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Eberswalder Schulen berichten über Einsatzmöglichkeiten von digitalen Medien

Handys im Unterricht steigern Motivation

Anna Fastabend / 25.06.2014, 22:00 Uhr - Aktualisiert 25.06.2014, 22:46
Eberswalde (MOZ) Was passiert, wenn Lehrer Handys und Tablets einmal nicht zum Teufel jagen, sondern sie gezielt in den Unterricht einbeziehen? Damit haben sich zwei Eberswalder Schulen im Rahmen des Comenius-Regio-Projekts beschäftigt. Im Paul-Wunderlich-Haus stellen dort praktizierende Lehrer und Kollegen von englischen Partnerschulen ihre Ergebnisse vor.

Die Chancen von mobilem Lernen zu erkunden, ist Teil eines zweijährigen, von der EU geförderten Programms für lebenslanges Lernen. Das wiederum verknüpft die EU mit dem Ziel, die Zusammenarbeit von europäischen Schulen, über die eigene Landesgrenze hinaus, zu verstärken. So haben an dem Projekt neben dem Oberstufenzentrum II Barnim und der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Schule auch Bildungseinrichtungen aus der englischen Region Croydon mitgemacht.

Wie vielfältig Tablets oder Smartphones in den Lehrstoff integriert werden können, wird bei der Präsentation der Lehrer deutlich. So hat Englischlehrerin Regina Kranz, die seit über 20 Jahren an der Goethe-Schule unterrichtet, mit ihrer 6. Klasse ein Filmprojekt gestartet. Sie erzählt, dass sie sich zu Anfang nicht vorstellen konnte, wie sie die Heranführung an die digitalen Medien mit dem Fremdsprachenunterrichts verbinden soll. Für sie lag die Schwierigkeit insbesondere darin, dass ihre 23 Schüler unterschiedlich fit in Englisch sind. Zusätzlich ist es immer eine Herausforderung, die unterschiedlichen Interessen der Kinder anzusprechen, so die Lehrerin. Doch nach einem Arbeitstreffen der Projektteilnehmer in London sei ihr die zündende Idee gekommen: "Ich habe 23 englischsprachige Bücher der Bilderbuchreihe "Mister Men und Little Miss' von Roger Hargreaves und sechs Smartphones miteinander kombiniert. Die Mädchen und Jungen haben dann die Aufgabe bekommen, die kleinen Geschichten zu verfilmen." Ihre Schüler nahmen den Vorschlag sofort mit Begeisterung auf. "Sie haben gejubelt, als ich ihnen das Projekt vorgestellt habe", so Kranz. Zunächst hätten sie eine kostenlose App (Internetprogramm) auf das Handy geladen, mit der Stop-Motion-Filme - eine Art filmisches Daumenkino - erstellt werden können. Dann hätten die Schüler die Geschichten gelesen. Sie haben Filmteams gebildet und die Aufgaben Kamera, Animation und Regie verteilt. Die Figuren haben sie aus Knetgummi nachgestellt und die wenigen Minuten langen Filme mit der App erstellt. "Einige der Aufgaben mussten sie auch zu Hause erledigen. Am nächsten Tag haben sie mir erzählt, sie haben drei Stunden an ihren Hausaufgaben gesessen. So viel Spaß hat es ihnen gemacht." Im anschließenden Gespräch sei herausgekommen, dass die Kinder die englischen Texte vollständig verstanden haben.

Thomas Wolff vom Oberstufenzentrum II in Barnim hat mit seinen Schülern im Rahmen des Informatikunterrichts eine App entwickelt, mit der sie ihr Wissen in Chemie anhand von Quizfragen überprüfen können. "So haben sich die Schüler gleichzeitig mit Chemie und Informatik befasst", erklärt Wolff.

Innerhalb der Projektlaufzeit wurden zunächst die Lehrer an die technischen Möglichkeiten herangeführt, die für Jugendliche oft selbstverständlich sind. Dabei musste auch das ein oder andere Vorurteil abgebaut werden, wurde beim finalen Treffen resümiert. Sinnvolles Lernmaterial für die Geräte gebe es aber bisher erst in begrenztem Rahmen auf dem Markt.

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