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Arne Färber und Steffen Kretschmer 08.04.2014 09:26 Uhr - Aktualisiert 08.04.2014 10:43 Uhr
Red. Regionalsport, sport@oranienburger-generalanzeiger.de

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Angriff von rechts außen

Ludwigsfelde (MZV) Wegen rassistischer Fan-Gesänge und Parolen gegen Veltener Anhänger und einen Spieler musste am Sonnabend die Fußball-Begegnung zwischen den Landesligisten Ludwigsfelder FC und dem SC Oberhavel Velten zweimal unterbrochen werden. Während der LFC auf der Suche nach den Tätern ist, droht dem Klub neben einer harten Strafe auch ein immenser Imageverlust.

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Fußball: Nach den Nazi-Parolen von Ludwigsfelder Fans gegen Velten droht den Tätern ein Stadionverbot.

© MZV

Das Spiel war eigentlich schon entschieden. Die Gäste aus Velten führten beim Spitzenreiter völlig überraschend mit 4:0. Doch in der 88. Minute ließen sich einige Ludwigsfelder Anhänger des Fanclubs Harter Kern 97 e.V. zu rassistischen Parolen hinreißen und wollten "eine U-Bahn von Auschwitz nach Velten" schicken. Daraufhin unterbrach Schiedsrichter René Müller die Partie wie auch schon in der zehnten Minute, als SCO-Spieler Iheb Ben-Abdallah mit Affenrufen beleidigt wurde.

"Ich habe die Vorfälle mitbekommen und kann sie bestätigen. Das ist in keiner Form zu tolerieren und wird Konsequenzen nach sich ziehen", sagte Ingo Widiger, zuständiger Staffelleiter, gegenüber unserer Zeitung. Da die Begegnung vom Fußball-Landesverband als Sicherheitsspiel deklariert wurde, war Widiger als Beobachter vor Ort. Die rassistischen Äußerungen kann er bis heute nicht verstehen. "Das Spiel war absolut fair. Auch die Veltener Fans haben sich korrekt verhalten", schildert Widiger. Die plötzlichen Gesänge kamen wie aus dem Nichts.

Wie viele Ludwigsfelder Anhänger an den rassistischen Äußerungen beteiligt waren, kann Widiger nicht sagen. "Es waren auf jeden Fall mehrere Leute. Ob vier oder sechs, das weiß ich nicht." Schockiert zeigten sich Veltens Verantwortliche über die ihrer Meinung nach unangemessene Reaktion. "Ludwigsfelde hat nur mit einer Stadiondurchsage reagiert und diese hirnlosen Leute im Stadion belassen", echauffierte sich Vorstandsmitglied Bernd Jünemann. Staffelleiter Widiger bestätigte, dass es nach der Spielunterbrechung eine Stadionansage gab. Schiedsrichter Müller hatte derweil mit Spielabbruch gedroht. Widiger sprach von einer Ohnmacht, die die Funktionäre des LFC in dieser Situation überkam. "Wir wissen alle, wie schwer es ist, in den unteren Ligen ein Stadionverbot für unliebsame Personen durchzusetzen. Das ist mit einem hohen Personalaufwand verbunden."

Dagegen will SCO-Vorstandsmitglied Jünemann die Sicherheitsleute des LFC wiedererkannt haben. "Die, die damals im Hinspiel bei uns randaliert haben, waren in Ludwigsfelde als Ordner eingesetzt und haben Bier getrunken. Das ist doch eine Farce."

Etwas ratlos ob der erlebten Situation zeigte sich am Montag Christian Breitkopf, der Sicherheitsbeauftragte des LFC. Schon in der Vergangenheit hätte der Verein ab und zu Probleme mit dem Fanclub gehabt. "Doch das hat sich dann immer wieder geregelt. Das war jetzt aber definitiv richtig schlimm. Es ist schwierig, in einem solchen Moment auf die Leute Einfluss zu nehmen. Es gibt zwei, drei Personen, welche komplett austicken und ein paar andere, die mitstürmen."

Dass solche Äußerungen auf einem Platz wie dem in Ludwigsfelde fallen, macht den Sicherheitsbeauftragten sprachlos. "Ich verstehe nicht, wie unsere Fans so etwas denken und sagen können." Zumal beim LFC nach Angaben von Breitkopf Integration groß geschrieben werde. So gebe es nicht nur in den Jugendmannschaften, sondern auch im Erwachsenenbereich Spieler mit Migrationshintergrund. "Ich selbst trainiere ein Kind aus Kamerun."

Wie geht es jetzt weiter? Der Vorstand des Landesligisten wird die Vorfälle vom Spiel gegen Velten noch einmal genau beleuchten und darüber diskutieren. Im Club ist man sich darüber bewusst, dass der Fußball-Landesverband Hilfen zum Thema Antisemitismus und Rassismus anbietet. Breitkopf: "Wir werden überlegen, ob wir so etwas in Anspruch nehmen werden. Ich gehe auch davon aus, dass den betreffenden Personen ein Stadionverbot ausgesprochen wird."

Die Schiedsrichter der Partie verfassten einen Sonderbericht zum Geschehen. Nun wird sich das Sportgericht des Landesverbandes damit beschäftigen. Staffelleiter Ingo Widiger spricht von einem immensen Imageschaden, "der auf den LFC niederprasselt".

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