen mutmaßliche Autoschieber." schreibt WELT - ONLINE heute: http://www.welt.de/regionales/berlin/article126556921/Drei-Unbeteiligte-sterben-bei-Polizeiaktion-auf-A-12.html

rudi 04.04.2014 - 12:57:18

@piko

Zu leicht gemacht. Wenn alle ihrer Pflicht nach Paragraph 1 und folgende nachgekommen wären, hätte es auch keinen Unfall gegeben. Nach deiner Logik kannst du auch jedem Alleebaumgärtner die Schuld geben, wenn wer gegen rast.

der Holgo 04.04.2014 - 12:52:20

@PIKO

Das ist aber von sehr weit hergeholt. Dann könnte man auch Zusammenhänge "basteln" wie: Was hat der Autodieb zum Frühstück gegessen? - Ein Brötchen. - Aha, hätte er alsor ein Kalbsschnitzel gegessen, hätte die Zubereitung eine Stunde länger gedauert, dann wären Diebstahl, Flucht, Stau eine Stunde später passiert, zu der Zeit wäre vielleicht kein Auto in dem kritischen Bereich gewesen, kein Unfall und dann die Schlußfolgerung "Ein Brötchen war schuld." Leute, der Unfall an sich ist doch tragisch genug, als dass man da noch mit "hätte", "wenn" und "aber" obskure Theorien schnitzen müßte.

PIKO 04.04.2014 - 12:27:57

@ Mattes - Zusammenhänge erkennen !

aha, Sie sehen also keinen Zusammenhang zwischen Polizeieinsatz und dem Unfall? Wahrscheinlich haben Sie überlesen daß der der Stau von der Polizei inszeniert wurde um eine Gruppe polnischer Autodiebe zu stellen. Ergo, keine Autodiebe, keine Polizei, keine Kontrollstelle, kein Stau, kein Unfall. Dämmert`s jetzt ?

mattes 04.04.2014 - 12:08:51

Sicherlich tragisch...

Aber die Angehörigen der Verstorbenen dürfen sich ausschließlich an den Fahrer des Toyota wenden... Wer ungebremst in ein Stauende kracht, hat wohl etwas Aufmerksamkeit vermissen lassen... Das ist wirklich tragisch. Aber hier einen Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz herzustellen ist völlig daneben...

PIKO 04.04.2014 - 08:36:41

Tragischer Tod

Ob und wie die Darstellung, in polnischen Medien ierfolgte, st mir ziemlich egal aber wenn es Berichte dort geben sollte, haben sie vielleicht eine abschreckende Wirkung, vielleicht! Die Angehörigen der scheinbar unbeteiligten Todesopfer des Toyota dürfen sich dafür bei ihren Landsleuten bedanken.

Rosa Linde 04.04.2014 - 07:24:10

Warnblinklicht einschalten !!

Wir fuhren gegen 0.30 an dieses Stauende heran. Die Hinweisschilder zeigten uns einen Stau mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 60kmh an. Rechte Spur alles LKW's , der letzte hatte sein Warnblicklicht eingeschaltet. Linke Spur PKW's und ein polnischer Kleintransporter standen, hier blinkte KEIN Warnblinklicht....und auch kein Bremslicht wurde betätigt.......also die beste Vorraussetzung noch einen Unfall zu produzieren.

lupo 04.04.2014 - 07:10:17

Tragisches Ende einer zwingend notwendigen Polizeiaktion

Wie wird dieser Fall eigentlich in den polnischen Medien dargestellt?

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