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Friedliche Demonstrationen in Hohen Neuendorf, Hennigsdorf, Oranienburg und Zehdenick

Oberhavel protestiert gegen NPD

Unüberhörbar: Die Proteste richteten sich an vier verschiedenen Orten in Oberhavel gegen von der NPD angemeldete Wahlkampfstände.
Unüberhörbar: Die Proteste richteten sich an vier verschiedenen Orten in Oberhavel gegen von der NPD angemeldete Wahlkampfstände. © Foto: MZV
Heike Weißapel, Tilman Trebs / 02.05.2014, 19:10 Uhr - Aktualisiert 03.05.2014, 09:22
Oberhavel (MZV) Mehrere hundert Demonstranten haben am Freitag lautstark gegen Wahlkundgebungen der rechtsextremen NPD in mehreren Orten Oberhavels protestiert. Die Aktionen verliefen friedlich.

Die größte Demonstration gab es am Morgen in Hohen Neuendorf. Den zwölf NPD-lern standen am Bahnhof 120 Einwohner und Vertreter mehrerer Parteien und antirassistischer Organisationen aus den S-Bahn-Gemeinden gegenüber. Mit Rasseln, Vuvuzelas sowie lautstarken "Nazis raus"- und "Haut ab!"-Rufen übertönten sie die Kundgebung der NPD.

Hunderte von Menschen haben in Hohen Neuendorf, Hennigsdorf, Oranienburg und Zehdenick friedlich gegen Kundgebungen der rechtsradikalen NPD demonstriert.
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Demonstrationen gegen NPD-Kundgebungen in Hohen Neuendorf, Hennigsdorf und Oranienburg

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Prominentester Gast in Hohen Neuendorf war Brandenburgs Justizminister Helmuth Markov (Linke), der sich spontan den Gegendemonstranten angeschlossen hatte, nachdem er am Donnerstagabend von den NPD-Kundgebungen erfahren hatte. "Ich kann es nicht dulden, dass gegen Asylbewerber und Fremde gehetzt wird", begründete Markov seine Teilnahme an den Protesten. "Die NPD darf weder in Europa noch in den Kommunen in die Parlamente einziehen." Er unterstütze die Gegendemonstration sowohl privat als auch als Vertreter der Landesregierung.

Markov beteiligte sich auch an der Anti-NPD-Aktion in Hennigsdorf, wo etwa 80 Menschen einem Aufruf von Gewerkschaften, Parteien und dem Bündnis Halt gefolgt waren. Auf dem Postplatz untersagte die Polizei der NPD, ihre Kundgebung direkt vor dem Mahnmal für die Opfer der Konzentrationslager abzuhalten.

Die Reden, die danach von einer anderen Ecke des Platzes aus gehalten wurden, gingen aber auch in Hennigsdorf weitgehend im Rufen und Pfeifen der Gegendemonstranten unter.

Um die 80 Leute beteiligten sich am Nachmittag auch in Oranienburg vor der Havelpassage lautstark, aber friedlich an den Protesten des Bündnisses "Oberhavel Nazifrei". In Zehdenick boten 50 Gegendemonstranten den NPD-lern auf dem Marktplatz Paroli, darunter Stadtverordnete Roland Kurze. "Das habe ich seit 1990 nicht erlebt", kommentierte der Zehdenicker Roland Kurze.

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