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Aufbauwerk für Jugendliche

Detlef Klementz / 24.04.2014, 06:41 Uhr
Strausberg (MOZ) Mit einer vom Landkreis angeschobenen Initiative sollen langzeitarbeitslose Jugendliche an Ausbildung und Arbeit herangeführt werden. In der Strausberger Niederlassung der Gesellschaft für berufliche Aus- und Weiterbildung (GBA) wurde das Pilotprojekt "Aufbauwerk" am Mittwoch vorgestellt.

Niederlassungsleiter Wolfgang Schulz hatte mehr als ein Dutzend Ausbildungsbetriebe sowie Vertreter von Arbeitsagentur und Jobcenter in die GBA-Ausbildungsbasis auf dem Strausberger Flugplatzgelände eingeladen. Dazu gehörten beispielsweise die BAAL GmbH (Bahnsicherheit) aus Berlin-Köpenick, die BUG Verkehrsbau in Dahlwitz-Hoppegarten sowie die Strausberger Firma Dächer & Mehr. Auch Landtagsabgeordnete Kerstin Kaiser (Linke) war gekommen.

Vizelandrat Lutz Amsel machte deutlich, dass der Landkreis die neuen Ideen ganz bewusst bei der GBA als einem "Träger mit Erfahrung" umsetzen lassen wolle. Einerseits solle mit dem Vorstoß jungen Langzeitarbeitslose eine Perspektive geboten und andererseits dem Fachkräftemangel in der Region entgegengewirkt werden. Vorrangig geht es um den Bausektor, das Handwerk und die Lagerwirtschaft. Wobei Amsel schon bewusst ist: "Nicht jeder wird erfolgreich sein."

Beim "Aufbauwerk", das vor rund sechs Wochen gestartet worden ist, handelt es sich um ein Zwei-Stufen-Modell. In Stufe I werden im Lauf von sechs bis acht Wochen die individuellen Voraussetzungen und Prob-leme abgeklärt. Bei besonders schwierigen Rahmenbedingungen - zum Beispiel Wohnungsfragen oder Bankkonto - soll der externe Rat der Unternehmenstochter "Creative Sozialarbeit" (Creso) in Anspruch genommen werden.

Stufe II beinhaltet dann die berufliche Weiterbildung. Im Bedarfsfall ist auch der Erwerb des Führerscheins Klasse B möglich. Im Zeitraum von sechs Monaten soll die Qualifizierung nach einem individuellen Fahrplan erfolgen, wie Schulz berichtete. "Das ist aufwendig, aber hoffentlich erfolgreich."

Als Ziel nannte Projektleiter André Koschke eine Integrationsquote von 25 Prozent. Von den 30 verfügbaren Plätzen seien bislang 17 in Anspruch genommen. Die Teilnehmer kämen mit ihren Vermittlungsgutscheinen vom Jobcenter. Wichtig sei bei diesem Projekt die Freiwilligkeit.

Unternehmer Ingolf Ritsch vom gleichnamigen Baufreundehaus in Klosterdorf sprach mit Blick auf Einstellungen von "großem Aufwand und schlechten Erfahrungen" und fragte nach Zuschüssen.

Sigrid Baumgärtner vom Jobcenter in Strausberg zeigte dafür Verständnis und sprach die Möglichkeit von Einarbeitungszuschüssen an. "Unternehmen sind keine Sozialarbeiter", erklärte sie. Daher werde ihnen das Jobcenter im Rahmen des Pilotprojekts bei Bedarf "einen Kümmerer" zur Seite stellen. Es müsse sich "was im Kopf bewegen", forderte sie. Lutz Amsel ergänzte: "Die Menschen müssen aber auch bereit sein, sich helfen zu lassen."

Einer, der das ist, heißt Robert Schmidt. Der 23-jährige Müncheberger will sich zum Maschinenführer qualifizieren. Über Projektleiter Koschke hat Schmidt bereits Kontakte zum Fredersdorfer Unternehmen GeoSolar Energietechnik GmbH knüpfen können. Am Mittwoch erhielt der junge Mann von Betriebsleiter Matthias Reiher bereits eine Einstellungszusage. Wenn alles weiter gut läuft, wird der Müncheberger nach seiner Qualifizierung im Sanitär- und Heizungsbereich arbeiten. "Wir suchen dringend Mitarbeiter", erklärte Reiher. Mit den Interessenten, die von sich aus kamen, habe man weit bessere Erfahrungen gemacht, als mit jenen, die geschickt wurden. Von Robert Schmidt verabschiedete er sich mit den Worten: "Wenn Sie wollen, wollen wir auch."

Weitere Informationen bei der GBA in Strausberg, Tel. 03341 312309.

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