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Schon sicher geglaubter Umzug nach Bad Freienwalde geplatzt / Suche geht weiter

Rückschlag für den Gnadenhof

Tilman Trebs / 19.06.2014, 21:59 Uhr
Lehnitz (til) Die Wildtierretter vom Lehnitzer Gnadenhof waren eigentlich guter Dinge. Noch vor wenigen Tagen gingen sie mit 99-prozentiger Sicherheit davon aus, ihr Lager alsbald im Bad Freienwalder Ortsteil Sonnenburg (Märkisch Oderland) aufschlagen zu können. Der abgelegene Hof mit eigenem Wald und Zugang zum See schien ideal für die Bedürfnisse der Tierschützer zu sein. In den vergangenen Wochen haben sie dort sogar schon Dächer repariert, das Grundstück beräumt, die Wiesen gesenst und die Gebäude gefegt.

Doch nun ist der Traum vom neuen Hof in Sonnenburg geplatzt. Nach einem Gespräch mit den zuständigen Behörden im Bad Freienwalder Rathaus am Dienstag dieser Woche sagten die Lehnitzer den Kauf des Grundstückes ab und werfen dem bisherigen Eigentümer des Hofes vor, mit falschen Karten gespielt zu haben.

Denn anders als vom Verkäufer angegeben, lag für das Grundstück kein Wohnrecht mehr vor. Die Tierschützer hätten also eine Umnutzung bei den Behörden beantragen, das Grundstück vermessen und eine Bauplanung vorlegen müssen. "Schon dies allein wäre bei der Größe des Grundstücks finanziell nicht zu stemmen", wird auf der Facebook-Seite des Gnadenhofs mitgeteilt. Für persönliche Nachfragen waren die Gnadenhof-Betreiber am Donnerstag nicht zu erreichen.

Auch beim Thema Denkmalschutz fühlen sich die Tierretter vom Grundstücksverkäufer hinters Licht geführt. Der soll behauptet haben, dass nur Dach und Fassade restauriert werden müssen. Die Behörden hätten aber die komplette originalgetreue Instandsetzung des Wohnhauses gefordert, heißt es in der Stellungnahme der Gnadenhof-Betreiber. Laut Schätzung der Bad Freienwalder Stadtverwaltung liegen die Kosten dafür bei 1 500 bis 2 000 Euro pro Quadratmeter. "Umgelegt auf das ganze Projekt liegen wir damit bei 2 bis 2,5 Millionen Euro."

Zu viel für die Tierschützer. Froh sind sie zumindest darüber, dass sie in Sonnenburg den vom Eigentümer geforderten Vorvertrag für den Kauf noch nicht unterzeichnet hatten.

Dennoch geht nun alles wieder von vorne los. Zuvor war bereits der Kauf eines Hofes in Neuholland am Veto des Bauordnungsamtes der Kreisverwaltung gescheitert. Eine Alternative zum bisherigen Gnadenhof am Lehnitzer Havelufer, wo die Räumungsfrist in diesen Tagen abläuft, gibt es damit weiterhin nicht. Im Internet bitten die Betreiber weiter um Unterstützung bei der Suche nach geeigneten Höfen. Ihr Lehnitzer Grundstück hatten die Tierretter wegen fehlender Genehmigungen und auf Grund von Anwohnerbeschwerden räumen müssen.

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Tica 26.06.2014 - 16:44:25

Solche Projekte sollten mehr gefördert werden !

Schade, daß es es mir dem neuen Hof nicht geklappt hat. Solche Projekte , die ja nicht nur den Tieren und Wildtieren helfen, sondern auch gemeinnützig sind, sollten mehr gefördert werden. Gerade weil man sich hier um verletze, ausgestoßene, abgeschobene und behinderte Tiere mit Herzblut kümmert. Und auch die Menschen kamen ja nicht zu kurz. Eigentlich sollte jede Gemeinde stolz sein, soetwas bei sich zu beherbergen. Ich hoffe es wird schnell ein neuer Hof gefunden, oder es fast sich jemand ans Herz soetwas zu unterstützen.

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