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Tom Hanks fährt jetzt Trabi - MOZ-Leser hat Auto spendiert

Jetzt ist es sein Trabi: US-Schauspieler Tom Hanks bekommt von MOZ-Chefredakteur Frank Mangelsdorf (r.) den Schlüssel für den blauen Trabant.
Jetzt ist es sein Trabi: US-Schauspieler Tom Hanks bekommt von MOZ-Chefredakteur Frank Mangelsdorf (r.) den Schlüssel für den blauen Trabant. © Foto: MOZ /Gerd Markert
Andreas Wendt / 17.05.2014, 17:00 Uhr - Aktualisiert 16.03.2015, 17:38
Eisenhüttenstadt (MOZ) Hollywood-Schauspieler Tom Hanks („Forrest Gump“) ist seit Sonnabend stolzer Trabi-Besitzer. Der Oscar-Preisträger, der derzeit in Berlin für den Film „Ein Hologramm für den König“ vor der Kamera steht, nutzte den drehfreien Tag für einen weiteren Besuch in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree).

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Trabi für Tom Hanks

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„Es ist ein bisschen wärmer als bei meinem letzten Besuch“, sagte ein gut gelaunter Tom Hanks am Sonnabend bei seiner Ankunft vor dem Dokumentationszentrum für DDR-Alltagskultur in Eisenhüttenstadt.

Tom Hanks fährt jetzt Trabi. Frank Mangelsdorf, Chefredakteur der Märkischen Oderzeitung, übergab das Auto in Eisenhüttenstadt.
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Tom Hanks in Eisenhüttenstadt

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Schon im November 2011 war Hanks überraschend in die sozialistische Retortenstadt gekommen und hatte sich dort insbesondere für die neoklassizistische Architektur, die sogenannten Stalin-Bauten interessiert. Bereits damals hatte er versprochen: Ich komme wieder. Dass er dieses Versprechen einlöst, hatte sich zuvor mehrmals angedeutet: In der amerikanischen Late-Night-Show von David Letterman und später auf der Couch von „Wetten dass“-Moderator Markus Lanz schwärmte der 57-jährige Schauspieler von der Stadt, deutschen Autobahnen und zeigte stolz Fotos, auf denen er vor einem Trabant posierte.

Die Märkische Oderzeitung hat  nun einen Frankfurter Leser mit Tom Hanks zusammen gebracht, der ihm einen knapp 25 Jahre alten himmelblauen Trabant P 601 de luxe Kombi spendiert. „Wir haben lange Zeit nach einem Trabi-Besitzer gesucht, der bereit ist, sein Fahrzeug an Tom Hanks zu verkaufen“, sagt MOZ-Chefredakteur Frank Mangelsdorf. Als sich der 36-jährige Martin Vilser meldete, hat sich die Märkische Oderzeitung bemüht, den Kontakt zu Tom Hanks herzustellen. Der war begeistert – so kam es zum Trabi-Gipfel in Eisenhüttenstadt. Nach kurzer Einweisung durch MOZ-Chefredakteur Frank Mangelsdorf steuerte der Schauspieler den mit Heckscheibenheizung, Nebelscheinwerfer und Radio ausgestatteten Oldtimer made in GDR nach einem Besuch des Dokumentationszentrums für DDR-Alltagskultur selbst durch die Straßen von Eisenhüttenstadt. Mit an Bord waren Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und MOZ-Chefredakteur Frank Mangelsdorf.

Den 26 PS starken Trabant will Hanks mit nach Amerika nehmen und einem Auto-Museum in Los Angeles zur Verfügung stellen. Bis dahin ist nicht ausgeschlossen, dass der Schauspieler sowohl in Berlin als auch in seiner kalifornischen Heimat selbst hinter dem Lenkrad des Zweitakters anzutreffen ist.

Auch im DDR-Museum zeigte sich der Schauspieler auch begeistert von der motorisierten Welt des Sozialismus. „Oh, a ‚Schwalbe‘“, sagte Hanks erstaunt beim Anblick eines ausgestellten, gelben Mopeds und zückte sogleich sein iPhone, um ein Bild zu machen – nicht das erste. „Von der ‚Schwalbe‘ mache ich Fotos, wo immer es geht“, betonte er und wusste auch, dass das Moped drei Gänge hat. Amüsiert hat sich der Schauspieler über Ausstellungsstücke wie ein Exemplar der Zeitschrift „Bravo“ aus dem Jahr 1979, deren Titelseite ein Bild des zu jener Zeit populären US-Sängers Shaun Cassidy zierte. Museumsleiter Hartmut Preuß vermittelt Hanks ein wenig DDR-Alltag und erklärte ihm beispielsweise, dass früher übliche Badeöfen drei bis vier Stunden vorgeheizt werden mussten und die ganze Familie in nur einer Wannenfüllung baden musste.

Am meisten jedoch hat Hanks der Trabant beeindruckt. Eine halbe Stunde lang lenkte er das  1989 in Zwickau produzierte Fahrzeug durch die Straßen von Eisenhüttenstadt. MOZ-Chefredakteur Frank Mangelsdorf war überrascht, wie professionell er das tat. „Wenn man weiß, dass der Trabant eine aus heutiger Sicht komplizierte Schaltung hat, dann hat er sich da sehr pfiffig angestellt und das Auto nicht einmal abgewürgt“, lobte Mangelsdorf. Dass Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit seinen fast zwei Metern Größe auf der Rückbank Platz nehmen musste, fand Hanks besonders lustig. Woidke war bis Anfang der 1990er Jahre selbst noch im Trabi unterwegs gewesen. „Die Leute dachten früher immer, da kommt der erste ferngesteuerte Trabant, weil ich auf Grund meiner Größe immer zum hinteren Fenster rausgeguckt habe“, sagte Woidke.

Trabi-Verkäufer Martin Vilser aus Frankfurt (Oder) wird den Verlust verschmerzen. Er hat noch drei weitere Modelle aus Zwickau in seiner Garage stehen, darunter einen Trabant in kompletter Lederausstattung. „Ich habe schon ein Vermögen in die Fahrzeuge investiert“, erzählt der Trabi-Fan. Dass der himmelblaue Kombi, den sich Vilser erst im Januar zugelegt hatte, jetzt Tom Hanks gehört, ist für Vilser eine Sensation. Und für den Fall, das der Schauspieler mal auf der Strecke bleibt, hat ihm Vilser auch gleich noch das Handbuch „Wie helfe ich mir selbst“ mit auf den Weg zurück nach Berlin gegeben.

Kommentare

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Hotte 19.09.2014 - 22:02:02

Trabi Hanks

Wäre es nicht sinnvoller gewesen, den Trabi einer alleineziehenden Mutter, einem Geringverdiener o.ä zu überlassen (dachte ich mir damals schon bei Lindenberg, Heck u. Co.), anstatt jemandem, der das Gefährt ohnehin nur in die Ecke stellt ?! Irgendwie traurig ...

rammstein 21.05.2014 - 13:06:05

@Ralf Kublich

richtig erkannt - so etwas nennt man auch volksverdummung

Hüttenstädter 20.05.2014 - 15:19:50

Zum Kopfschütteln

Und es geht weiter mit Peinlichem: so schreibt die Redakteurin Neiser in die heutige Ausgabe einen fetten Artikel, und titelt diesen mit "Das Hanks-Fieber geht weiter". In Eisenhüttenstadt konnte keinerlei Hanks-Fieber bemerkt werden. Warum auch? Genauso ein vorangegangener Beitrag, in dem davon die Rede ist, Eisenhüttenstadt sei eine Retortenstadt. So ein Unfug!

Ralf Kublich 20.05.2014 - 08:24:53

Ungereimtheiten

Diese aufgeblasene Geschichte ist mächtig peinlich und enthält mehrere Ungereimtheiten. In den Überschriften wird verkündet, der Leser hat Tom Hanks den Trabi geschenkt. Im Text ist aber vom Trabi-Verkäufer die Rede. Also hat er das Auto verkauft? Wer hat es bezahlt? Warum hat der Trabi MOZ-Werbung drauf, wo er doch angeblich ein privates Geschenk ist? Und warum überreicht der Chefredakteur dem Schauspieler die Autoschlüssel, zu sehen auf den Fotos, obwohl doch angeblich der Leser der edle Spender ist? Die Krönung der Peinlichkeiten ist allerdings die Tatsache, dass sich Herr Woidke für solch eine PR-Geschichte hergibt.

Frank 19.05.2014 - 18:22:27

Tom Hanks ist begeisterter Auto-Fan

Warum das Elektroauto sterben musste http://www.youtube.com/watch?v=9r1W_kbJ7Zo Ab 12:30 ist Tom Hanks zu sehen, einer der begeisterten Leasingnehmer des Elektroautos EV1 in den 90'ern. Das Projekt wurde auf Druck der Ölindustrie plattgemacht.

Rumbalotte 19.05.2014 - 09:23:51

@Isenhagen

.. und Angesichts der Bergwerkskatastrophe in der Türkei, der Regenfluten auf dem Balkan, der Brände in Kalifornien, der Volksabstimmung in der Schweiz, der Naturkatastrophe auf den Galapagosinseln und dem Tod eines Bibers in MOl, muss ich Ihnen Recht geben.

Antje Lewe 19.05.2014 - 09:19:05

Warum kam denn der Herr Ministerpräsident nicht mal zum "Brennpunkt" in Ehst?

Ich finde es ja schon ziemlich unverschämt, dass sich der Herr Woidke am Samstag schön mit dem Trabi durch Hütte chauffieren lässt, aber wo ist er denn, wenn es um die Belange der Bürger dieser Stadt geht ? Gerade jetzt im Wahlkampf hätte es ihm und seiner Partei sehr gut getan, wenn er sich auch beim Frühlingsfest der Bürgerinitiative "Gesundes Fürstenberg" hätte blicken lassen ! Hier kämpfen viele, viele Bürger schon jahrelang für die Einhaltung des Umweltschutzes, Schreiben an Herrn Woidke, kommen unbeantwortet zurück....Wir sind wohl nicht so wichtig,...mit unserem kleinen "Giftmüllproblem "! Ich hätte es sehr begrüßt, wenn die Herren einmal beim Frühlingsfest vorbeigesaust wären, und Herr Woidke Entscheidungen der Landesregierung oder seine Positionierung dazu der breiten Öffentlichkeit kund getan hätte....Es waren ja sehr viele Wähler zugegen.... Ansonsten tolle Aktion für Hütte ! :-)

Trepliner 19.05.2014 - 08:47:42

Alter Hut

Einen Trabant für Amerikaner gab es bereits 1990, also vor 24 Jahren, als in FF die "US-Air Force Band Europe" in der Konzerthalle gastierte und das Kulturzentrum der amerikanischen Luftwaffenband einen Himmelblauen Trabant für den US-Luftwaffenstützpunkt Rammstein schenkte, wo sie stationiert ist. Das machte damals auch noch Sinn. Heute ist es nur ein kalter, dümmlicher PR Gag.

Hanky 18.05.2014 - 18:50:56

Bleibt locker !

Die Hüttenstädter sollten locker bleiben und den architektonischen Wert ihrer Stadt begreifen. Sie wohnen in einer Stadt, deren Architektur in Deutschland und wohl auch in Europa einmalig ist. Diese Tatsache muss nur richtig vermarktet werden. Es könnte sogar sein, dass zukünftig Reisegruppen einen Abstecher nach Eisenhüttenstadt machen, um diese Einmaligkeit zu sehen. So sollte der Besuch von Tom Hanks gewertet werden. Mehr kostenlose Werbung geht nicht.

Seppel 18.05.2014 - 18:47:35

Woidke und sein Auftritt, nur billiger Klamauk

Wenn sich TH für einen Trabant interessiert, ist das natürlich völlig in Ordnung und schließlich auch seine Privatsache. Wenn aber ein Politiker der Landesregierung ohne einen Bezug dazu sich mit fremden Federn schmückt, ist es einfach nur jämmerlich und billig.

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