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Nadja Voigt 09.04.2014 06:58 Uhr - Aktualisiert 09.04.2014 16:36 Uhr
Red. Bad Freienwalde, freienwalde-red@moz.de

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Von der Elbe an die Oder

Zollbrücke (MOZ) Mit Michael Leupelt bekommt das Team der Dammmeisterei Verstärkung. Der Koch will mit Kreativität und Können seine alte neue Heimat von seinen Qualitäten überzeugen. Die neue Spargelkarte in Zollbrücke trägt schon seine Handschrift.

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Verstärkt das Team der Dammmeisterei: Michael Leupelt (r.) kam aus Norddeutschland zurück ins Oderbruch. Dort arbeitet er nun Hand in Hand mit Thomas Berge.

© MOZ/Nadja Voigt

Bunter Spargelsalat mit Limettenvinaigrette an Roulade vom hausgebeizten Lachs, Kaninchenrücken auf Spargelrisotto, frischer Spargel mit Sauce hollandaise, Nussbutter oder zu Schweineschnitzel in Malzkruste, gebratenem Wolfsbarschfilet oder Katenschinken. Michael Leupelt sitzt an einem Tisch vor der Küche und geht die neue Karte durch. Obwohl er erst seit gut einer Woche in der Dammmeisterei beschäftigt ist, trägt sie bereits seine Handschrift. Auf einer Liste hat er notiert, welche Zutaten er braucht.

"Hier kann ich mich verwirklichen. Thomas Berge lässt mich machen. Lässt mir freie Hand", sagt der 29-Jährige. Seit kurzem ist Michael Leupelt wieder im Oderbruch. Hat das Haus seiner verstorbenen Großmutter in Altreetz bezogen und baut sich sein neues Leben in der neuen alten Heimat auf. "Es hat sich alles gefügt", sagt der junge Mann. Der Gedanke, irgendwann wieder zurück zu kommen, sei immer da gewesen. Nur der Zeitpunkt unklar. Und dann war er da.

Ein ausschlaggebender Punkt wieder zurückzukommen, war die Familie. "Wir haben einen starken Zusammenhalt", erzählt Michael Leupelt und freut sich, alle wieder um sich zu haben. Mit 16 ging er weg von zu Hause und machte seine Ausbildung als Koch in Reinbek bei Hamburg. In einem Fünf-Sterne-Haus. Später war er in Restaurants tätig, machte 2010 seinen Küchenmeister und war bis 2013 zweiter Küchenchef in seinem Ausbildungsbetrieb.

Nun also nimmt er die neue Herausforderung in der Dammmeisterei in Zollbrücke an. Das Schwierigste: Den eigenen Stil zu kultivieren, neue Impulse zu setzen und die Gästeschar zufrieden zu stellen. "Ich will sie für Neues begeistern", sagt Michael Leupelt. Sie animieren, altbekannte kulinarische Pfade zu verlassen ohne gleich ganz ausgefallene Gaumen-Experimente zu starten. Deshalb soll es künftig Tagesangebote geben. Mit denen will der junge Koch herausfinden, was er seiner Kundschaft "zumuten" kann. Dabei sieht er die Mischung der Gäste - vom Busreisenden über den Fahrradfahrer zum Berliner Theaterbesucher bis zum anspruchsvollen Besucher aus dem Nachbarort - als Herausforderung, der er sich gerne stellt. Denn das ist genau die Gästemischung, die es vor allem am Wochenende nach Zollbrücke zieht. Zwischen zwei Gästen und zweihundert ist alles drin.

"Die schwierigste Zeit war jedoch der Winter", gibt Thomas Berge zu. Auch das zurückliegende Jahr war aufgrund der Bauarbeiter im Theater am Rand durchwachsen. "Und letztes Jahr Ostern lag noch Schnee", erinnert sich der Geschäftsführer der SEC Servicegesellschaft mbH aus Altreetz und Pächter des Areals an der Oder in Zollbrücke. "So, wie es sich dieses Jahr anlässt, ist es natürlich sehr viel besser." Allerdings habe er sich dazu entschlossen, die Terrasse auf Selbstbedienung umzustellen. "Wir sparen uns dadurch fünf Gänge zum Gast. Begrüßen, Karte bringen, Bestellung aufnehmen, Getränke bringen." Nun werden die Gäste ihre Getränke selbst mit hinaus nehmen, das Essen werde selbstverständlich weiterhin zum Platz gebracht, so Berge weiter. Er hofft damit, die Verzögerungen im Service zu minimieren. "Wir mussten eine Lösung finden, den Ansturm, der stoßweise herrscht, zu bewältigen", begründet der Geschäftsmann aus Altreetz.

Neu ist auch die Eiskarte in der Dammmeisterei. Dort findet sich neben Kinderbechern auch Hochprozentiges für Erwachsene - der Eisbecher "Blaue Oder" mit Blue Curacao oder ein Nussbecher mit Schokoglasur und Organen-Curacaolikör. Auch Exotisches wie der Becher mit eingelegten Datteln, Feigen und Korinthen an Kardamom-Zimtsahne findet sich darauf. "Aber natürlich kann sich auch jeder seine Lieblingssorte bestellen oder einen Eisbecher selbst zusammenstellen", versichert Thomas Berge.

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