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Kai-Uwe Krakau 28.07.2014 06:45 Uhr
Red. Bernau, bernau-red@moz.de

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Politische Karikaturen im "Hühnerstall"

Schönow (MOZ) Kurz vor 17 Uhr nimmt Wilfried Staufenbiel seine Glocke und geht läutend durch den Garten. Dann wissen die Gäste, die in kleinen Gruppen stehen und sich unterhalten, dass sie sich einen Platz im "Hühnerstall" sichern sollten. Denn diese sind begehrt, die Besucher der Ausstellungen kommen nicht nur aus Bernau, sondern auch aus umliegenden Orten und sogar aus Berlin. In diesem Sommer hat Staufenbiel nun bereits zu den 14. "Schönower Cool-Tagen" in seinen Garten an der Schönerlinder Straße eingeladen.

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Folgen den Stimmen Südamerikas: Hannelore Gilsenbach, Hector Garibaldy und Braulio Fidel (nicht im Bild) sind das Trio "IntiSonLatino".

© MOZ/Kai-Uwe Krakau

Politische Karikaturen von Paul "Kay" Labowsky hängen diesmal an den Balken des "Hühnerstalls". Der 90-jährige Künstler sei ein scharfsinniger Analytiker, der in seinen Werken "Visionen aufzeige, die später in Erfüllung gehen", so Staufenbiel in seiner kurzen Einführung. Als Beispiel nennt er eine Karikatur, die 1964 entstand und Walter Ulbricht zeigt, wie er mit einer Mistgabel die Universitätskirche in Leipzig "beseitigt". Gesprengt wurde das Gotteshaus vier Jahre später.

Wolfgang Kaliga aus Schildow hatte die Druckplatten des Karikaturisten entdeckt, aufgekauft und schließlich restauriert. Noch in der vergangenen Woche habe er Labowsky besucht, berichtet Kaliga den Gästen der Vernissage. Der hochbetagte Senior sei völlig klar im Kopf, zeichne noch und sei einfach ein "lustiger Mann". Nun hofft Kaliga, dass irgendwo auch noch die Texte zu den Karikaturen auftauchen.

Doch der Schildower bemühte sich nicht nur um die Werke Labowskys, er ist auch selbst mit Bildern im Hühnerstall vertreten. "Unter dem Titel "Natur in Ruhe lassen" zeigt der Hobbykünstler, wie sensibel und verletzlich unsere Erde ist.

Lieder und Gesänge aus dem fernen Lateinamerika präsentierte am Sonnabend das Trio "IntiSonLatino". Hannelore Gilsenbach, Hector Garibaldy und Braulio Fidel folgen den großen Melodien und Stimmen Südamerikas und der Karibik. Aber auch traditionelle Indigena-Gesänge finden sich im Repertoire. Die Zuhörer im "Hühnerstall" erfreuten die Musiker mit Weisen aus Chile, Ekuador, Argentinien sowie Kuba, Uruguay und Venezuela.

Die Bilder können noch zu den Veranstaltungen oder nach telefonischer Absprache betrachtet werden. Das nächste Konzert von und mit Hans Karsten Raecke und seinen skurrilen Instrumenten gibt es am 2. August ab 17 Uhr.

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