to_top_picture
Anmelden
Anmelden

Sonntag, 24. September 2017
ABO-ButtonePaper-ButtonKONTAKT-Button


Sie haben 8 von 10 Gratis-Artikeln gelesen.
x
Registrieren Sie sich jetzt und lesen Sie im Monat bis zu 20 Artikel kostenlos.
Jetzt kostenlos registrieren
Bereits registriert? Bitte anmelden

Annette Herold 18.06.2014 00:40 Uhr
Red. Frankfurt (Oder), frankfurt-red@moz.de

artikel-ansicht/dg/0/

Wappenhaus erhält seinen Schmuck zurück

Frankfurt (MOZ) Nach Jahrzehnten wieder sichtbar: Unter Putz ist der Ziergiebel des Wappenhauses in der Karl-Sobkowski-Straße erhalten geblieben. Jetzt soll der Schmuck des charakteristischen Erkers wieder freigelegt werden. Für Dezember ist der Abschluss der Arbeiten erwartet.

artikel-ansicht/dg/0/1/1289824/

Für den Genthiner Bauunternehmer Thomas Erbs sind diese Tage besonders spannend. In der kommenden Woche erfährt er, wie sich die Fassade des denkmalgeschützten Wappenhauses am besten restaurieren lässt. Speziell geht es um den markanten Erker des 1922/23 erbauten Hauses. Darauf abgebildet waren 14 Wappen von Städten, die im Osten wie im Westen Deutschlands durch den Versailler Vertrag verloren gingen. Das Haus wurde zum Ende des Zweiten Weltkrieges teils durch einen Bombentreffer zerstört, ein Flügel war nicht mehr nutzbar. Der Wappenerker aber blieb erhalten. Später wurden Bauarbeiter beauftragt, die Wappen unkenntlich zu machen, sie sind aber nur überputzt und nicht entfernt worden.

Dass diese Wappen nun wieder zu sehen sein sollen, ist für Bauunternehmer Erbs selbstverständlich. Der überputzte Schmuck gehöre an die Fassade, sagt er. Wie er wieder sichtbar werden kann, hat eine Studentin für ihre Bachelorarbeit untersucht. Abgabetermin ist am 24. Juni, wie Thomas Erbs berichtet. "Dann rechne ich auch mit Ergebnissen." Folgen sollen Gespräche mit dem Denkmalschutz, sodass das Haus seine alte Schönheit zurückerhält. Es gehe darum, eine Variante zu finden, die dem Denkmalschutz wie wirtschaftlichen Erfordernissen gerecht werden, sagt Erbs.

Die damaligen Bauherren haben den Erker nicht ohne Grund auf diese Weise gestalten lassen. Die kleine Siedlung südwestlich des Grünen Wegs bildet neben Paulinenhof den umfangreichsten Teil des Wohnungsbauprogramms für die Beamten der Reichsbahndirektion Osten. Die Direktion war in den 1920er-Jahren von Posen (heute Poznan) nach Frankfurt verlegt worden. Ausgeführt wurden die Arbeiten im Auftrag der Siedlungsgesellschaft Osten mbh. Die Gesellschaft zeichnete auch verantwortlich für den repräsentativen Bau am Anger.

Bauunternehmer Erbs restauriert den größten Teil der Siedlung jetzt nach und nach. Ins Wappenhaus sollen Eigentumswohnungen kommen. Der im Krieg zerstörte Flügel ist mittlerweile im Rohbau fertig, das Dach des gesamten Hauses gedeckt und der Dachstuhl saniert. Jetzt werden die Innenwände gestellt, wie Erbs berichtet - geplant sind Wohnungen mit individuellen Grundrissen. Für Dezember ist der Abschluss der Arbeiten geplant.

Kießlings Schrift über das Frankfurter Bauprojekt ist auf der Internetseite des Stadtarchivs (www.stadtarchiv-ffo.de, links auf "Besondere Angebote" und "Ostmarkbauten" klicken) nachlesbar.

Artikel empfehlen

Artikel kommentieren

Seite empfehlen

Nachricht an die Redaktion

Druckversion

Lesen Sie auch...

Artikel kommentieren   Lesezeichen setzen   Nachricht an die Redaktion   Druckversion

Regionalnavigator

Landkreiskarte Brandenburg Ostprignitz-Ruppin Potsdam-Mittelmark Brandenburg/Havel
MOZ

Ort, PLZ oder Redaktion