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Fischer Peter Meng hilft Bestand zu sichern

60 000 Aale ausgesetzt

Kraftakt: Ronald Menzel (rechts) und Andreas Schneider (links) von der Fischereischutzgenossenschaft Brandenburg haben 350 Kilogramm Jungaale geliefert. Stefan Lent, Lehrling bei der Fischerei Löcknitz, packte beim Wiegen am Werlseeufer mit an.
Kraftakt: Ronald Menzel (rechts) und Andreas Schneider (links) von der Fischereischutzgenossenschaft Brandenburg haben 350 Kilogramm Jungaale geliefert. Stefan Lent, Lehrling bei der Fischerei Löcknitz, packte beim Wiegen am Werlseeufer mit an. © Foto: MOZ
Anke Beißer / 09.05.2014, 07:55 Uhr
Grünheide (MOZ) Um den Aalbestand zu sichern, werden seit 2006 jeweils im Frühjahr tonnenweise Jungaale in den Einzugsgebieten der Elbe - Gewässer, die Spree, Dahme und Havel speisen - ausgesetzt. Seit Jahren beteiligt sich auch Peter Meng von der Fischerei Löcknitz an dem Projekt. Am Donnerstagmittag bekam er von der Fischereischutzgenossenschaft Brandenburg 350 Kilogramm Jungaale - knapp 60 000 Tiere - geliefert.

Die überaus quirligen, etwa je zwölf Zentimeter langen und nur sechs Gramm leichten Fische wurden erst trogweise gewogen und dann vom Boot aus mit dem Kescher im Werl-, Peetz- und Möllensee verteilt - quasi in ihrer Kinderstube. Würde Meng sie in einem Schwung am Ufer aussetzen, wären sie leichte Beute aller Tiere, die kleine Fische fressen.

Acht bis zehn Jahre sollen sie dann in den Seen gedeihen, bis sie geschlechtsreif sind und zu ihren Laichgebieten in der Karibik aufbrechen. "Der hohe Fettgehalt, immerhin 25 Prozent der Körpermasse, macht die Energiereserve aus, um die rund 5000 Kilometer gegen den Golfstrom zu meistern", weiß Meng. Die in der Sargassosee im Golf von Mexiko geschlüpften Miniaale kommen dann mit dem Golfstrom wieder zurück und werden an den europäischen Küsten in Spanien, Frankreich und England als Glasaale gefischt. In spezielle Anlagen werden sie ein paar Monate aufgepäppelt und schließlich auch in unsere Region gebracht. "Vor 200, 300 Jahren haben die Aale den Weg hierher noch alleine geschafft", sagt Meng. Bauwerke in den Flussläufen machten die Wanderung unmöglich.

Übrigens weiß keiner so genau, wie viele Jungaale tatsächlich überleben, denn natürliche Feinde - Enten, Raubfische, Kormorane - aber auch die Schifffahrt sorgten für hohe Verluste.

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