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Oliver Schwers 18.05.2014 07:55 Uhr
Red. Uckermark, schwedt-red@moz.de

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Luxus einer Traumlandschaft

Fergitz (MOZ) Höchst moderne Architektur unter Verwendung alter Ziegel hat Prinz Ferdinand von Hohenzollern an den Uckersee gestellt. Auf Gut Fergitz ist eine der sehenswertesten Ferienanlagen der Uckermark entstanden. Luxus für Urlauber mit Blick auf den See. Die Einweihung findet an diesem Sonnabend statt.

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Zwei solcher Gebäude beherbergen vier Ferienwohnungen für mindestens 16 Personen.

© Oliver Schwers

In Süddeutschland hat der Begriff Weite eine andere Bedeutung als in der Uckermark. Während man im Schwäbischen von Kirchturm zu Kirchturm blickt, braucht man hierzulande erst eine Viertelstunde mit dem Auto, bevor das nächste Dorf auftaucht. Genau diese Landschaft suchte Ferdinand von Hohenzollern mit seiner Frau, als sie 2001 durch die Gegend fuhren und im uckermärkischen Fergitz einen vollkommen heruntergewirtschafteten Gutshof entdeckten. Der Prinz mit langer Adelstradition aus dem Hause Hohenzollern-Sigmaringen erkannte sofort die unglaublich schöne Lage mit dem unverwechselbaren Blick auf den Uckersee. Der Architekt krempelte die Ärmel hoch und räumte Schutt aus den Ruinen.

Auf den gesammelten Bildern der vergangenen zehn Jahre sind eingestürzte Decken eines Verwalterhauses, Beton aus DDR-Zeit, vermüllte Scheunen zu sehen. Auf der Treppe vor leeren Fensterhöhlen sitzt eine junge Familie, die mit unerschütterlichem Optimismus ihren Lebenstraum erfüllen will. Der steht jetzt in preisverdächtiger Architektur auf den erhalten gebliebenen Kellerfundamenten. Rötlich schimmernde Ziegel, weiß abgesetzte Vorbauten, viel Glas und Holz. So modern die strengen Linien erscheinen, so fügsam richten sie sich in der Landschaft ein. Ferdinand von Hohenzollern, der ansonsten meist alte Gebäude in Berlin und Brandenburg restauriert und umbaut, hat sich die Landschaft ins Haus geholt. Das Panoramafenster wirkt von innen wie das größte Gemälde, das je vom Uckersee geschaffen wurde.

"Andere wollen nach Zehlendorf oder Pankow, wir wollten nach draußen in die freie Natur. Wir kommen ja beide vom Land", sagt der Prinz. Und weil genau diesen Wunsch viele Berliner mit ihm teilen, verwandelte der Architekt einen Großteil des Fünf-Hektar-Areals in einen geradezu luxuriösen Rückzugsort für gestresste Großstadtmenschen. Nach Vorbild des eigenen Hauses entstanden im vergangenen Jahr auf dem früheren Wirtschaftshof vier Ferienwohnungen in zwei neu errichteten Gebäuden. Die 65 bis 110 Quadratmeter großen Appartements mit 16 Betten erfüllen Wünsche des gehobenen Anspruchs: Kamin, Terrasse, erstklassige Bäder, Blick in die Natur, grüne Wiese und in jeder Wohnung wenigstens ein altes Möbelstück - so viel Tradition muss sein.

Der Luxus hat seinen Preis. Dennoch sieht Ferdinand von Hohenzollern keine Vermietungsprobleme. Mit seinem verkehrsgünstigen Urlauberziel füllt er eine Nische im Bettenplan der Uckermark. Es fehlt an komfortablen Ferienwohnungen in entsprechender Lage. Schon seit langem werben die Touristiker für den Ausbau solcher Standorte. Aus diesem Grund konnte die Anlage, die gleichzeitig das nahezu untergegangene Gut Fergitz wiedererstehen lässt, aus europäischen Mitteln gefördert werden. "Wir versuchen hier auch, Visionen zu entwickeln, keine großen Hotels, kein Massentourismus", sagt der Prinz und gerät dann doch ins Schwärmen: "Die Uckermark ist spannend wie sie ist. Deshalb muss man alles, was man anfasst, auch behutsam machen."

So hat er einfach die letzten Feldsteinmauern des ungenutzten Kuhstalls mitten auf dem Gelände stehen lassen - malerische Ruine mit eigenwilligen Sichten. Dahinter verbirgt sich Symbolwert. Auf den alten Mauern können kreative Köpfe Neues schaffen. "Der Tourismus ist ein Segment, der wächst und Leute nachzieht", meint der Prinz. "Vielleicht ist auch der eine oder andere Kreative dabei. Wir wollen hier unseren bescheidenen Beitrag dazu leisten."

Das Gut wird künftig Kunst fördern, Kultur anziehen und sich an Veranstaltungen beteiligen. Damit fügt es sich ein in die rund um den Uckersee entstandenen Ferienobjekte unterschiedlichster Art - angefangen beim Seehotel Huberhof, über das Panoramahotel bis hin zum Gut Suckow in unmittelbarer Nachbarschaft.

Noch immer stehen überall Gutshäuser, historische Wirtschaftshöfe, Wassermühlen, Gastwirtschaften oder ganze Bahnhöfe leer in der Landschaft herum. Folge der Abwanderung und der Strukturveränderungen seit 1989. "Es war aus heutiger Sicht vielleicht auch ein Fehler im Einigungsvertrag, dass man Alteigentümer nicht etwas mehr bevorzugt hat", sagt Ferdinand von Hohenzollern. "Sonst wären vielleicht mehr von ihnen zurückgekommen. Mit Traditionsbesitz geht man immer anders um."

Seine Familie gehört nicht zu den Alteigentümern. Sie sitzt seit Jahrhunderten im Schwäbischen. Dorthin wird es ihn nicht zurück ziehen. "Wir hoffen, dass unsere Kinder das hier fortführen."

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