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Mehr Gewalt gegen Polizisten - "Autoritätsverlust des Rechtsstaates"

05.05.2014, 11:29 Uhr - Aktualisiert 05.05.2014, 11:48
Potsdam (dpa) Polizeibeamte in Brandenburg werden häufiger Opfer von Gewalt. Wie eine aktuelle Statistik des Innenministeriums in Potsdam zeigt, wurden im vergangenen Jahr 1038 Gewaltdelikte von Beamten angezeigt. Im Vorjahr waren es 70 weniger. Es wurden auch mehr Fälle von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte (2013: 800; 2012: 739) registriert. Insgesamt stieg die Anzahl der Straftaten gegen Polizeibeamte von 1065 auf 1121. Die Zahl der Verletzten nahm 2013 ebenfalls zu, von 183 auf 211 - darunter auch zwei Schwerverletzte. Im Vorjahr hatte es laut Statistik nur Leichtverletzte gegeben.

Die meisten Fälle von Gewalt ereigneten sich bei Routineeinsätzen, sagte Ingo Decker, Sprecher des Innenministeriums. Er machte für den Anstieg der Gewalt vor allem zunehmende Respektlosigkeit gegenüber Polizisten verantwortlich. Viele Fälle von Beleidigungen oder Rüpeleien würden von den Beamten gar nicht angezeigt, hieß es. Großveranstaltungen wie Demonstrationen und Fußballspiele seien nicht in erster Linie das Problem. Bedenklich sei vielmehr ein "Autoritätsverlust des Rechtsstaates", auf dessen Grundlage die Polizisten ihre Arbeit verrichteten. Dies mache Routineeinsätze gefährlicher als bisher.

Als Beispiele nannte Decker Fälle von Ruhestörung oder häuslicher Gewalt, die häufiger als früher unversehens eskalierten. Eine Verbindung zum geplanten Personalabbau im Zuge der Brandenburger Polizeireform sieht Decker nicht. "Wir fahren bisher mit zwei Beamten Streife, und wir werden auch künftig mit zwei Beamten Streife fahren", sagte er. Fehlendes Personal sei nicht für den Anstieg der Gewalt verantwortlich. Die CDU widerspricht: "Vielfach muss ein Beamter aufgrund der dünnen Personaldecke gerade im Streifendienst alleine Streife fahren, um die Funkstreifenwagen zu besetzen", betonte der innenpolitische Sprecher Björn Lakenmacher. "Das ist gerade im Hinblick auf die Sicherheit und notwendige Eigensicherung der Polizisten problematisch und führt dazu, dass der Polizeidienst in Brandenburg gefahrgeneigter wird, als er ohnehin schon ist".

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Simon 06.05.2014 - 12:19:49

wenn sich die Polizei oder besser gesagt

der Polizist als Marionette von Politikern missbrauchen lässt, soll er sich nicht wundern wenn er auf dieselbe Seite geschoben wird. Früher hatte ich Achtung vor Polizisten mit Hirn und Verstand, heute erlebe ich “gehorsamesdenken“ alter Generation. Erst wenn der Polizist wieder Freund und Helfer der Bürger ist und nicht Handlanger verkommene Politik und Wirtschaftsbosse hörig daherkommt, erst dann wird der Bürger wieder das sehen was die Polizei gern hätte. Polizei von heute ist nichts weiter als die Umsetzung der Geldverteilung von unten nach oben, das hat heute ein Polizist abzusichern. zukünftige Polizeiarbeit in Deutschland kann man am Beispiel Griechenland nachvollziehen. nur soll sich ein Polizeibeamter keine Illusionen machen wenn deutsche Bürger auf die Straße gehen, tun sie es effektiver als griechische Bürger. Die Nebenschauplätze der häuslichen Gewalt sind nur Ausdruck und Nebenwirkung der übergeordneten Doktrin der Politik. Der Polizist dein Freund und Helfer. also liebe Polizisten macht euch wieder auf den Weg zum Bürger und redet für dessen Interessen der Politik ins Stammbuch.

Christoph 06.05.2014 - 05:01:17

Gewalt gegen die Polizei 2.0

eben weil die Beamten unter den selben Problemen leiden wie wir sollte man es als Mensch verhindern Bürger in Uniform auf Bürger ohne Uniform zu hetzen, zumal wir ja die Polizisten von unserem Steuergeld bezahlen also sind das doch unsere freunde wenn ihr sie seht nehmt sie doch einfach mal in den Arm und dankt ihnen statt auf Ventilverantstaltungen Flaschen und Feuerwerkskörper auf sie zu werfen.

Nurmut 05.05.2014 - 23:55:59

Mehr Gewalt gegen Polizisten - Autoritätsverlust des Rechtsstaates

Der Polizist ist das Ventil, in welches der mit Frust, Wut und Hass beladene Bürger die Luft ablässt. Der Polizist steht als Sinnbild für eine Werteordnung, die den Bürger entmündigt, ihn nicht als Souverän sieht, ihn mit seiner Existenzangst, seinen Problemen alleine lässt, in seinen Rechten beschneidet, er Ungleichbehandlung, Ungerechtigkeit erfährt. Die entrückten Politiker haben sich schon lange vom Volk entfernt. Klientel-, Hinterzimmerpolitik. Am einfachen Bürger, auf die Leistungserbringer wälzt man alles ab. Sie überzieht man mit grausamer Sparpolitik, an ihnen stößt man sich gesund. Es sind keine Volksvertreter, sondern Volksabtreter, auf Eigennutz getrimmte, ohne in die Zukunft blickende, saft und kraftlose, selbstherrliche Schauspieler. Das Volk spürt diese Dekadenz, den Werteverfall. Der Publikumsjoker irrt nicht. Auf der Straße spürt der Polizist als einer der ersten die Reaktionen der Regierten auf die Regierenden. Selbst kann der Polizist nichts für den Frust der Bürger, ist er doch selbst Spielball der Politik, der sich dem Spardiktat beugen muss. Durch seine höhere Führungsetage erhält er keine Rückendeckung, da diese Quereinsteiger keine Polizisten, eher Politikjuristen mit kalter betriebswirtschaftlicher Denke sind. Sie geben lieber Zielvorgaben für das Erfüllen irgendwelcher Fallzahlen und beurteilen den nachgeordneten Bereich nach diesen. Dem Streifenpolizisten wird somit der gesetzliche, mögliche Ermessensspielraum bei der Ahndung von Ordnungswidrigkeiten beschnitten, da er vor seinem Vorgesetzten nicht als faul gelten möchte. Er ist den Wahn des Alles- Messbar- Machen, den Bürger zu kriminalisieren unterworfen. Dienststellen, in denen die Führungsriege aus Karrieregründen den nach geordnetem Bereich mit Zielvorgaben quält, fallen merklich negativ bei Widerstandshandlungen auf. Dabei ist Polizeiarbeit weit mehr als stumpfes Erfüllen von Zielvorgaben. Lässt sich aber kaum nach herkömmlichen Maßstäben greifen, führt bei weniger Fallzahlen gar zu Personalbbau. Drum Polizist, überlege genau, für wen du deine Haut zu Markte trägst.

westen 05.05.2014 - 13:53:20

Woher kommt das ?

Es kommt daher,dass die Polizei als Prügelknabe für die Politik herhalten muss und von dehnen keine Rückendeckung bekommt. Auch die Herren Richter,tragen dazu bei. Als ich 1963 in den Polizeidienst in Lüneburg eingetreten bin,wurde der Schutzmann noch geachtet. Wir konnten noch in Uniform den Heimweg antreten. Heute,ist das in den Ballungsgebieten nicht möglich,ohne angemacht zu werden.

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