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Abschied von einem geliebten Job

Auszeichnung mit Edelmetall: Christel Engel erhielt die Silberne Ehrennadel des Handwerks.
Auszeichnung mit Edelmetall: Christel Engel erhielt die Silberne Ehrennadel des Handwerks. © Foto: MZV/Schönberg
Christian Schönberg / 27.06.2014, 22:40 Uhr
Ostprignitz-Ruppin (MZV) Auf eine Powerfrau folgt eine Powerfrau: Die Kreishandwerkerschaft hat eine neue Geschäftführerin. Gunhild Brandenburg folgt Christel Engel. Die 65-Jährige ist am Freitag verabschiedet in den Ruhestand worden.

Sichtlich gerührt nahm die Kränzlinerin Abschied von ihren Kollegen, Mitstreitern und Freunden. Dass er ihr außerordentlich nahegeht, daraus machte sie in ihrer einfühlsamen Rede auch keinen Hehl: Keine Kindstaufe und keine Hochzeit, ohne dass sie mit den Tränen kämpfen müsse, sagte sie. Die flossen dann auch, als Engel, die noch freudestrahlend vor dem Empfang Gratulanten begrüßte, vom Landesverband der Handwerkskammer die Silberne Ehrennadel des Handwerks für ihre Verdienste verliehen wurden.

Was zu diesen Verdiensten gehörte, machte unter anderem Kammer-Vizepräsident Robert Wüst deutlich: Schwarzarbeit musste sie bekämpfen, sich um geeigneten Ausbildungsnachwuchs in den Handwerksbetrieben kümmern, Messeauftritte organisieren und nicht zuletzt stets als Ansprechpartner für die Belange und Probleme des Handwerks zur Verfügung stehen - und Lösungen finden. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Ralph Bührig, lobte ihre Verlässlichkeit, aber auch ihre Hartnäckigkeit, die sie an den Tag gelegt habe. "Sie hat nie locker gelassen und auch ein drittes Mal angerufen, wenn sie Unterstützung anforderte und sie noch vermisste", sagte Bührig.

Engel will jetzt mit ihrem Mann Bernd und in ihrem großen Garten den Ruhestand genießen. Mit Gunhild Brandenburg hat sie eine Nachfolgerin, der sie nicht nur zutraut die Herausforderungen der Geschäftsführung zu meistern, sondern die sie auch direkt animiert hat, sich um den Job zu bewerben. Ein Selbstläufer wurde das Bewerber-Verfahren nicht für die 56-Jährige, die knapp zwei Jahrezehnte lang für Neuruppin Wirtschaftsförderung betrieben hatte und dann für verschiedene Unternehmen tätig war. Die härtesten Herausforderungen werden neben der Bekämpfung der Schwarzarbeit vor allem das Gewinnen von Nachwuchs für die Handwerksunternehmen sein. Christel Engel selbst weiß, wie schwer es ist, Schulabgänger dazu zu bewegen, den Beruf eines Bäckers, Fleischers oder Frisörs zu ergreifen. "Viele träumen von einem Job in der IT-Branche und wenn das nichts wird, wollen sie Polizeibeamter werden oder zum Bund gehen", sagte Engel am Rande der Veranstaltung. Dass dafür aber nicht jeder geeignet und das Handwerk eine passendere Alternative fürs spätere Berufsleben ist, koste viel Überzeugungsarbeit.

Brandenburg scheut die Herausforderungen nicht und geht zuversichtlich an ihre neue Aufgabe heran. "Das Handwerk an sich ist gut aufgestellt, die Auftragsbücher sind bei vielen Unternehmen voll", sagte sie. Der Markt ist also da und bietet genügend Potenzial für junge Leute.

Als Wirtschaftsförderin und im Rahmen eines Projektes für die EU-Förderung vom kleinen und mittelständischen Unternehmen habe sie schon viel Kontakt mit Handwerksunternehmen gehabt. "Ich weiß, wie es aufgestellt ist, für mich ist das Handwerk kein Fremdbegriff", so Brandenburg. Und in ihrer Arbeit wolle sie auch Engel folgen, der es immer um die Menschen und nicht um eigene Interessen gegangen sei. "Das Auf-die-Menschen-sehen ist auch meine Passion", sagte sie.

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