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Inga Dreyer 05.06.2014 04:40 Uhr
Red. Bad Freienwalde, freienwalde-red@moz.de

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Verfressener Onkel und verliebte Nichte

Bad Freienwalde (MOZ) Am Freitag feiert die Wanderoper Brandenburg mit ihrer neuen Produktion Premiere. "Der Vetter aus Dingsda" ist eine humorvolle Operette über jugendliche Schwärmereien, Verwechslungen und das Finden der großen Liebe.

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Ein Sänger will die Bühne von der Seite betreten, doch die Sense, die er auf der Schulter trägt, passt nicht durch den Eingang. Der Opernregisseur und Wanderoper-Leiter Arnold Schrem springt auf, läuft auf die Bühne. Gemeinsam probieren sie, wie Sänger Anton Derbanosov, der die Rolle des Dieners Karl spielt, die Sense halten muss.

Nach mehreren Wochen Arbeit im Probensaal in Berlin-Kreuzberg, ist das nun der erste Kontakt mit der Bühne des Kurtheaters. Die erste Probe mit Licht und die erste mit Kostümen. Zum ersten Mal stehen die Sänger am Dienstag im Bühnenbild aus grünen Buchsbäumen unter bunten Lampions. Vor dem Durchlauf müssen die Auf- und Abgänge besprochen werden: Wer kommt wo rein, wer geht wo von der Bühne. Wo liegen die Requisiten, wo ziehen sich die Sänger um?

Tilman Ritter, musikalischer Leiter des Projekts, begleitet die Sänger am Klavier, die Orchestermusiker kommen erst am Nachmittag dazu. Ein Baustein nach dem anderen wird hinzugefügt, bis am Donnerstag erstmalig alles zusammenkommt, was am Freitagabend bei der Premiere aussehen soll, als sei es nie anders gewesen.

Julia Ebert betritt mit einer Teetasse in der Hand die Bühne. Die Sängerin spielt ihre Namensvetterin Julia de Weert, ein junges Mädchen, das unter der Vormundschaft ihres verfressenen Onkels und ihrer nervigen Tante steht.

Julia wartet sehnsüchtig auf die Rückkehr ihres Vetters Roderich, der vor sieben Jahren nach Asien ausgewandert ist, an einen fernen Ort, den alle nur "Dingsda" nennen. Immer, wenn sie nachts den Mond anguckt, denkt sie an den fernen Geliebten, dem sie die Treue geschworen hat.

An diesem Probenvormittag kommen der Sängerin nur stumme Liebesschwüre über die Lippen. Über ihrem mit rosafarbenen Blumen übersäten Kleid trägt sie einen dicken Schal. "Das ist man als Opermensch gewöhnt, dass die Stimme das anfälligste ist", sagt Regisseur Arnold Schrem. Da hilft nur: Auf die Aussage des Arztes vertrauen, dass die Sängerin bis Freitag wieder ganz gesund sein wird.

Onkel (Eckhart Strehle) und Tante (Christiane Mikoleit) hingegen sind topfit, veranstalten auf der Bühne ein Festmahl und regen sich dann über ihre Nichte auf, die sich wieder irgendwo herumtreibt.

Gerne möchte sie der Onkel sie an einen entfernten Neffen verheiraten, der dafür sorgen soll, dass das Geld der reichen Erben in der Familie bleibt. Seine Pläne hat er dabei ohne Julia gemacht, die keinen anderen als ihren Roderich will.

Wie meist im Leben kommt es anders. Die Operette "Der Vetter aus Dingsda" lebt von romantischen Verwirrspielen, witzigen Dialogen und Ohrwurm-Melodien. Arnold Schrem bezeichnet sie als eine der besten deutschen Operetten. Sie stammt aus der Feder des Komponisten Eduard Künneke und wurde 1921 in Berlin uraufgeführt. In der für die Bedürfnisse der Brandenburger Wanderoper bearbeiteteten Version des Komponisten Bernd Wefelmeyer wird sie von vier Musikern gespielt. Bis heute habe die Operette nichts von ihrer Aktualität verloren, sagt Arnold Schrem, dem es besonders die gut durchkomponierte Dramaturgie der Operette angetan hat. Die charmante Verwechslungsgeschichte spreche alle Generationen gleichermaßen an, findet der Opernregisseur.

"Der Vetter aus Dingda", Wanderoper Brandenburg, Premiere am Freitag, 19 Uhr im Kurtheater Bad Freienwalde, Kartenverkauf an der Abendkasse und bei der Tourist-Information, Tel. 03344 150890, Erwachsene 12 Euro, Kinder bis 14 Jahre 5 Euro

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