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Ahrensfelde jetzt offiziell mit einem eigenen Kinder- und Jugendparlament / Gründungsveranstaltung am Sonnabend

Mitspracherecht und eigener Etat

Gründung offiziell besiegelt: Bürgermeister Wilfried Gehrke drückt stellvertretend die Hände von Sarah (14) und Tobias (23), beide aus Eiche, die aktiv im Parlament mitarbeiten.
Gründung offiziell besiegelt: Bürgermeister Wilfried Gehrke drückt stellvertretend die Hände von Sarah (14) und Tobias (23), beide aus Eiche, die aktiv im Parlament mitarbeiten. © Foto: Steffi Bey
Steffi Bey / 14.04.2014, 03:45 Uhr
Ahrensfelde (MOZ) Mitreden, mitgestalten und gefragt werden: Am Sonnabend wurde offiziell das Kinder- und Jugendparlament Ahrensfelde (KiJuPAF) gegründet. Bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt stellten einige Mitglieder im Rathaus die wichtigsten Ziele und Aufgaben vor.

Wie können sich Kinder und Jugendliche am Gemeinwesen beteiligen? Wie gestalten sie aktiv ihren Ortsteil mit und in welcher Form bringen sie ihre eigenen Ideen ein? Solche Fragen diskutierten Ende 2013 Kinder und Jugendliche aus allen Ahrensfelder Ortsteilen. Die Jugendkoordinatorin Elfi Hirsch und Thomas Kropp von der Fachstelle Kinder- und Jugendarbeit Ahrensfelde hatten zu einer Demokratiewerkstatt geladen. Wichtigstes Ergebnis dieser Veranstaltung: Die Bildung eines Kinder- und Jugendparlaments. Am Sonnabend hatte es seinen ersten öffentlichen Auftritt.

Zehn Mädchen und Jungen sowie junge Erwachsene arbeiten in dem Gremium mit. "Wir haben zunächst eine Satzung aufgestellt und unsere Hauptziele formuliert", sagt Lucas Wendt, der zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden gewählt wurde. Und er betont: "Wir sind noch ganz am Anfang und wollen alles überlegt und in Ruhe angehen."

"Unser Hauptziel ist es, Kinder und Jugendliche anzusprechen, um zu erfahren, was sie sich wünschen und welche Verbesserungsvorschläge sie für ihren Wohnort haben", erklärt der 23-jährige Tobias Heising. Sarah Kornek aus Eiche ergänzt: "Wir möchten eine Öffentlichkeit schaffen für kinder- und jugendrelevante Themen." Beide wünschen sich zudem, dass die junge Generation künftig an Planungs- und Entscheidungsprozessen beteiligt wird, bei denen es um Projekte geht, die sie unmittelbar betreffen. Dazu gehört unter anderem der öffentliche Personennahverkehr oder der Bau von Spielplätzen.

Sarah und Tobias nehmen seit Januar regelmäßig an den Ortsbeiratssitzungen in Eiche teil. Beide sind beeindruckt von der offenen Atmosphäre und fühlen sich ernst genommen. Ein aktuelles Vorhaben wurde auf ihre Initiative jetzt angeschoben: So wollen Kinder und Jugendliche gemeinsam mit Mitgliedern der Kleingartenanlage einen maroden Fußballplatz wieder nutzbar machen. "Ich finde es wichtig, nicht nur zu meckern, sondern mit anzupacken", betont Tobias.

Ahrensfeldes Bürgermeister Wilfried Gehrke zeigt sich beeindruckt vom Engagement der jungen Leute. "Die Bildung dieses Parlaments sehe ich als Meilenstein in der Entwicklung der Gemeinde", erklärt er. Denn bislang sei es schwierig gewesen "überhaupt Ansprechpartner in der jungen Generation zu finden". Gehrke verspricht am Sonnabend im Rathaus Ahrensfelde dem jungen Gremium: "Ihr werdet beteiligt, wenn es beispielsweise um Kitas, Spielplätze und Sporthallen geht." Als Anregung gibt er den Aktiven mit auf den Weg, zu überlegen, ob sie künftig über einen eigenen kleinen Etat verfügen wollen. Die jungen Parlamentarier freuen sich über so viel Entgegenkommen.

Überhaupt gibt es zur offiziellen Gründungsveranstaltung etliche Vorschläge für die Zukunft. Klaus Hilpert, ein 66-jähriger Ahrensfelder, der für die nächsten Kommunalwahlen kandidiert, fordert die Jugendlichen auf, mit ihm zusammen den Schülerverkehr der Grundschule zu analysieren. Bürgermeister Gehrke erklärt zudem: "Ihr bekommt ab sofort einen eigenen Tagesordnungspunkt auf jeder Gemeindevertretersitzung."

Das Ahrensfelder Kinder- und Jugendparlament ist nach Aussage von Thomas Kropp das zweite dieser Art im Landkreis Barnim. "In Eberswalde gibt es eins, das gerade in der Neustartphase ist." In ganz Brandenburg seien derzeit etwa zwölf aktiv.

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