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Neue Ausstellung der Reihe "Axt im Wald" eröffnet / Künstlerin experimentiert mit Bäumen, Blumen und Bananen

Lebendiges und Vergängliches

Experimentiert gern: Künstlerin Michaela Hanemann beobachtet immer wieder unterschiedliche Reaktionen auf ihre Kunst.
Experimentiert gern: Künstlerin Michaela Hanemann beobachtet immer wieder unterschiedliche Reaktionen auf ihre Kunst. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Katrin Hartmann / 18.07.2014, 06:48 Uhr
Eberswalde (MOZ) Ob rosarot oder giftgrün, Hauptsache es ist grell. In ihrer Ausstellung "Wer schön sein will muss leiden" entdeckt Michaela Hanemann die Vereinbarkeit und den Gegensatz von Künstlichkeit und Natur. Noch bis zum 10. September sind ihre Werke in der Kleinen Galerie zu sehen.

"Ich weiß noch nicht so richtig, was ich damit anfangen soll", sagte Christine Sauer, als sie auf die grell farbigen Früchte guckte, von denen sie noch nicht genau sagen konnte, ob sie echt oder künstlich sind. Sie war eine von wenigen Besuchern, die am Mittwochabend zur Vernissage von Künstlerin Michaela Hanemann in die Kleine Galerie im SparkassenForum gekommen war. "Ich hoffe, die Eröffnungsrede wird mir gleich etwas mehr Aufschluss geben können", sagte die kulturinteressierte Besucherin.

Unter dem Titel "Wer schön sein will, muss leiden", stellt Michaela Hanemann noch bis zum 10. September ihre Objekte in der Milcheissorte 1 sowie im Forstbotanischen Garten und auf dem Stadtcampus vor. Die Arbeiten der Künstlerin beschäftigen sich mit dem Leben, genauso wie mit dem Tod sowie mit Künstlichkeit und Natürlichkeit.

In ihren Fotos, Objekten und Installationen stellt die gebürtige Hannoveranerin unter anderem künstliche Blumen - Rosen - im städtischen Raum dar. Aufmerksam machen will sie damit auf künstliche Oberflächen, die sich gesellschaftlich mehr und mehr durchgesetzt haben. Die Fotoreihe "Von Bienen und Blumen" dokumentiert beispielsweise Installationen, für die sie 2500 künstliche Rosen an jeweils unterschiedlichen Orten im städtischen Raum aufstellte und dann beobachtete, was einerseits mit den Blumen passierte und andererseits, wie die Reaktion der Zuschauer war. "Als ich die Blumen aufgestellt habe, haben die Leute schon verwundert geguckt. Am Anfang haben sie nicht unbedingt gemerkt, dass es künstliche Blumen sind, aber als sie näher kamen schon", sagte Michaela Hanemann. Drei Stunden hat sie für das Aufstellen der künstlichen Blumenbeete - etwa in San Francisco oder in Berlin - gebraucht.

Neu in ihrer Ausstellung sind die Obst- und Bauminstallationen. In den Vitrinen der Galerie befinden sich echte Bananen, Weintrauben und anderes Obst, welches Michaela Hanemann vorher mit grellen Farben besprüht hat und es somit für die Betrachter schwieriger gemacht hat, ob das Obst tatsächlich echt ist oder nur aus Plastik. "Mich interessiert bei den Objekten Fernwirkung der Farben, die ich aus dem Farbkreis ausgewählt habe", sagte die Künstlerin. Ebenso leuchtend strahlt ein lebendes Bäumchen in der Kleinen Galerie in grün und pink. Dieses wird sie am 10. September in den Park am Weidendamm umpflanzen. "Entscheidend ist, was in der Zwischenzeit mit dem Baum passiert ist", sagte Kulturamtsleiter Stefan Neubauer bei der Vernissage. "Wird der Baum unter der Farbe eingehen oder wird sich die Natur dem Künstlichen widersetzen?" Mit dieser Frage werfe Michaela Hanemann nicht nur die Problematik von Vergänglichkeit und Lebendigkeit auf, sondern greife auch das gestörte Verhältnis zwischen Mensch und Natur als Thema auf, so Neumann.

"So langsam erschließt sich mir einiges besser", sagte Christine Sauer nach den Eröffnungsansprachen von Bürgermeister Friedhelm Boginski und Stefan Neubauer. "Die Fragen sind schon richtig, wenn man bedenkt, dass sich die Natur durch den Menschen stetig verändert hat und immer noch verändert", fügte sie hinzu. Etwas schade fand die Besucherin, dass kaum Studenten der Hochschule für nachhaltige Entwicklung zur Vernissage gekommen waren. "Das Verhältnis von Künstlichem und Natur dürfte die Studenten doch gerade interessieren. Immerhin trifft das genau den Nerv der Studieninhalte".

Für Christine Sauer stand jedenfalls fest: "Ich denke, ich werde noch mehrmals wiederkommen und gucken, was in der Zwischenzeit mit dem Obst und dem Baum passiert. Es interessiert mich, ob der Baum weiterleben oder unter der Farbe eingehen wird."

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